Kritik: L.A. Confidential

Als ich zuletzt mal auf IMDb raufgeschaut habe, ist mir aufgefallen, dass mir doch recht viele Filme unter den Top 250 in meiner Vita fehlen. So habe ich es mir zum Ziel gesetzt, so viele Filme aus eben jener Liste so bald wie möglich nachzuholen. Einer dieser Filme war nun L.A. Confidential mit Russell Crowe, Guy Pearce und Kevin Spacey. Auch wenn er „nur“ auf Platz 98 liegt, so schien er es doch wert, gesehen zu werden. Ob er meiner Meinung seinen Platz in der Liste verdient hat, versuche ich nun in meiner Kritik zu klären.


Handlung

Los Angeles in den 50er Jahren: Bei einer Schießerei kommt ein Polizist ums Leben. Das gesamte Department sucht nun den Mörder, besonders drei komplett unterschiedliche Polizisten (Crowe, Spacey und Pearce). Bei ihrer Jagd nach den Mörder decken sie nicht nur einen Porno- und Prostitutionsring auf, sondern auch Korruption in den höchsten Kreisen Hollywoods…


Kritik

Ich dachte immer, das Film-Noire-Genre wäre nichts für mich. Ich hielt es einfach nie für spannend. Und da L.A. Confidential als einer der besten Vertreter des Genres gilt, hatte ich auch nie das Bedürfnis, ihn zu sehen. Aber ich habe mich in Sachen Spannung wohl noch nie so sehr geirrt. Von Anfang bis Ende hing ich am Bildschirm und konnte kaum wegschauen. Man wird einfach in dieses Gewirr an Beziehungen, Korruption und Gewalt hineingezogen ohne eine Chance auf Entkommen. Dabei ist gar nicht die große Frage, wie es endet, viel wichtiger ist einfach das Grundgerüst das Los Angeles zu der Zeit abgab. Es ist die Stadt der Filmstars und Prominenten, da ist einfach kein Platz für Gewalt in der Öffentlichkeit.

Diese Grundthematik ist hier perfekt umgesetzt und verspricht Spannung in jeder Sekunde. Einen großen Einfluss darauf haben vor allem die Darsteller. Auch wenn Kim Basinger als einzige damals für einen Oscar nominiert war und diesen auch gewann, so sind es doch die Hauptdarsteller, die auf mich den größten Eindruck gemacht haben. Besonders Crowe als brutaler Polizist, der nur für die Gerechtigkeit kämpft und Pearce als erfolgsbesessener und engagierter Department-Leiter haben mich vollends überzeugt. Spacey dagegen spielt sich selbst, das aber so gekonnt wie immer.

Auch wenn der Film nun schon fast zwanzig Jahre alt ist, so ist er doch überhaupt nicht gealtert. Ich kann es hier wohl schon vorweg nehmen: Ich fand den Film klasse. Mir fällt auf Anhieb kein Krimi (falls man ihn denn als Krimi zählen kann) ein, der mich auch nur annähernd so fasziniert hat. Ich weiß aber auch gar nicht, wieso das unbedingt so ist. Natürlich trägt die Grundthematik und das Drehbuch zu einem massiven Teil zu meinem guten Eindruck bei, großartige Kniffe bei der Regie sind mir jedoch nicht ins Auge gestochen.

Ehrlich gesagt hat mir der Name des Regisseurs nichts gesagt. Curtis Hanson hat auch nicht wirklich viel neben „L.A. Confidential“ gedreht. „8 Mile“ ist da wohl seine größte Errungenschaft gewesen. Und auch hier ist es nicht seine Arbeit, die den Film so besonders macht. Sicherlich hat er den Darstellern geholfen, so herausragend zu spielen, aber den meisten Einfluss hat hier das Drehbuch. Da stimmt meiner Meinung nach anders, während die Kameraarbeit etc. fehlerfrei, aber auch nicht so besonders ist, wie sie sein könnte. Insgesamt ist das aber überhaupt nicht störend, da so der Geschichte und den Darstellern der nötige Freiraum gegeben wird, der den Film so toll macht.


Fazit

Insgesamt kann ich nur wiederholen, dass L.A. Confidential sicherlich der beste Krimi ist, den ich bis dato gesehen habe. Ausschlaggebend dafür sind die grandiosen Darsteller, die perfekte Stimmung und das beispiellose Drehbuch. War ich vorher ein Kritiker das Film-Noire-Genres, so bin ich nun ein Fan geworden. Ich habe richtig gefallen an dem Setting gefunden und werde sicherlich noch weitere thematische Filme sehen. Wenn es ein Film schafft, mich zu einem Fan eines gesamten Genres zu machen, dann hat er schon sehr viel richtig gemacht, wenn nicht sogar alles.

9


Cast

  • Regisseur: Curtis Hanson
  • Drehbuch: Brian Helgeland & Curtis Hanson

Hauptbesetzung

Darsteller Rolle
 Kevin Spacey  Jack Vincennes
 Russell Crowe Bud White
 Guy Pearce  Ed Exley
Kim Basinger Lynn Bracken

Nebenbesetzung

  • James Cromwell
  • Danny DeVito
  • David Strathairn

Weitere Meinungen

 

  • Schnitt: 8,7/10
Advertisements

Ein Kommentar Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s