Kritik: Batman v Superman – Dawn of Justice

Lange lange ist es her, dass Warner Bros auf der Comic Con ein Video gezeigt hat, dass die gesamte Fangemeinde in seinen Bann gezogen hat. Darin zu sehen: Regen in einer dunklen Nacht. Auf dem Boden steht Batman mit leuchtend blauen Augen und im Himmel fliegt Superman mit leuchtend roten Augen. Dies war die Ankündigung für den DC-Kracher Batman v Superman: Dawn of Justice, der nun endlich den Weg ins Kino geschafft hat. Dann kam der erste richtige Trailer und die Welt war begeistert, dann kam ein weiterer Trailer, der schon alles verraten hat und die Fans wurden unsicher. Irgendwann fiel dann die Sperrfrist für die Kritiken und damit kam der große Schock: Nur knapp 30% bei rottentomatoes, die Kritiker sprechen von der Enttäuschung des Jahres. Ich habe mich trotzdem auf den Film gefreut und ihn sogleich bei der Vorpremiere gesehen. Ob ich genauso enttäuscht war, könnt ihr in meiner Kritik lesen.


Handlung

Der Film spielt 18 Monate nach den Geschehnissen von „Man of Steel“. Neben der Freude über Supermans (Henry Cavill) Rettung von Metropolis mischen sich auch die Gegenstimmen, die ihn als falschen Gott sehen. Einer der Fürsprecher dieser Ansicht ist Bruce Wayne alias Batman (Ben Affleck), der in Superman eine Gefahr sieht. Dieser Konflikt ist ein gefundenes Fressen für Lex Luthor (Jesse Eisenberg), der sowohl die schwarze Fledermaus als auch den Man of Steel aus dem Weg wissen möchte. Und so muss es natürlich zum Kampf der beiden Superhelden kommen, obwohl es doch einen weitaus gefährlicheren Gegner zu bekämpfen gilt.


 Kritik

Eigentlich sprechen die Kritiken ja eine eindeutige Sprache: Batman v Superman ist eine derbe Enttäuschung. Das Drehbuch soll schlecht sein, die Charaktere sind nicht nachvollziehbar und der große Endkampf ist ein reines CGI-Massaker. Dem kann ich aber nicht zustimmen. Ich bin nicht restlos begeistert aus dem Film gekommen, enttäuscht war ich aber keineswegs. Der Film versucht, eine vielschichtigere Geschichte zu erzählen, als sie in einem Marvel-Film je möglich wäre und scheitert daran teilweise. Dennoch hatte ich sehr viel Spaß an dem Film, was auch an den Charakteren und vor allem am CGI-Massaker lag. Doch alles der Reihe nach.

Bei den Charakteren muss man stark unterscheiden. Mir haben sowohl die beiden Hauptdarsteller Cavill und Affleck gefallen. Der eine als selbstzweifelnder Held und der andere als verbitterter alter Mann passen sowohl optisch als auch schauspielerisch in ihre Rollen. Genauso mochte ich die Auftritte von Gal Gadot als Wonder Woman und Jeremy Irons als Butler Alfred. Auch wenn ihre Rollen nicht groß waren, so konnten sie trotzdem überzeugen. Das kann man von Amy Adams als Lois Lane aber nicht behaupten. Ihre Rolle war einfach viel zu groß. Immer wieder gab es Szenen, die unnötig und einfach unpassend waren. Da hat man versucht, einer uninteressanten Figur mehr Zeit einzuräumen, als sie eigentlich verdient hätte.

Ein großes Lob verdient meiner Meinung nach aber Jesse Eisenberg als Gegenspieler. Auch wenn sein ganzer Plan etwas unausgegoren ist und viele in ihm einen Joker-Verschnitt erkennen wollen, mir hat die Rolle des Lex Luthor sehr gefallen. Im Unterschied zur ewig ernsten und tristen Aufmachung des Films hat er einen guten Gegenpol gefunden. Ohne ihn wäre der Film noch einmal um eine Facette uninteressanter geworden.

