Kritik: Ace Attorney

Videospielverfilmungen sind ja eine Sache für sich. Es gibt sie schon, seit es Videospiele gibt und bislang hat es noch niemand geschafft, das Magnum Opus dieses Genres zu schaffen. „Prince of Persia“ war hauptsächlich dumm, „Tomb Raider“ belanglos und „Super Mario Bros.“ darf man eigentlich gar nicht erwähnen. Da überrascht es doch, dass es ausgerechnet nicht Hollywood gelungen ist, die erste Verfilmung zu schaffen, die mir gefallen hat, sondern Japan mit Ace Attorney.

Die Handlung klingt dabei nicht wirklich filmisch: Um so schnell we möglich einen Fall zu klären, werden Gerichtsverfahren auf maximal drei Tage festgesetzt. In diesen wird unabhängig von Schuld oder Unschuld ein Urteil gefällt. Der junge Anwalt Phoenix Wright (Hiroki Narimiya) hat bisher noch keinen eigenen Fall betreut, doch als seine Mentorin (Rei Dan) umgebracht wird, muss er ihre verdächtige Schwester Maya (Mirei Kiritani) verteidigen. Nur blöd, dass er gegen seinen ehemaligen Jugendfreund Miles Edgeworth (Takumi Saito) antreten muss.

Zunächst muss gesagt werden, dass sich der Film stark an japanische Animes anlehnt. Oft werden Witze oder Situationen kreiert, die genauso in einen Zeichentrickfilm gepasst hätten. Da fliegen Frisuren rum oder das Polizeimaskottchen läuft fleißig umher. Für japanische Fans der beliebten Animes ist das ganz normal. Genauso normal sollte einem das alles vorkommen, wenn man die Videospielvorlage gespielt hat. Denn der Film macht eins, was viele Verfilmungen vorher nicht gemacht haben: Er bezieht sich eins zu eins auf das Spiel.

Da werfen sich die Anwälte im wahrsten Sinne des Wortes die Beweise um die Ohren und finden erst in der Verhandlung alle nötigen Beweise. Das ist wahrscheinlich das Geheimnis, warum der Film so kurzweilig ist. Man fühlt sich wie im Spiel, man kennt alle Beweise und muss sie nur noch so deuten, dass das Geheimnis gelüftet wird. So wird das Spiel zum Film, verliert aber nie seine erzählerische Linie. Die ist aber leider auch die Schwäche des Films. Die Gerichtsverhandlungen sind wirklich spannend und lädt zum mit ermitteln ein. Der Rest jedoch ist Handlung vom Fließband. Da hat sich wirklich niemand ein Bein ausgerissen. Das ist schade, da sie so dem Film doch einige Wertungspunkte nehmen.

Insgesamt kann man sich Ace Attorney aber sehr gut anschauen. Er ist weitestgehend kurzweilig, wenn auch mit über zwei Stunden etwas zu lang. Und auch wenn die Schauspieler durchweg over-acten, kann man das verschmerzen, weil es doch irgendwie alles zusammen passt. Das Magnum Opus der Videospielverfilmungen ist so doch noch nicht erreicht, aber Hollywood kann sich hier mal eine Scheibe abschneiden, wenn es demnächst an „Warcraft“ und „Assassin’s Creed“ geht. Doch dazu ein andermal. Heute ging es um „Ace Attorney“, den ich vor Allem für Japan- und Videospielfans empfehlen kann. Alle anderen könnten ihre Probleme damit haben.

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