Kritik: The Walk

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„The Walk“ – (c) Sony Pictures

Ich habe ja ein gespaltenes Verhältnis zu Biopics. Genauer gesagt habe ich nicht sehr viele gesehen, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass so ein Film spannend sein kann. So konnten mich u.a. „The King’s Speech“ und „127 Hours“ nicht beeindrucken. Und auch The Walk hätte ich mir nie im Leben freiwillig im Kino angesehen. Ich meine, was kann denn daran spannend sein, zu sehen, wie ein verrückter Typ über ein Seil läuft? Doch nun saß ich in der Sneak Preview und hatte keine Wahl, ich musste den Film sehen. Und das erste mal in meinem Leben hat mich ein Biopic wirklich überrascht.


Handlung

Philippe Petit (Joseph Gordon-Levitt) will das Unmögliche wagen: einen illegalen Drahtseilakt zwischen den Türmen des World Trade Center. Unter der Anleitung seines Mentors Papa Rudy (Ben Kingsley) und gemeinsam mit einer bunt zusammengewürfelten Gruppe internationaler Helfer überwinden sie jede Menge Widerstände, Vertrauensbrüche, Meinungsverschiedenheiten und Risiken, um ihren verrückten Plan letztlich in die Tat umzusetzen.


Kritik

Seiltänzer interessieren mich kaum. Schon im Zirkus fand ich meist andere Artisten spannender, doch der Regisseur Robert Zemeckis schafft es, die Faszination daran von Anfang an rüberzubringen. Man kann zwar nicht immer verstehen, wie Petit so verrückt ist, aber seine Faszination kann man sehr gut teilen. Das ist auch ein großer Pluspunkt: Petit wird nicht glorifiziert. Es gibt immer wieder Szenen, in denen er äußerst unsympathisch rüberkommt. Als Gegenpol arbeitet dabei seine Freundin, die ihn immer wieder auf den Boden zurückholt. Diese Beziehung ist nachvollziehbar und funktioniert perfekt, ohne dass die Liebesgeschichte eine zu große Rolle im Film einnimmt.

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Petit plant seinen Coup – (c) Sony Pictures

Insgesamt wirkt der Film nie gezwungen. Auch wenn alles auf die große Show am Ende hinarbeitet, so ist die gesamte Vorgeschichte doch sehr witzig und ansprechend dargestellt. Sicherlich ist es nicht die spannendste Geschichte, aber man fühlt sich immer unterhalten und darf oft lachen. Besonders die Dialoge zwischen Gordon-Levitt und Kingsley sind pures Comedy-Gold. Aber auch alle anderen Figuren sind zu keiner Sekunde unnötig. Jeder hat seinen Sinn in der Geschichte und ist nicht nur für die Lacher dabei.

Aber wenn der ganze Film nur die Geschichte bis zum Lauf zeigen würde, wäre man doch irgendwann gelangweilt. Doch genau in dem Moment, indem es zu nerven beginnt, klettert Petit auf das Seil. Und dann geht es richtig los. Zusammen mit dem herausragenden 3D fühlt man sich so, als würde man ebenfalls auf dem Seil stehen. Da ist es nicht verwunderlich, dass manche Menschen mit flauem Magen aus dem Kino gegangen sind. So wie „Whiplash“ musikalisch ein herausragendes Ende geboten hat, bietet „The Walk“ hier ein visuelles Finale der Extraklasse. Da hat sich das 3D wirklich gelohnt.

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Petit kurz vor seinem Lauf – (c) Sony Pictures

Fazit

Alles in allem kann man sich The Walk auf jeden Fall anschauen. Der Film ist unterhaltsam und witzig, bietet gute darstellerische Leistungen und ist visuell, besonders am Ende, überdurchschnittlich. Und das 3D in diesem Film ist das beste, was ich bisher im Kino gesehen habe. So unnötig wie es oftmals ist, hier sollte man es wirklich nutzen. Ich war positiv von dem Film überrascht und empfehle ihn auf jeden Fall weiter. Es handelt sich hier jedoch nicht um ein erzählerisches Meisterwerk, sondern eher um gute Abendunterhaltung.

7


Cast

  • Regisseur: Robert Zemeckis
  • Drehbuchautor: Robert Zemeckis, Christopher Browne

Hauptdarsteller

Darsteller Rolle
 Joseph Gordon-Levitt Philippe Petit
Ben Kingsley Papa Rudy
Charlotte Le Bon Annie Allix
Clément Sibony Jean-Louis

Nebendarsteller

  • James Badge Dale
  • César Domboy
  • Ben Schwartz

Links


Weitere Meinungen

 

  • Schnitt: 7,0/10

7

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