Kritik: Yellow Submarine

Ich wage es einfach mal und stelle heute einen meiner absoluten Lieblingsfilme vor. Auch wenn mich die Musik der Beatles seit frühster Kindheit begleitet, bin ich der festen Überzeugung, auch Nicht-Vollblut-Beatles-Fans können an diesem Film Ihre helle Freude haben. Die Rede ist von, die Überschrift verrät es, Yellow Submarine!

Nun habe ich es bereits erwähnt, der Soundtrack nimmt hier wie zu erwarten einen besonders hohen Stellenwert ein.

Doch möchte ich zuvor natürlich auf die Handlung eingehen. Der Film leitet im Original ein mit folgenden Worten, die mir noch jedes mal eine Gänsehaut verschaffen:

„Once upon a time – or maybe twice – there was an unearthly Paradise called Pepperland. Eighty thousand leagues beneath the sea it lay, or lie, I’m not too sure…”

Und mit diesen Worten, untermalt von der atemberaubend schön komponierten “Pepperland-Suite” von George Martin, betreten wir die sagenhafte Welt von Pepperland(engl. ausgespr.). Hier begegnen wir der friedfertigen Bevölkerung, die recht unbeschwert lebt, wären da nicht die „Blue Meanies“ (dt. Blaumiesen), die sich entschließen, die Fröhlichkeit und jedes lebensbejahende Gefühl für immer zu unterbinden. Um den Anführer der Meanies („Your Blueness/ dt. Eure Bläuheit”) zu zitieren: „We Meanies only take NO as an answer, is that understood, Max?“

So überziehen die Meanies das zuvor farbenfrohe Pepperland also kurzum mit Krieg und Chaos, und haben dabei Unterstützung ihrer Gefolgsleute wie dem allseits gefürchteten Glove-Handschuh (ein riesiger fliegender blauer Handschuh, was sonst), den „Snapping Turks (bissigen Türken)“, Clowns und vielen mehr… Dem alten Seemannskapitän „Old Fred“ gelingt es jedoch noch rechtzeitig, sein fliegendes Unterseebot zu erreichen, um Hilfe zu holen. Und die Reise beginnt. Und ja, für alle, die sich bereits gefragt haben, wo denn bei all dem die Beatles ihren Platz haben: Ringo, John, George und Paul sind es, an die sich Old Fred wendet und die ihn auf seiner Reise durch die Meere („Sea Of Science, Sea Of Monsters, Sea of Holes“) begleiten, um anschließend Pepperland aus den Fängen der Meanies zu befreien.

Bei Yellow Submarine handelt es sich um einen der wenigen Filme, der auch in der deutschen Übersetzung genial ist, da es wirklich gelungen ist, viel Wortwitz mit teilweise dunklen Humor einzubinden. Einer der prägnantesten Unterschiede z.B. ist ein Satz Euer Bläuheit: Original: „I haven’t laughed so much since Bombay“. dt. Übers.: „So sehr hab ich nicht mehr gelacht seit der Reichskristallnacht“. Demenstprechend haften in der deutschen Version stärkerere nationalsozialistische Züge an den Bluemeanies als im englischsprachigen Original.

Ich könnte vermutlich Bände mit der Erzählung jeder einzelnen Szene füllen, aber das dürfte gar nicht nötig sein. Der Film ist ein Kunstwerk in allen Belangen. Allein der Zeichenstil ist unvergleichlich, federführend beteiligt und einflussgebend war hier der deutsche Grafiker Heinz Edelmann, der tatsächlich auch unter anderem für das ZDF Animationen angefertigt hat. Bei vielen, die in den 70 groß geworden sind, vielleicht sogar noch bekannt aus dem Intro für die Fernsehfilmreihe „der fantastische Film“. Für Kenner von Yellow Submarine ist die Ähnlichkeit nicht zu übersehen:

Beim Soundtrack des Filmes handelt es sich zu ca. 70% um teilweise extra für diesen Film von den Beatles komponierte Stücke, einige ältere hingegen(z.B. „Nowhere Man“, „Elenor Rigby“) sind perfekt in den Handlungsverlauf eingebaut und könnten auch, unterfüttert mit den tollen grafischen Animationen, als eigenständiges Musikvideo funktionieren.

Neben der Musik der Beatles haben wir wie bereits erwähnt großartige Kompostionen von ihrem Produzenten George Martin, der mit seinen Orchester-Arrangements auch schon zu den Alben „Sgt. Peppers lonely hearts club Band“ und „Magical Mystery Tour“ wesentliches beigetragen hat. Ohne ihn wären die Werke wie „A day in the life“ oder auch „I am the walrus“ vielleicht nie zu solcher Größe hinausgewachsen. Und ich gehe sogar soweit zu sagen, dass einige großartige Kompositionen der letzten 50 Jahre ohne diesen Wegbereiter vermutlich nie entstanden wären. Sowohl für Kenner als auch für Neulinge hier ein Video zur „Pepperland-Suite“, dem wiederkehrenden Thema des Filmes:

Da dies hier natürlich ein Film- und kein Musikblog ist, soll es an dieser Stelle erst einmal genug der Lobgesänge auf den Soundtrack dieses Films sein. Hier am Ende nun noch eine abschließende Wertung oder Empfehlung auszusprechen, sollte wohl überflüssig sein, da diese wohl aus jedem einzelnen Satz dieser „Kritik“ zu entnehmen ist.

„Ad hoc, ad loc and quid pro quo, so little time, so much to know!“ – Jeremy Hillary Boob Ph.D.

Ich wünsche viel Spaß beim an-sehen und  -hören!

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