Kritik: Trollhunter

Es ist so ein typischer Abend: Man sitzt zuhause und überlegt, ob man noch einen Film guckt oder doch lieber FIFA spielt. Ich habe mich gestern dafür entschieden, noch einen Film auf Netflix einzuschalten. Doch was nimmt man da? So lang sollte er nicht sein, man muss ja noch schlafen gehen. Die meisten Filme kenn ich schon, aber was ist das? Trollhunter? Kommt mir bekannt vor. Kurz recherchiert und für interessant befunden. Was dann folgt, ist eines der seltsamstem Filmerlebnisse, was ich je hatte. Doch der Reihe nach:

Die drei Studenten Finn (Hans Morten Hansen), Kalle (Tomas Alf Larsen) und Johanna (Johanna Morck) möchten eine Dokumentation über den vermeintlichen Wilderer Hans (Otto Jespersen) drehen. Obwohl er ihnen am Anfang nicht wohlgesonnen ist, lässt er sie einmal mit auf die Jagd kommen. Doch was sie jagen, hat mit Bären oder sonstigem nichts zu tun: Hans ist ein Troll-Jäger. Die gibt es nämlich schon immer in Norwegen im Geheimen und Hans ist derjenige, der dafür sorgt, dass die Trolle nicht die Weltherrschaft übernehmen.

So ungefährt lässt sich die Handlung wohl am besten zusammenfassen. Das ist auch am Anfang ganz spannend gemacht. Der Film vertraut dabei der schon fast übertrieben genutzten Found-Footage-Methode. Das passt super zum Stil des Films und baut gekonnt Spannung auf. Besonders wenn die Trolle ins Bild kommen und etwas mehr auf dem Bildschirm passiert, hat der Film seine stärksten Momente. Doch leider kommen zwischen diesen Szenen auch alle anderen Szenen und da ist der Film dann nicht mehr ganz so stark.

Man kann dem Film natürlich zugute halten, dass er mit niedrigem Budget in Norwegen entstanden ist, aber zur selben Zeit entstanden Filme wie „X-Men: First Class“. Da darf man schon etwas mehr erwarten, als schlecht animierte Trolle. Sogar Menschen in Kostümen wären mir lieber gewesen aber so ist es einfach mies. Die Figuren passen nicht ins Bild und besonders in Kombination mit echten Darstellern wirkt das dermaßen falsch, das es wirklich den (kaum vorhandenen) Filmfluss nachhaltig stört.

Ein anderes Problem ist die Handlung. Es gibt zwar eine Rahmenhandlung, aber keinen wirklichen roten Faden. Man eilt von Trollbegegnung zu Trollbegegnung und nebenbei wird versucht, das Verhalten von Trollen wissenschaftlich zu erklären. Was schon in der Theorie dumm klingt, ist es auch im Film. Die Charaktere verhalten sich unlogisch, niemand wird einem sympathisch und wenn es dann doch das erste Todesopfer gibt, wird sie einfach extrem peinlich ersetzt. Ohne zu viel zu verraten: Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob es rassistisch oder einfach nur dumm ist, was dort passiert.

Aber ich will jetzt auch nicht zu viel meckern. Der Film besitzt noch genug unterhaltsame Szenen, um ihn sich weiter anzusehen. Das kann natürlich nicht die extremen Schwächen überdecken, aber man vergisst sie zumindest in manchen Momenten. So kann ich Trollhunter sicherlich nicht empfehlen, aber ich wünsche mir jetzt auch nicht, den Film zu vergessen. Er hatte einfach seine Momente und es gibt bestimmt Leute, die ihren Spaß daran haben. Eine Wertung von 7,0 auf IMDb sprechen für sich. Dem kann ich mich nicht anschließen, ich war wirklich enttäuscht.

4

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