So, heute versuche ich mal was neues. Natürlich handelt es sich bei der Seite „Filmexe“ um eine Seite über Filme und Serien, sonst hätten wir uns ja auch Medienexe nennen können. Aber in der heutigen Zeit kommt es ja immer mal wieder zu Vermischungen von verschiedenen Medien. So ist das inzwischen auch bei „Game of Thrones“. Das Entwicklerstudio Telltale Games ist seit Jahren dafür bekannt, aus bekannten Geschichten eine neue, interaktive zu machen, deren Ende man teilweise beeinflussen kann. Ende 2014 haben sie damit begonnen, eben „Game of Thrones“ eine eigene Videospiel-Staffel zu schenken, die mit der ersten Episode Iron From Ice beginnt.
Die Staffel beruht dabei nicht auf den Büchern, wie z.B. bei den „Walking Dead“-Spielen, sondern auf der Serie und ist dabei kurz nach der dritten Staffel angesiedelt. Zumindest beginnt die erste Episode mit der roten Hochzeit, die jedem Serien-Kenner bekannt vorkommen sollte. Dort wird das Oberhaupt des Hauses Forrester, treuen Untergebenen der Starks, umgebracht, wodurch eine Kette an Ereignissen in Gang gesetzt wird. Da die Familie dabei an vielen Orten des Landes verteilt ist, trifft man auch bekannte Figuren aus der Serie, wie Cersei Lannister (Lena Headey), Tyrion Lannister (Peter Dinklage), Margaery Tyrell (Natalie Dormer) und Ramsay Bolton (Iwan Rheon), die alle von den Originalschauspielern synchronisiert wurden. Alle anderen Figuren sind neu im Universum.
Dadurch, dass es wenige Überschneidungen mit der Serie gibt, kann sich die Geschichte völlig frei entfalten und genau das ist die Stärke der Telltale-Spiele. Es geht hier nicht um Autorennen und aufregende Kämpfe. Man spielt die Handlung mithilfe von Dialogen, die man zu 90% selber bestimmen kann. Und bei „Game of Thrones“ heißt das: Eine falsche Entscheidung, ein falsches Wort und es rollen Köpfe. Besonders, wenn man es dann mit Ramsay Bolton oder Cersei zu tun hat, muss man sich über jede Antwort dreimal Gedanken machen. Und das macht dann am Ende die Spannung des Spiels aus. Es ist faszinierend, wie spannend einfache Dialoge sein können. So wie die Serie dies perfektioniert hat, treibt es das Spiel durch die Interaktivität auf die Spitze.
Leider gibt es dann aber auch wieder viele Szenen, die nur zum Charakterisieren der Figuren da sind. Das ist natürlich notwendig und nicht zu umgehen, fördert aber auch nicht gerade die Spannung. Da läuft man sinnlos durch sein Zimmer und klickt zufällig Gegenstände an, nur um etwas über die Vergangenheit der Figur zu erfahren. Das kann man sicherlich cleverer lösen, aber an der generell spannenden Handlung ändert sich dadurch auch nichts mehr.
Also lohnt sich das Kaufen des Spiels? Ich würde sagen ja. Fans der Serie werden hier eh nichts falsch machen, alle anderen verstehen sowieso nichts von der Handlung. Insofern ist das Käuferfeld ja schon mal eingegrenzt. Die Stärken der Serie sind auch hier ersichtlich, nur leider kommen auch ein paar Schwächen dazu. Man kann über die Laufzeit der Episode, die mit ca. drei Stunden schon länger ist als eine Episode der Serie, einfach nicht die nötige Spannung halten. Aber mit der Interaktivität wird das wieder wett gemacht. Ich kann das Spiel nur empfehlen und habe viel Hoffnung für die kommenden 5 Episoden.
Dies war nur ein kleiner Exkurs zu Videospielen. Das bleibt sicherlich die Ausnahme, aber ich dachte besonders für „Game of Thrones“-Fans wäre dies ein interessanter Artikel. Vor allem, weil man kein harter Gamer sein muss, um das Spiel spielen zu können.
