Kritik: Hercules

Wer an Disney denkt, dem schießen sofort altbekannte Gesichter durch den Kopf: Mickey Mouse, Donald Duck, manchen vielleicht noch Schneewittchen und Rapunzel. Die jüngeren denken dann noch an „Toy Story“ oder „Findet Nemo“. Die Filmographie von Disney, besonders im Animationsgebiet ist atemberaubend groß und da fallen manche Filme im Rückblick schonmal weg. So auch Hercules, der meiner Meinung nach viel zu selten gelobt und hervorgehoben wird. Dabei hat er so viel zu bieten.

Eines vorweg: Wer sich in der griechischen Mythologie auskennt, wird bei diesem Film wahrscheinlich einen Herzinfarkt bekommen. Fakten werden verdreht und weggelassen, damit es irgendwie in die Handlung passt. Wer damit jedoch kein Problem hat, den wird die Story sicherlich interessieren. Hercules (gesprochen von Tate Donovan) ist das jüngste Kind von Göttervater Zeus (Rip Torn) und soll ebenso ein strahlender Gott werden. Doch in einer Prophezeiung wird er als Bezwinger von Hades (James Woods) genannt, weshalb dieser ihn aus dem Weg räumen möchte. Bei einem misslungenen Attentat wird Hercules aber nur zum Halbgott mit unglaublicher Körperkraft. In der Folge trifft er auf Freunde (u.a. Danny DeVito und Susan Egan), die ihm dabei helfen, zum wahren Helden und somit doch noch zum Gott zu werden.

Was „Hercules“ von anderen Disney-Filmen abgrenzt, ist vor Allem der Stil: Wie auf dem Poster schon zu erkennen, sehen die Figur einfach anders aus, sind etwas an alte griechische Malereien angelehnt. Das gibt dem Film einen eigenen Stil, der manchen vielleicht abstößt. Mir hat er sehr gut gefallen, weil er damals innovativ war und perfekt zu dem griechischen Grundkonzept passt. Ebenso passend ist die Handlung. Es geht hier nicht um einen Fisch, der seinen Sohn sucht, oder ein Spielzeug, das nicht mehr so beliebt ist. Nein, hier geht es um Leben und Tod. Der Tod ist hier jederzeit präsent und steht über allem. Das wird in der ersten Szene in der Unterwelt klar und bildet bis zum Ende das Grundgerüst.

Das ist auch ein Grund, weshalb ich die Altersfreigabe von 0 Jahren nicht nachvollziehen kann. Sicherlich rollen hier keine (menschlichen) Köpfe, aber ich bezweifle, das ein 4-jähriges Kind all das versteht, ohne Alpträume zu bekommen. Aber ab einem gewissen Alter funktioniert der Film wunderbar. Die Geschichte ist witzig erzählt, spannend und man kann gut mit dem Helden mitfühlen. Das Finale ist eventuell etwas schnell abgearbeitet, aber das ist auch schon der härteste Kritikpunkt. Im Gegensatz zu anderen Disney-Filmen wird weitestgehend auf Gesang verzichtet und wenn es doch sein muss, so funktionieren die Lieder. Da hat man wirklich die richtige Mischung gefunden.

Die hat man auch bei der Synchronisation gefunden. Danny DeVito als Star ist sowieso schon eine Bank, aber was hier James Woods als Hades abliefert, ist wirklich großes Kino. Natürlich ist Hades der Bösewicht, aber durch seine Sprache und seine Schnelligkeit beim Sprechen hat er etwas, was ihn von anderen Fieslingen abgrenzt. Und das funktioniert nur, weil Woods hier alles rausholt. Man kann es schlecht beschreiben und man muss es einfach selber hören, aber das war wirklich die beste Synchronisation einer Figur, die ich jemals gehört habe. Da ist es nur logisch, dass Hades wesentlich mehr Screentime bekommt als der große Göttervater.

Wie sieh es also aus mit Hercules? Kann man sich den anschauen? Nein, den muss man sich anschauen! Wer auf Disney-Filme steht, der findet hier einen weiteren unterhaltsamen Film. Wer nichts mit Disney anfangen kann, findet hier eine gelungene Abwechslung, sowohl im Stil, als auch in der Thematik. Für mich hat der Film perfekt funktioniert. Bis auf das Finale hatte ich durchgängig Spaß und habe mitgefiebert. Insofern gibt es an dieser Stelle eine dicke Empfehlung, wenn nicht sogar eine Aufforderung!

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