Kritik: Pets

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(c) Universal Pictures

Dass Haustiere ein Eigenleben führen und ein geheimes Leben neben dem für die Herrchen offensichtlichen, ist sicherlich keine neue Idee, auch nicht im Animations-Genre. Allerdings hat der erste Trailer von Pets schon gezeigt, dass man sich auf sehr viel Humor gefasst machen kann und dass hier wohl ein Animationsfilm der Extraklasse auf uns zukommt. Auch ich habe mich extrem auf den Haustierspaß gefreut, mit der Befürchtung, dass der Film nicht mehr zu bieten haben könnte, als eben die hervorragenden Witze des Trailers. Nachdem ich den Film endlich gesehen habe, kann ich feststellen: Es ist von beidem etwas, sodass der Film einen schwankenden Eindruck bei mir hinterlassen hat. Was das genau heißt, könnt Ihr nun in meiner Kritik zu „Pets“ lesen.


Handlung

Die ganze Wahrheit über das aufregende Eigenleben unserer tierischen Mitbewohner beantwortet der 3D-Animationsfilm PETS. Denn wer hat sich noch nicht die Frage gestellt: Was machen eigentlich unsere Haustiere, während wir den ganzen Tag an unserem Arbeitsplatz oder in der Schule sind?


Kritik

Wer den oben verlinkten Trailer gesehen hat, wird mir sicher zustimmen, wenn ich sage, dass er unfassbar witzig ist. Jeder Besitzer eines Haustieres erkennt dieses mindestens einmal in den knapp zwei Minuten wieder. Ich als Hundehalter konnte so umso mehr über die Vertreter dieser Spezies lachen. Insgesamt kann man wohl sagen, dass das einer der witzigsten und für mich auch besten Trailer der letzten Jahre ist. Ein großes Problem von Trailern ist aber nun einmal, dass sie nicht den gesamten Film repräsentieren. So war schon „Zoomania“ ganz anders, als es der ebenso lustige Faultier-Trailer hat vermuten lassen. Auch bei Pets muss man deshalb sagen, dass die Komik der Vorschau nicht über 90 Minuten gehalten werden kann.

Größtes Problem dabei ist wohl die Tatsache, dass alle Szenen des Trailers schon in den ersten zehn Minuten gezeigt wurden. Während das bei „Mad Max: Fury Road“ noch ein gutes Zeichen war, weil der Action-Kracher noch so viel mehr zu bieten hatte, handelt es sich hier um den kreativen und humorvollen Höhepunkt des gesamten Films. Was danach folgt, ist eine abgekupferte und wenig kreative Geschichte, die man in anderen Szenarien schon hundertmal gesehen haben wird. Parallelen zu „Toy Story“ können dabei nicht zufällig sein, ohne den Machern von „Pets“ Böses unterstellen zu wollen, aber die Handlung ist einfach eins zu eins kopiert.

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(c) Universal Pictures

Diese Tatsache an sich ist allerdings nicht so schlimm, wenn sie gut funktionieren würde. Vielmehr werden aber ewig viele Figuren in Form von Haustieren eingeführt, die für einen Witz taugen, sonst allerdings nichts zur Handlung beitragen. Es scheint fast so, als hätte man erst den Trailer produziert und musste sich danach noch eine Handlung überlegen. Das Endergebnis ist nämlich ein Stückwerk aus mehr oder minder witzigen Situationen und weiteren Gags über die Tiere. Dabei bleiben dann leider die Charaktere auf der Strecke, denn selbst die drei vier Hauptfiguren konnten mir in keinster Weise nahe gebracht werden. Sie waren mir am Anfang egal und sie waren es am Ende. Das ist dann normalerweise schon das Todesurteil für einen Film.

Zudem zünden dann viele Witze nicht, wenn man sich in anderes Fahrwasser traut. Beruht man sich auf die bekannten Witze des Trailers, funktioniert es perfekt, ansonsten hat der Film aber auch in diesem Gebiet nicht viel zu bieten. Das alles führt dann aber trotzdem dazu, dass ich dem Film nicht sauer sein kann. Man merkt einfach an jeder Szene, dass man so viel mehr vor hatte, aber nicht die tollen Ideen hatte, die Geschichte irgendwie noch weiter zu bringen. Da wären wohl noch ein paar Stunden kreative Arbeit besser investiert gewesen.

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Woran ich aber überhaupt nicht rummeckern kann, sind die Animationen. Jede Szene ist wunderschön animiert und auch in Szene gesetzt. Das hat dann zur Folge, dass die Tiere trotz ihrer übertriebenen Darstellung immer noch realistisch wirken und so das Bild von typischen Haustieren noch verstärken. Genau das wird dann auch dazu führen, dass viele Zuschauer an dem Film ihren Spaß haben werden. Es sind eben genau die Szenen, die ich schon positiv erwähnt habe, die einen Kinobesuch doch irgendwie belohnen. Dafür muss man dann auch über die Schwächen hinwegsehen, aber bei den aktuellen Kinocharts scheint das den meisten Kinogängern eh nicht schwer zu fallen.


Fazit

Pets kann die hohen Erwartungen nach dem Trailer leider nicht erfüllen. Die tollen Witze mit und über die Haustiere werden immer wieder durch die langweiligen Figuren und die uninspirierte Geschichte unterbrochen. Animationsfans und Haustierhalter kommen aber auf jeden Fall auf ihre Kosten, wenn sie über die genannten Schwächen hinwegsehen können. Alle anderen, mich eingeschlossen, werden aber wohl so ihre Probleme mit dem Film haben.

6


Cast

  • Regisseur: Yarrow Cheney, Chris Renaud
  • Drehbuch: Cinco Paul, Ken Daurio, Brian Lynch

Hauptdarsteller

Sprecher Figur
Louis C.K. Max
Eric Stonestreet Duke
Kevin Hart Snowball
Jenny Slate Gidget

Nebendarsteller

  • Ellie Kemper
  • Albert Brooks
  • Lake Bell
  • Dana Carvey
  • Hannibal Buress
  • Bobby Moynihan

Weitere Meinungen

 

  • Schnitt: 6,9/10

7


Weitere Filme von Illumination Entertainment

  • Ich – Einfach unverbesserlich (2010)
  • Hop (2011)
  • Der Lorax (2012)
  • Ich – Einfach unverbesserlich 2 (2013)
  • Minions (2015)
  • Pets (2016)
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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. BOB sagt:

    Es war der erste Film, den unsere fünfjährige Tochter je im Kino gesehen hat, von daher habe ich nun eine gewisse emotionale Bindung zu dem Film. Das ändert allerdings nichts daran, dass ich den Film fürchterlich einfallslos und bestenfalls mittelmäßig fand.
    Die Animationen sind gut, aber irgendwie erwarte ich das im Jahr 2016.

    Die Figuren sind allesamt charakterlos. Einzig dieses verdammte Häschen stach heraus und ging mir durch seine Eindimensionalität und das ständige stumpfe Geschreie furchtbar auf den Wecker.

    Ich mag ein Pessimist sein, aber von einem Film mit animierten Tieren hatte ich nichts anderes erwartet und bislang ist „Rango“ immer noch der beste Film in diesem Bereich.

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