Kritik: Zu scharf um wahr zu sein

Sonntag Abend ist für mich immer die Zeit, lustige, einfach verdauliche Filme zu schauen. Und so war es auch wieder diesen Sonntag. Da hatte ich endlich die Gelegenheit, eine Komödie zu gucken, die ich schon ewig auf meinem Zettel stehen hatte: Zu scharf um wahr zu sein. Bitte fragt nicht, warum ich ausgerechnet diesen potentiell schlechten Film mit einem so lächerlichen Titel sehen wollte. Ich weiß es selber nicht, irgendwie fand ich das Thema ganz witzig. Immerhin kannte ich bisher keinen Film, der eine ähnliche Idee hatte. Aber vielleicht überzeugt Euch ja die Handlung.

Kirk (Jay Baruchel) ist ein typischer Loser. Er arbeitet am Flughafen und prüft die Besucher auf Waffen. Dazu möchte er seine Ex-Freundin aus Mangel an Alternativen zurückgewinnen, obwohl er sie gar nicht richtig mag. Doch dann trifft er am Flughafen die wunderschöne Molly (Alice Eve), die Kirk sofort sympathisch findet. Und so entwickelt sich eine Liebesgeschichte zwischen den beiden, die weder Kirks Freunde (u.a. Nate Torrence), Molly beste Freundin (Krysten Ritter), Kirks Familie noch seine Ex-Freundin (Lindsay Sloane) verstehen.

Und, überzeugt? Sicherlich nicht, das kann ich auch verstehen. Dabei ist der Film wesentlich besser, als seine Handlung vermuten lassen würde. Genauer gesagt war ich sogar extrem überrascht, wie gut mir der Film gefallen hat. Kurz gesagt war er witzig, die Figuren war sympathisch und er war zu keiner Sekunde langweilig. Zuletzt habe ich die Kritik zu „Zoolander“ geschrieben und von dem war ich extrem enttäuscht, weil er einfach nicht so witzig war und die Handlung total austauschbar war. Das ist hier anders. Der Film lebt von seiner Handlung. Auch wenn es nur um die Beziehung zwischen Kirk und Molly geht, so ist der Twist, dass sie viel besser aussieht als er, doch ausreichend, um die Geschichte interessant zu gestalten. Hier entstehen die Witze aus den Situationen, die die Handlung schafft, und werden nicht einfach nur aneinandergereiht.

Kirk: How is this not gay?

Devon: I think there is nothing gay about it. The fact you are letting a straight married man shave your testicles. I think that makes you one of my most macho guys alive.

Zudem passen alle Figuren gut zusammen. Natürlich ist der Film auf Baruchel und Eve aufgebaut, doch auch die Nebendarsteller können überzeugen. Besonders Kirks total dumme Familie ist allein das Ansehen wert. Ich habe selten einen Film erlebt, in dem jeder Charakter an sich sympathisch wirkt. Selbst der potenzielle Bösewicht entpuppt sich am Ende dann doch als netter Kumpel. Das ist an sich ganz nett, aber ein Problem. Jeder Film braucht eine gewisse Dramatik und die entsteht hier einfach nicht. Sie wird gebraucht, um Spannung aufrecht zu erhalten, es gibt aber Grund dafür. So wird die Dramatik plump aufgebaut, bzw. einfach nur vorrausgesetzt. Das schmälert im Endeffekt leider doch den Gesamteindruck.

Dieser ist aber doch sehr positiv von meiner Seite aus. Zu scharf um wahr zu sein macht sehr vieles richtig, aber eben auch einiges falsch. So wie bei vielen weiteren Komödien zünden nicht alle Witze, aber zumindest im Vergleich zur sogenannten Kultkomödie „Zoolander“ habe ich hier mindestens viermal so viel gelacht und dazu auch noch mit den Figuren mitgefiebert. So kann man dem Regisseur Jim Field Smith nur gratulieren, eine schön andere Komödie gedreht zu haben, die mich zumindest extrem überrascht hat.

7

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