Kritik: Disceptatio

Asche auf mein Haupt. Die folgende Kritik zum Kurzfilm DISCEPTATIO war größtenteils schon vor einigen Wochen fertig, jedoch wusste ich einfach nicht, wie ich sie beenden soll, oder in welchen Rahmen ich sie einbette. Nachdem die Bestätigung kam, dass dieser Film von unserem Podcast-Mitstreiter Tim Augurzke bei den Filmfestspielen von Cannes laufen wird, war die aufgeschobene Veröffentlichung dieses Artikels natürlich umso ärgerlicher. Nichtsdestotrotz soll hier und heute die vollendete Version der Kritik erscheinen. Tim, ich wünsche weiterhin viel Erfolg mit DISCEPTATIO und dem nächsten Projekt bei Outlast Pictures.


So, wie fange ich nur diese Kritik an.. denn ich gestehe, ich bin befangen. Womit das zusammenhängt? Nun, ich kenne einen der beiden Regisseure dieses Kurzfilms, und diejenigen von Euch, die unseren Podcast hören, dürften seine Stimme und seine Podcast-Specials über das Filmgeschäft schon kennen. Tim Gerrit Augurzke und Tobias Wolters haben „Disceptatio“ gedreht – aus dem Lateinischen für ‚Debatte/Aussprache‘. Besonders schlecht habe ich hier bei Filmexe noch keinen Film bewertet, und dies fiele mir, wie ich denke nachvollziehbar, umso schwerer, wenn ich mit dem Schöpfer des Film auch in Zukunft noch gemütlich Podcasts aufnehmen möchte. Doch er hat mich um eine Kritik gebeten, wie für jeden anderen Film auch. Glücklicherweise – soviel möchte ich vorwegnehmen – hat mir Disceptatio wenig Gründe geliefert, weshalb er bei meiner Kritik schlecht wegkommen sollte.


Handlung

Die Handlung des Films ist wirklich nicht leicht in Worte zu fassen, was aber in gewisser Weise für den Film sprechen mag. Denn vieles muss sich der Zuschauer gedanklich selbst zusammenbauen, um die einzelnen Szenen logisch/inhaltlich miteinander zu verknüpfen. Connors (Chris Nachtigall) Welt scheint erschüttert zu sein. Soll alles, was er glaubte, in seiner Freundin (Beatrice Glagow) gefunden zu haben, ein so instabiles Konstrukt seiner Fantasie gewesen sein? Wir folgen Connor in seine Gedankenwelt und tauchen ab in einen Agentenfilm, in dem Connor noch einmal nach Gründen und Wahrheit sucht.


Kritik

Von Minute zu Minute  lässt sich die Handlung und die Intention des Film aufblättern. Bei einer Spiellänge von 18 Minuten fällt es zum Glück nicht so schwer, sich den Film mit ein, zwei Tagen Abstand ein weiteres Mal anzusehen, was Discepatio meiner Meinung nach gut tut. Die wenigen Sätze, die ich oben zur Handlung geschrieben habe, sind zum Teil meine eigene Interpretation des Films, ich habe mit Tim nämlich nicht über den Film gesprochen und habe mir auch keine Erklärung des Films durchgelesen. Ich kann mir deshalb gut vorstellen, dass durchaus andere Interpretationen zustande kommen können. Ich gestehe, dass ich nach dem ersten Anschauen des Films ein wenig ratlos war, was denn da in diesen 18 Minuten passiert ist. Der Protagonist Connor als Agent, und trotzdem trägt er diesen seltsamen Pullover? Einiges erschien mir unstimmig. Umso mehr Spaß macht es mir jetzt, nachdem ich Disceptatio mehrfach gesehen habe, über den Film nachzudenken und zu schreiben, da die meisten Elemente plötzlich schlüssig und durchdacht erscheinen. Genau dass muss ein Kurzfilm vermutlich schaffen, schließlich gibt es nicht genügend Zeit, um Charaktere mit all ihren Facetten vorzustellen, es sein denn, man macht diese „Charakterstudie“ zum Thema des Films. Disceptatio zeichnet viele stimmungsvolle Bilder, eines davon in der Mitte des Films, wo Connor mitten in der Einöde bewusstlos aus einem Auto abgeworfen wird und anschließend von zwei schwarz gekleideten, bewaffneten Kämpfern weggeschleppt wird. Wie diese dabei aus dem im Hintergrund liegenden Wald stolpern, hat zusammen mit der tollen, eigens für den Film komponierten Musik eine gewisse Mystik, die mir gut gefallen hat. Überhaupt fand ich den Einsatz der Musik, wenn auch beim Dialog vielleicht etwas zu viel, mit dem Crescendo gegen Ende sehr gelungen. Viel mehr kann ich in diese Kritik auch leider gar nicht schreiben, da meiner Meinung nach vieles, was der Film zu bieten hat, vom Zuschauer und seiner eigenen Sichtweise und Verbindung zu den einzelnen Elementen des Film abhängt. Insofern glaube ich nicht, dass der Film nur eine kleine Zielgruppe besitzt, da vermutlich fast jeder das ein oder andere aus Disceptatio mitnehmen kann.


Fazit

Ein Film, der wächst, desto öfter man ihn sieht. So geht es mir mit Musik auch oft. Wie auch der Rest der Filmexe-Crew freue ich mich über die positive Resonanz auf den Film und kann diese nur bestätigen. Für alle, deren Interesse geweckt worden sein sollte, gibt es hier den offiziellen Trailer zum Film von Tobias Wolters und Tim Augurzke:

 

8


Cast

Regisseur: Tobias Wolters, Tim Augurzke

Hauptdarsteller

Darsteller Rolle
Chris Nachtigall Connor
Beatrice Glagow Lazarus, Connors Freundin

Filmfestspiele Cannes Eintrag DISCEPTATIO

Outlast Pictures – Facebook

 

 

 

Advertisements

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. wolfgangbrunner sagt:

    Das Ganze klingt aber sehr interessant und macht mich neugierig. Und der Trailer sieht klasse aus.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s