Kritik: Kung Fury

Vor zwei Jahren machte ein Trailer im Internet die Runde, der so manches versprechen ließ. In dem auf Feintrash polierten Trailer sieht man in schönster 80-er Jahre Optik den Ex-Cop Kung Fury beim Ganoven verprügeln, natürlich mit reichlich schlechten Sprüchen und verrückter Action. Dahinter verbarg sich ein Crowdfunding-Projekt, bis auf den Trailer war nämlich nichts vom Film vorhanden, dieser sollte erst noch finanziert werden. Nicht wirklich überraschend konnte der Film auch wirklich finanziert werden und so erschien letztes Jahr Kung Fury auf Youtube für jeden zugänglich. Das nenne ich doch mal Service. Ich habe es nun endlich geschafft, die Trash-Perle nachzuholen und gebe in dieser Kritik meine Meinung wieder. 


Handlung

Kung Fury ist ein ehemaliger Cop, der aufgrund eines füchterlichen Zwischenfalls zwar Super-Kung-Fu-Kräfte besitzt, doch niemals wieder mit einem Partner zusammenarbeiten möchte, auch nicht mit Triceracop. Doch just in dem Moment, in dem er seinen Job kündigt, wird die Polizei angegriffen von Hitler, auch bekannt als Kung Führer, der lange verschollen war. Kung Fury bleibt nichts anderes übrig, als in die Vergangenheit zu reisen, doch leider schickt ihn Hackerman zu weit zurück, sodass er in der Zeit der Dinosaurier und Vikinger landet.


Kritik

Bei Kung Fury handelt es sich um einen Kurzfilm, sodass ich auch nicht allzu lange darüber schreiben kann. Genug zu schreiben gibt es dennoch. Entweder bin ich nicht die richtige Zielgruppe oder ich bin einfach zu blöd für den Film, aber die überschwänglichen Lobeshymnen auf den Film kann ich nicht nachvollziehen. Sicherlich, der Film ist witzig und bietet reichlich Trash-Charme, aber wirklich lachen musste ich nie. Zudem ist die Handlung (gewollt) dumm, ohne dahinter eine gewisse Cleverness versteckt zu wissen. Ich meine, er kämpft gegen Hitler und bekommt dabei Unterstützung von Dinosauriern und Vikingern, das ist alles.

Vielleicht ist das ja extrem witzig, wenn man die Action-Trash-Filme der 80er Jahre kennt, doch leider ist das bei mir nicht so. Ich habe nie einen Film mit David Hasselhoff gesehen und habe es auch nicht wirklich vor, besonders nach diesem Film. Ich verstehe auch die ganzen Anspielungen, allerdings packen sie mich nicht so sehr wie Freunde des Genres wahrscheinlich. Andererseits bin ich aber auch ein großer Fan von Trash, doch ich habe stets ein Problem damit, wenn ein Film weiß, dass er Trash ist. Deswegen fand ich schon „Sharknado“ nicht gut. Und auch hier ist der Film darauf angesetzt, wie Trash zu wirken. Er ist es aber nicht, der Film weiß genau, welche Zielgruppe er bedient und was diese erwartet.

Das führt mich wieder zu meinem anfänglichen Problem: Ich bin nicht Teil der Zielgruppe. Und das macht weite Teile des Spaßes kaputt. Das soll aber nicht heißen, dass man den Film nicht sehen kann, im Gegenteil. ich habe es nicht bereut, ihn zu sehen, hier haben sich die Macher wirklich was getraut. Sieht man davon ab, dass die Macher das Geld schon vor der Veröffentlichung des Films bekommen haben, könnte man sagen, dass man hier ein großes Risiko eingegangen ist. Man merkt aber auch, dass die Macher unglaublich viel Spaß beim Dreh hatten und egal, wie wenig man mit dem Genre anfangen kann, dieser Spaß projeziert sich auch auf den Zuschauer.

Abschließend muss ich noch etwas zur Tricktechnik sagen, die hier genutzt wird. Man merkt natürlich, dass man nicht „Avatar“ guckt, aber das braucht man auch nicht. Die Special-Effects sind Teil des Stils und bedenkt man die geringen finanziellen Mittel, so ist das wirklich beeindruckend. An dieser Stelle auch noch ein Lob an Hauptdarsteller und Regisseur David Sandberg, der den dummen Cop toll rüberbringt. Noch beeindruckender wird es, wenn man daran denkt, dass er zu 100% vor dem Greenscreen gedreht hat.


Fazit

Kung Fury ist leider nicht das geworden, was ich mir erhofft habe. Fans des Genres und des gesamten Stils haben sicherlich die besten dreißig Minuten ihres Lebens, ich dagegen konnte zwar alles wertschätzen, aber nicht genießen. Zu dumm waren die Witze, zu gewollt popkulturell die Handlung. Ich gönne wirklich allen Fans und auch den Beteiligten allen Spaß mit dem Film, ich selber hatte ihn jedoch nur im begrenzten Maße.

5


Cast

  • Regisseur: David Sandberg
  • Drehbuch: David Sandberg

Hauptdarsteller

Darsteller Rolle
David Sandberg Kung Fury
Jorma Taccone Adolf Hitler
Leopold Nilsson Hackerman

Nebendarsteller

  • Andreas Cahling
  • Erik Hörnqvist
  • Frank Sanderson
  • Eleni Young
  • David Hasselhoff

Links


Der Film


Weitere Meinungen

  • MWJ – 7/10

 

  • Schnitt: 6,0/10

6

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. donpozuelo sagt:

    Echt? Schade! Ich fand den echt witzig… und würde mir tatsächlich auch eine Langfassung davon angucken wollen. 😀

    Gefällt 1 Person

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