Gedanken der Woche: #OscarsSoWhite

Ich habe mich wirklich lange gesträubt, über dieses Thema zu schreiben, aber ich bin nun doch zu dem Schluss gekommen, dass ich doch was dazu schreiben möchte. Es geht um die erneute Nichtberücksichtigung von schwarzen Filmschaffenden bei den Academy Awards. Aufgrund dessen haben schon bekannte Darsteller und Regisseure, darunter Spike Lee und Will Smith mitsamt seine Frau, angekündigt, der Preisverleihung fern zu bleiben. Ich möchte nur in einem kurzen Text zusammen fassen, was genau kritisiert wird und versuche am Ende, meine Meinung kund zu tun. Aber ich denke, wirklich neue Erkentnisse kann ich auch nicht vermitteln. Mir ist es nur wichtig, hier doch mal über das Thema geschrieben zu haben.

Das Thema begann eigentlich schon vor einigen Jahren. Die schwarzen Filmschaffenden fühlten sich schon immer wenig beachtet, dafür sprechen zum Beispiel nur fünf Oscars für einen schwarzen Darsteller. Das Fass zum Überlaufen brachte dann im vergangenen Jahr, dass der Film über den Menschenrechtler Martin Luther King Jr. „Selma“ nur für zwei Oscars nominiert wurde: Für den besten Film und den besten Song. Auch wenn der Film für den besten Film ausgezeichnet wurde, konnte das doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass weder der Hauptdarsteller David Oyelowo, noch die Regisseurin Ava DuVernay berücksichtigt wurden. Da hat sich die Nominierung für den besten Film angefühlt wie eine Trostnominierung. Ich habe „Selma“ nie gesehen, habe aber auch oft gehört, dass es kein so toller Film sein soll. Zudem gab es in dem Jahr keinen anderen, wirklich herausstechenden schwarzen Darsteller, sodass man das alles irgendwie verkraften konnte.

Nun hat sich dieses Jahr jedoch Geschichte wiederholt. Erneut wurden nur weiße Regisseure und Darsteller nominiert. Und dieses mal fallen die Ausreden nicht so leicht aus, da es wirklich mehrere Kandidaten gab, zumindest für eine Nominierung. Während Sylvester Stallone als bester Nebendarsteller für „Creed“ nominiert wurde, wurden der schwarze Hauptdarsteller Michael B. Jordan und der schwarze Regisseur Ryan Coogler nicht beachtet. Ich bezweifle nun wirklich, dass Stallone so viel besser ist als die beiden anderen. „Creed“ wird weithin gefeiert und auch Jordan wird sehr gelobt. Der andere Film, der auch nur für einen Oscar nominiert wurde, ist „Straight Outta Compton“, der unglaublich gut rezensiert wurde und auch unter den Zuschauer sehr beliebt ist. Hier hätte man sich wirklich Bein ausreißen müssen, den Film zumindest für den besten Film oder auch beste Regie zu nominieren. Wenn man sich anguckt, wer sonst so nominiert ist, wäre das durchaus möglich gewesen.

Alles in allem ist das in meinen Augen wirklich ein Armutszeugnis der Academy-Awards-Jury. Ich möchte keine Namen nennen, aber es sind schon wieder Leute nominiert worden, die nur des Namens wegen dabei sind. Viele Namen hätte man ganz einfach austauschen können gegen die, die an schwarzen Filmen beteiligt waren. Besonders die Nominierung von Stallone ist einfach ein Schlag in die Fresse der schwarzen Community. Dass er dann noch bei den Golden Globes in seiner Dankesrede Coogler und Jordan vergessen hat, passt zu der ganzen Geschichte. Es geht ja gar nicht darum, dass ein schwarzer Darsteller unbedingt einen Oscar gewinnen muss, aber zumindest eine Nominierung ist doch immer möglich. Vor allem, weil sie auch verdient gewesen wären. Da muss man einfach mehr Fingerspitzengefühl beweisen. So verliert man einfach seine Stars und irgendwann auch die Zuschauer. Auch die Preise für „12 Years a Slave“ wirken da nur wie Trost-Oscars. Zumindest wurde schon angekündigt, dass man die Jury revolutionären will, vielleicht hilft das ja. Bis dahin sollten sich viele in der Jury aber selbst hinterfragen, wie man so ignorant sein kann.

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Mirjam sagt:

    Nääää ich glaub das ist eher eine Frage der Rollenbesetzung und da gibt es ja schon den Witz des Quotenschwarzen.. Wo sieht man denn schwarze Schauspieler? Ich überwiegend in Actionfilmen oder Komödien und selten in Filmen, die es auf eine Nominierung absehen. Wenn aber mal, kriegen sie ja auch ihre Nominierungen (12 years a Slave, precious, ect…). Ich denke bei keinem der nominierten Hauptdarsteller, dass er es weniger verdient hätte als Jordan. Aber warum schwarze selten ernsthafte Rollen kriegen, Inder meistens Taxifahrer sind und Asiaten dauernd ieinen komischen Tick haben – darüber könnte man mal diskutieren.

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    1. staffmann sagt:

      Ja, das stimmt auch. Sicherlich wäre eine Nominierung von schwarzen Darstellern nur der Nominierung wegen auch schwachsinnig. Das Problem liegt ganz sicher in der Rollenbesetzung. Allein die Tatsache, dass man nur drei Filme nennen kann, die in Frage kommen, sagt schon viel aus. Allerdings führen dann alle auch die falsche Diskussion, vor allem die, die nun plötzlich die Oscars boykottieren wollen. Deswegen habe ich mich ja auch dagegen gesträubt, das Thema anzusprechen^^

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