Gedanken der Woche: Das Fantastic-Four-Desaster

Ein paar Unglückliche unter Euch werden es ja vielleicht mitbekommen haben: Der letzten Monat gestartete Film Fantastic Four ist nicht nur an den Kinokassen gefloppt, sondern auch von Filmkritikern und Zuschauern gleichermaßen zerrissen worden. Aber wie kann so etwas passieren bei einem riesigen Budget, mehreren Filmstars und einem Regisseur, der mit seinem Debütfilm bereits überzeugen konnte? Eine Analyse fällt schwer, besonders weil sich die Aussagen von Regisseur und Produzenten widersprechen, aber eines kann man auf jeden Fall sagen: Es ist eine Aneinanderreihung unzähliger Missverständnisse.

Doch der Reihe nach: Dass der Film nicht grandios werden würde, konnte man bereits an einem Tweet von Regisseur Josh Trank erahnen, den er kurz vor Kinostart schrieb. Darin behauptete er, eine tolle Vision für den Film gehabt zu haben, die ihm aber von den Produzenten genommen wurde. So behauptete er anschließend auch in Interviews, dass es ihm die Produzenten jederzeit schwer machen wollten. So wurde sein Budget überraschend auf „nur“ 150 Millionen gesenkt und auch seine Wunschbesetzung wurde ihm verwehrt. Kate Mara war zum Beispiel überhaupt nicht eingeplant. Und die schlimmste Behauptung: Die Produzenten sollen nach den Drehs den Film komplett zerschnitten haben, sodass das Finale auch völlig übereilt wirkte.

Das saß natürlich und schnell wurden die Stimmen laut, die Trank glaubten und die Produzenten zu Teufeln machten. Aber die hatten eine andere Sichtweise. Ihrer Meinung nach war Trank dem Druck nicht gewachsen. Gegen Änderungen war er überhaupt nicht aufgeschlossen und zog sich so immer weiter zurück. Die Beschuldigungen gingen so weit, dass Trank am Ende gar nicht mehr am Set gewesen wäre und die Produzenten den letzten Teil selbst gefilmt hätten.

Welche Seite hat denn nun Recht? Vermutlich beide. Bei solchen Hollywood-Produktionen gibt es immer Dinge, die die Produzenten so wollen und der Regisseur muss sich damit arrangieren. Nur wenige Regisseure schaffen es meistens, sich durchzusetzen und einige steigen dann auch einfach aus, wie z.B. Edgar Wright bei Ant-Man. Dieser hat aber mehrere Jahre Erfahrung und kann sich das erlauben. Trank hingegen hat mit „Chronicle“ erst einen Spielfilm gedreht, der zudem keine große Produktion war. Nun kann ich nur vermuten, dass Trank mit den Änderungen nicht umgehen konnte. Vermutlich ist er an dem Druck und dem Verlust der Kontrolle quasi zerbrochen und hat sich immer weiter zurückgezogen.

Und wer trägt nun die Schuld? Das ist schwer zu sagen. Trank muss in dem Fall einfach souveräner auftreten, während die Produzenten eventuell einen Regisseur hätten verpflichten sollen, der schon länger im Geschäft ist. Jedoch wollen die großen Produktionsfirmen ja immer einen jungen, beeinflussbaren Regisseur. Das geht dann mal schief und es entsteht Fantastic Four und das mit solchen Leuten wie Miles Teller, Michael B. Jordan und Jamie Bell. Das muss man auch erstmal schaffen. Jungregisseure sind jedoch ein Thema, mit dem ich mich an anderer Stelle beschäftigen werde.

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