Kritik – 30 Days Of Night

Bei 30 Days Of Night handelt es sich glücklicherweise noch um einen Vampirfilm, in dem die Vampire nicht lediglich etwas blasser geschminkte Protagonisten einer schmalzigen Romantikkomödie sind, nein, sie machen ihrem ursprünglichen Ruf als gefährliche Bestien alle Ehre.

Die Handlung ist schnell erzählt: Der von Josh Hartnett verkörperte Eben Oleson ist Sheriff in der kleinen verschneiten Stadt Barrow in Alaska, einer der nördlichst gelegenen Städte der Welt. Die im Titel vorkommenden 30 Tage Nacht sind tatsächlich ganz wörtlich zu nehmen. Im Winter geht die Sonne in diesem kleinen Örtchen für gute vier Wochen nicht auf, welch bessere Situation können sich Nachtschwärmer wünschen..

Während Protagonist Eben Oleson (Josh Hartnett) die Dunkelheit nicht davon abhält, der hartnäckigen Kernbevölkerung Barrows, welche die Stadt nicht für einen Monat Richtung Süden verlässt, als Sheriff zu dienen, werden einige andere, wie z.B. Ebens Frau Stella (Melissa George), durch Verkettung mehrerer kurioser Unfälle und Sabotageakte an der Ausreise aus der Stadt gehindert und hängen fest. Gänzlich abgeschnitten von der Außenwelt. Wenn das mal nicht die perfekte Gelegenheit ist, um dem alten, über die Jahrhunderte fast ausgerotteten, vergessenen und sagenumwobenen Volk der Vampire wieder zu alter Stärke und Größe zu verhelfen. Und genau so kommt es auch. Gemeinsam mit ihrem Anführer Marlow (Danny Huston) marodiert die Gruppe der Vampire rücksichtslos durch die Stadt, sodass Oleson und einer kleinen Schaar Überlebender nur das Verstecken und Ausharren in einem der Häuser bleibt..

Der Film spart nicht mit Grausamkeit, überinszeniert wird diese aber auch nicht. Das Maß wird hier nicht überschritten und der Film verkommt nicht zu einem „Hack and Slay“ Massaker. Leider sind die Vampire mit Ausnahme ihres Anführers Marlow so ziemlich jeder Menschlichkeit beraubt und besitzen nicht, wie in einigen alten Vampirfilmen, z.B. „Tanz der Vampire“, noch ein gewisses (manchmal sogar gesteigertes) Maß an Umgangsformen. Dieses hätte dem Film vielleicht hier und da gutgetan, da durch die Mischung aus eigentlich vertrautem menschlichen Vehalten und gleichzeitig dieser Gewalt, der Gefahr etwas noch ungreifbareres verliehen wird. Kurz gesagt: Die Vampire sind ein wenig plump. Glücklicher Weise macht Danny Huston schauspielerisch für seine Truppe wieder einiges wett.

Die Idee, das Setting in eine kleine eisige Stadt zu legen, wo für 30 Tage die Sonne nicht scheint, gefällt mir gut. Auch wenn der Spannungsbogen vielleicht Richtung zweiter Hälfte des Filmes nicht 100% aufrecht gehalten werden kann, so finde ich doch, dass die bedrohliche Grundstimmung, verstärkt durch die fortwährende Dunkelheit, durchaus eine ganze Weile nachklingt. Der Film bietet auf jeden Fall einen hohen Unterhaltungswert und ist aus der Riege der Vampirfilm-Erscheinungen der letzten Jahre sicherlich eine der besten. Jetzt wo es doch allmählich draußen wieder etwas früher dunkel wird, macht man mit diesem Film als Abendprogramm nichts falsch.


Weitere Meinungen

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ich mochte das Setting auch unglaublich und kann bis heute nicht verstehen, warum der Film soooo schlecht bewertet wird. Klar, er ist kein Meisterwerk, aber es gibt wenigstens „echte“ Vampire.

    Gefällt 2 Personen

    1. So sehe ich dies auch, der Film ist wunderbare Horror-Vampir-Unterhaltung. Die Fortsetzungen will ich mir aber nicht anschauen.

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      1. Keine Sorge, keiner zwingt dich.

        Gefällt 2 Personen

  2. 'JOHNNIE'DONNIE' sagt:

    Ganz genau!

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