Das zieht sich ja bereits durch die vergangenen DC-Filme („The Dark Knight“, „Man of Steel“): Alles ist dunkel, es darf nicht gelacht werden und bloß nicht in die Comic-Schiene abdriften. Diese Richtung wird hier leider auch sehr lange eingehalten. Bis auf Lex Luthor oder einige Comic-Anspielungen möchte der Film sehr realistisch sein. Problem dabei: Superman ist nicht realistisch. So zwängt man ihn in einen Konflikt, der gut dargestellt ist und auch nachvollziehbar erzählt wird, sich jedoch mit dem Setting an sich beißt. Auf der einen Seite hat man Gerichtsverhandlungen und geheime Gespräche über Top-Secret-Akten des Präsidenten, auf der anderen Seite gibt es aber eben auch die Superheldenkämpfe.

Diese Kämpfe sind ja auch einer der Hauptkritikpunkte der Kritiker gewesen: Zu viel CGI, zu langweilig, zu viel Action. Das sind nur ein paar Ausschnitte aus den Kritiken. Da frage ich mich dann, was man erwartet. Ich fand sowohl den Kampf zwischen Batman und Superman unterhaltsam und sogar überraschend und auch den Endkampf mitreißend. Während die erste Hälfte was für den Kopf war, muss man dann einfach mal den Kopf ausschalten können. Ich habe das geschafft und war dementsprechend glücklich mit der zweiten Hälfte des Films. Die großen Schwächen liegen nämlich nicht in dieser Hälfte, sondern in der vorigen.

Mein größtes Problem mit dem Film ist also nicht die Charakterentwicklung oder die Action. Das fand ich alles unterhaltsam bis sehr gut. Das Problem ist einfach das Drehbuch. Da kann ich auch nichts mehr gutreden. Zu oft werden Sachen an den Haaren herbeigezogen oder als Tatsache abgestempelt, die noch hätten erklärt werden müssen. Und das ist bei zweieinhalb Stunden Laufzeit schon ein Problem. Oft habe ich mich gefragt, warum eine Person etwas macht, sodass ich keine Zeit mehr zum Mitfühlen hatte. Hier muss ich erneut Amy Adams nennen, sie spielt einfach eine schlimme Figur.


Fazit

Ist Batman v Superman also die schreckliche Enttäuschung? Meiner Meinung nach nicht. Der Film hat seine nicht zu übersehenden Schwächen, aber auch seine großen Momente. Sieht man davon ab, dass die kommenden Filme ziemlich faul angekündigt wurden, kann man extrem viel Spaß haben. Wer aber ein Meisterwerk erwartet oder eh nur dem Trend folgen und den Film runtermachen möchte, der wird hier keinen Spaß haben. Die Leute wollten einen Superheldenfilm mit Anspruch und haben ihn hier meiner Meinung nach auch bekommen. Das das nicht zu hundert Prozent geklappt hat, muss man dann aber auch akzeptieren.

7


Cast

  • Regisseur: Zack Snyder
  • Drehbuch: Chris Terrio, David S. Goyer

Hauptdarsteller

Darsteller Rolle
Ben Affleck Bruce Wayne
Henry Cavill Clark Kent
Amy Adams Lois Lane
Jesse Eisenberg Lex Luthor

Nebendarsteller

  • Diane Lane
  • Laurence Fishburne
  • Jeremy Irons
  • Holly Hunter
  • Gal Gadot

Weitere Meinungen

 

  • Schnitt: 5,1/10

5


Die Filme von Zack Snyder

  • Dawn of the Dead (2004)
  • 300 (2006)
  • Watchmen (2009)
  • Die Legende der Wächter (2010)
  • Sucker Punch (2011)
  • Man of Steel (2013)
  • Batman v Superman: Dawn of Justice

Das DC Extended Universe

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20 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Film so schlecht ist wie viele behaupten. Die Sache mit dem Drehbuch habe ich jetzt schon so häufig gelesen, dass jedoch etwas dran sein muss 😉
    Da ich schon im Vorfeld gesagt habe, dass mich der Film nicht interessiert und mich generell kaum für Superheden und Comics begeistern kann, werde ich mir den Film also nicht im Kino anschauen.

