Kritik: Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

Zeit für einen Klassiker! Auch wenn der Film erst 8 Jahre alt ist, wird er sich dieses Prädikat sicherlich in naher Zukunft aneignen – ich werde es aufgrund der Länge des Titels vermeiden, ihn zu oft zu erwähnen und auch eine Abkürzung wie bspw. „DEdJJddFRF“ gestaltet sich als weniger schön. –

Es geht, wie der ausführliche Titel netterweise vorwegnimmt, um die Ermordung des Jesse James (Brad Pitt), dessen Charakter dem im 19. Jahrhundert bekannten und gefürchteten gleichnamigen Banditen nachempfunden ist. Neben diesem Hauptcharakter haben wir ein weiteres großartiges Schauspieler-Ensemble mit Casey Affleck, dem jüngeren, weniger bekannten Bruder Ben Afflecks, der in die Rolle des Robert Ford schlüpft, sowie Zooey Deschanel und Jeremy Renner, um nur einige zu nennen.

Robert (Bob) ist der kleine Bruder von Charlie (Sam Rockwell) und hat es als Neuling und jüngster der Banditen und Postkutschenräuberbande rund um Jesse James nicht leicht. Gleichzeitig ist er auch mit vollem Herzblut dabei, da es für ihn nie  ein größeres Vorbild als den berühmt berüchtigten Jesse James gab und er alles dafür tut, eines Tages einmal so wie sein Held zu werden. Das beide bei diesem unausgesprochenen Vorhaben auf erhebliche Schwierigkeiten treffen, nimmt der Titel bereits erahnen… ein angeblich selbstverschuldeter Todesfall in der ehemaligen Truppe schädigt das Vertrauen dann endgültig dauerhaft.

Dem Western-ähnlichen Setting ist es vermutlich geschuldet, dass der Film eine gewisse Zeitlosigkeit mit sich bringt; Wenn man mit diesem Genre nicht vertraut ist, wird man sich möglicherweise erst einmal umstellen müssen, da wie in vielen älteren Western auch dem Spannungs- sowie Handlungsverlauf wesentlich mehr Zeit eingeräumt wird. Manch einer empfindet dies schnell ans langatmig oder wird hinterher sagen, die Handlung hätte man auch in normaler Spielfilmlänge erzählen können (Laufzeit 160Min.). Zweitens mag stimmen, jedoch wäre der Film dann weder etwas besonderes noch nachhaltig bewegend. Gerade dadurch, dass es sich der Film erlaubt, der Charakterentwicklung Zeit zu geben, ist er in sich stimmig. Wenn man schon im Titel verrät, wo das Ziel der Reise liegt, muss der Weg dahin natürlich umso mehr ausgeschmückt werden, und das ist hier gelungen. Die Schauspielerische Leistung ist durchweg hervorragend, schöne Kulissen sowie ein für den Film von Nick Cave und Warren Ellis komponierter grandioser Soundtrack tun das übrige.

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