Kritik: Shrek

Ja, von der Zeit habe ich ja schon genug gesprochen in den letzten Tagen. Gestern Abend habe ich dann jedoch glücklicherweise mal zwei Stunden Zeit gefunden, die ich mit einem netten Film füllen konnte. Und da habe ich mir den Animationsfilm Shrek aus dem Jahre 2001 ausgesucht. Ich hatte den Film das letzte mal vor vielen Jahren gesehen und hatte nur noch einzelne Szenen im Kopf. Was ich jedoch wusste: Ich fand den Film schon immer toll. Ob sich dieses Bild bis heute gehalten hat oder ob ich den plötzlich doof fand, versuche ich nun mal zu klären.  


Inhalt

Der Oger Shrek (gesprochen von Mike Myers) möchte nichts anderes machen, als allein in seinem Sumpf zu leben. Doch erst wird die Ruhe durch einen sprechenden Esel (Eddie Murphy) gestört und dann durch weitere Fabelwesen. Sie alle werden vom bösen Lord Farquaad (John Lithgow) gejagt, der nur noch eine Prinzessin heiraten muss, um König zu werden. So verspricht der Lord Shrek, ihm seinen Sumpf wiederzugeben, sollte der Oger die Prinzessin Fiona (Cameron Diaz) aus einem Turm zu befreien. Und so beginnt die Reise von Shrek und Esel…


Kritik

Bei Animationsfilmen gibt es für mich immer das Problem, dass sie einfach nicht gut altern. „Toy Story“ kann man sich meiner Meinung nach gar nicht mehr angucken in einer Zeit, in der selbst Handy-Spiele besser aussehen. Dieses Problem hat „Shrek“ theoretisch aus, die Animationen sind teilweise, besonders bei den Menschen, sehr hölzern und teils fast gruselig. Aber das hält sich in Grenzen, man kann den Film trotzdem genießen, die Frage ist nur, wie lange noch. Im Vergleich zu heutigen Animationsfilmen hinkt der Film leider stark hinterher.

Dennoch sollte man besonders das Wort „genießen“ betonen, denn „Shrek“ ist einfach gekonnt anders und vor Allem ungewohnt schwarzhumorig, wie man es vorher nicht von Animationsfilmen kannte. Deshalb muss man den Film auch von zwei Blickpunkten aus betrachten. Die eine Hälfte des Films bearbeitet den Zuschauer mit unglaublichen Witzigen Szenen, Sprüchen und Situationen, die nie fehlschlagen. Die andere Hälfte ist dann jedoch eine Liebesgeschichte, die zwar eine gute Grundaussage besitzt, insgesamt jedoch einfach nur seltsam und für mich nicht nachvollziehbar war. Schlecht ist diese Handlung zwar nicht, kann aber nicht mit dem grandiosen Rest mithalten.

Der Film lebt unter anderem von den ganzen Anspielungen auf Märchen, aber auch auf Disney. Wenn Farquaads Schloss eine Kopie vom Disneyland ist oder Farquaad die Wahl zwischen Schneewittchen und Fiona hat, dann muss man einfach schmunzeln. Die Anspielungen sind nie plump und oft auch nur im Hintergrund, sodass man für aufmerksames Zuschauen auch noch belohnt wird. Als Tipp: Ich würde immer mal die Bärenfamilie beobachten, auch wenn es ziemlich traurig ist. Insofern macht das der Film wirklich nichts falsch. Die Schwächen liegen wirklich mehr in der Geschichte.

Donkey: So where is this fire-breathin‘ pain in the neck, anyway?

Shrek: Inside, waiting for us to rescue her.

Donkey: I was talkin‘ about the dragon, Shrek.

Diese ist aber auch bewusst einfach gehalten, um dafür den Charakteren viel Raum zu geben. Wer denkt, Shrek wäre hier der Held, der irrt. Es ist nämlich der Esel, von Murphy so perfekt und so witzig synchronisiert, dass mir keine vergleichbare Figur einfällt. Mit Shrek kann man mitfühlen, mit dem Esel kann man aber mehr lachen. Ein Esel, der sprechen kann und dadurch nie damit aufhört, ist einfach eine tolle Idee und dann hat man ihm noch so tolle Texte gegeben. Diaz als Fiona macht dagegen einen netten Job, während aber Lithgow den bösen Lord so unglaublich schmierig und genial synchronisiert. Da haben wirklich Leute gearbeitet, die was davon verstehen und nicht irgendwelche Pseudo-Stars, die es in Deutschland nur wegen des Star-Status machen dürfen.

Also mein Eindruck von früher hat sich hier wieder bestätigt. Shrek ist ein toller Animationsfilm, der anders als andere und trotzdem oder gerade deswegen zum Schreien komisch ist. Mit fällt auf Anhieb kein Animationsfilm ein, der mich so zum Lachen gebracht hat, außer vielleicht der zweite Teil, aber das ist eine andere Geschichte. Ich kann Shrek nur jedem empfehlen, der auf Animationsfilme steht oder generell auf Filme, die so gekonnt mit der Meta-Ebene spielen. Alle andere können sich dann trotzdem auf die tollen Witze und eine durchschnittliche Liebesgeschichte freuen.

8


Cast

Hauptdarsteller

Darsteller Rolle
 Mike Myers  Shrek
 Eddie Murphy Esel
Cameron Diaz Prinzessin Fiona
 John Lithgow Lord Farquaad

Links

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10 Kommentare Gib deinen ab

  1. Nicht „Toy Story“ mobben. Wenn man den einfach weiterhin auf Video guckt, ist alles prima.

    Gefällt 2 Personen

    1. staffmann sagt:

      Na gut, in so einem Fall nehme ich natürlich meine Aussage zurück 😉

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      1. Danke, ich kann gerne mal mit VHS vorbeikommen, dann kannst du Abbitte leisten.

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      2. staffmann sagt:

        Gerne, nur müsste ich dann erst ein VHS-Gerät finden.

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      3. Ich hab zwei Videorekorder.

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      4. staffmann sagt:

        Perfekt!

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  2. bullion sagt:

    „Toy Story“ funktioniert meiner Meinung nach auch heute noch perfekt, da die Qualität des Films mehr in der Animation und dem Charakterdesign als in der Qualität von Texturen und Oberflächen steckt.

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    1. staffmann sagt:

      Vielleicht bin ich in der Hinsicht auch einfach eine Grafikhure 😉

      Gefällt 1 Person

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