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    1. Staffmann sagt:

      Dann warte lieber auf den dreistündigen Director’s Cut 😉

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      1. Davon habe ich gehört. Allerdings bezweifle ich, dass der den Film wesentlich besser macht. 😉

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  2. cruelly sagt:

    Super Kritik, die sehr mit meiner Sicht übereinstimmt. Die erste Hälfte des Films war zum einschlafen, die zweite dagegen richtig super. Besonders der Kampf zwischen Batman und Superman war das Highlight des Films. Ben Affleck hat in seiner Rolle als Batman vollends überzeugt und ist für mich die bisher beste Interpretation der Fledermaus.

    Die 30% bei rottentomatos muss man auch ganz anders angehen als es viele tun. Ein großer Teil setzt die 30% mit einer 3/10 gleich, dabei bedeuten die 30% lediglich, dass ihn 30% der Kritiker empfehlenswert finden. Wenn man sich den Bewertungsdurchschnitt bei rotten anschaut, liegt dieser sogar fast bei 6/10 Punkten und damit deutlich positiver.

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    1. Staffmann sagt:

      Ja, aber damit liegt er trotzdem nicht im positiven Bereich^^ Witzig finde ich aber, dass es auch viele gibt, die sagen, die erste Hälfte wäre besser. Ein Problem des Films ist einfach, dass es scheinbar niemandem recht gemacht wurde. Aber ich wurde unterhalten 🙂

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      1. cruelly sagt:

        Haha, mein Bruder fand die erste Hälfe auch besser als die CGI Schlachten, welche die zweite dominierten. 🙂
        Nach 1 1/2h war ich kurz davor einzuschlafen, man hatte irgendwie alles schon einmal gesehen und diese Detektiv-Geschichte rund um Lois Lane und Lex Luther war in meinen Augen total überflüssig. Aber bei der zweiten Hälfe des Films muss ich auch ausblenden, dass Batman wie ein kleines Kind agiert, dem man seinen Loli geklaut hat. Aber immerhin war das Resultat dieser eingeschränkten Sichtweise das benötigte Utensil für das Finale.

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  3. Danke für die Verlinkung 🙂 Ich war in der Tat, wie man ja an meiner Bewertung sehen kann, sehr sehr enttäuscht von dem Film. Ich glaube, was mich auch sehr gestört hat, was ich aber nicht so in Worte fassen konnte, hast du gut auf den Punkt gebracht: Der Film versucht realistisch zu wirken, aber das funktioniert nunmal nicht. Und da kann bombastische (für mich dann in diesem Fall zu übertriebene) Action auch das schwache Drehbuch nicht ausgleichen. Im Gegenteil, da nervt mich die Action noch mehr, weil sie wohl die offensichtlichen Schwächen des Films kaschieren soll.
    Jesse Eisenberg war auch für mich der Lichtblick des Films, ansonsten fand ich die Darsteller durchschnittlich, aber sie hatten meiner Meinung nach auch nicht viel Raum, um sich zu entwickeln. Lois Lane ging gar nicht, ich weiß nicht, warum Amy Adams sich für so eine Rolle hergibt…
    Ich kann mir allerdings schon vorstellen, dass die 30 Extraminuten, die es auf der BluRay geben soll, dem Film durchaus gut tun KÖNNTEN, weil die Figuren dadurch evtl etwas besser entwickelt werden und ihre Motivation deutlicher wird. Aber ich habe nicht so große Lust, den Film nochmal anzusehen 😀

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  4. Uebelator sagt:

    Danke für den Link! Ich bin doch verblüfft, wie sehr sich unsere Meinungen im Bezug auf den Film decken. Mir hat er trotz der offensichtlichen Schwächen auch Spaß gemacht.

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    1. Uebelator sagt:

      Okay, wir haben zumindest die gleiche Meinung, wenn man mal von der Wahrnehmung der Rolle des Lex Luthor absieht. 😉 Den fand ich nämlich ganz ganz schlimm.

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  5. Franziska-t sagt:

    Hallo, kannst du bitte meine Kritik auf adoringaudience.de verlinken. Die Seite Filmkompass ist umgezogen. Danke.

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    1. Staffmann sagt:

      Natürlich, sobald die Zeit es zulässt, werde ich das für deine Seite machen, ich hab es nicht vergessen 😉

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