Kritik: School of Rock

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Quelle: giphy.com

Ich muss an dieser Stelle leider gestehen, dass mir das Gesamtwerk von Jack Black nicht wirklich bekannt ist. Ich kenne „Tropic Thunder“, was aber vielmehr ein Ensemble-Film ist, aber ansonsten ist er mir nur als dicker Comedy-Dauergast bekannt, der irgenwie ins Kinogeschäft gerutscht ist und den keiner so wirklich leiden kann. Wie sehr ich mich in dieser Einschätzung aber getäuscht habe, zeigt der Film School of Rock von Richard Linklater, in dem Black als erfolgloser Rocker einer Grundschulklasse das Rocken beibringen möchte. Hier zeigt er, wieso er es verdient hat, in Hollywood zu existieren, und dass eine Bereicherung für jeden Film sein kann. Wieso mich dieser auch insgesamt überzeugen konnte, erfahrt Ihr nun in meiner Kritik.


Handlung

Dewey Finn fliegt aus seiner Rock-Band – und das ausgerechnet vor einem großen Auftritt beim „Battle of the Bands“-Wettbewerb. Außerdem leidet er zunehmend unter wachsenden Schulden und Depressionen. Noch wohnt er für lau bei seinem guten Freund Ned, doch dessen Verlobte will, dass der Taugenichts auszieht. So darf es nicht weitergehen, das steht fest. Eines Tages ruft die Direktorin einer Privatschule bei Ned an. Dewey geht ans Telefon und gibt sich kurzerhand für Ned aus, womit er einen Job als Lehrer ergattert. Schell bemerkt er, dass die Kinder seiner Klasse musikalisches Talent besitzen. Er weicht mit seinem Unterricht also vom Lehrplan ab und macht die Kids fit für den „Battle of the Bands“-Wettbewerb. Das mag nicht jedem in der Schule gefallen, die Schüler jedoch fangen bald begeistert an zu schrammeln…


Kritik

Eigentlich habe ich mir ja nicht viel von School of Rock erwartet. Immerhin ist der Star des Films Jack Black, den ich aus den oben genannten Gründen falsch eingeschätzt habe, und zum anderen führt Richard Linklater Regie, den ich nur für „Boyhood“ kannte und den fand ich unfassbar überschätzt. Doch schon bei der ersten Einstellung wird klar, dass die beiden zusammen die perfekte Mischung ergeben. Der Film startet mit einem Konzert, bei dem jeder Beteiligte, vor und hinter der Kamera, Spaß gehabt haben musste. Selbst Filme, die sich nur auf Musik beschränken, schaffen es nicht, die Leidenschaft so rüberzubringen.

Da sind wir dann auch schon bei einem der zwei bestimmenden Themen des ganzen Films: Die Rockmusik. Ich selbst höre Rock sehr gerne, kenne ich mich auch Musikhistorisch nicht wirklich gut in dem Genre aus. „School of Rock“ schafftt es aber eindrucksvoll, mich noch mehr an dem Genre zu begeistern. Wenn im Autoradio „The Immigrant Song“ läuft oder Jack Black den Kindern „The Dark Side of the Moon“ als Hausaufgabe mitgibt, dann regt sich selbst in mir etwas Wissen über die Musik und die Freude, die man an dem Genre erleben kann. Leute, die so gar nichts mit Rockmusik anfangen können, werden aber wohl nicht sehr glücklich mit dem Film. Allerdings reicht meiner Meinung nach schon ein gewisses Interesse daran, um sich hier voll drauf einlassen zu können.

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Das andere Thema des Films ist die Beziehung zwischen Jack Blacks Rolle und den Kindern. Während er ihnen mithilfe der Musik einen Weg aus dem elitären Zwang ihrer Eltern zeigt, zeigen sie ihm, dass es sich lohnt, für etwas zu arbeiten. Auch hier passt so gut wie alles zusammen, weil man mit Jack Black auch die beste Besetzung gefunden hat. Entwerder ist es perfekt gespielt oder er hatte wirklich Freude daran, mit den Kindern zu arbeiten. Ich glaube nämlich, dass nicht viel von dem Film gespielt ist. Sicherlich musste man die Handlung grob beisammen halten, aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass man Jack Black einfach mal mit den Kindern hat spielen lassen. Das sieht man dann auch in den Szenen und wirkt sich so auf die Qualität des Films aus. Die Beziehungen zwischen Black und den Kindern ist nämlich nicht nur authentisch, sondern vor allem auch toll dargestellt.

Ansonsten kann man dem Film eigentlich nichts vorwerfen. Das, was er erzählen möchte, erzählt er mit Bravour und verzichtet dabei glücklicherweise auf Genre-Standarts, die es sonst überall gibt. So muss man sich nicht durch eine halbgare Liebesgeschichte qüalen und auch das große Problem, das dann doch noch überwunden werden muss, wird hier angenehm kurz behandelt. Einzig ein paar Szenen mit Leerlauf muss man verkraften, immerhin gibt es immer wieder Situationen, die den Werdegang der Band zeigen. Dort hätte man vielleicht kürzen oder umschreiben können, ansonsten habe ich aber nicht zu meckern und das ist schon selten.

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Fazit

School of Rock ist am Ende eine extreme Überraschung geworden. Ob es nun daran liegt, dass ich keine Erwartungen hatte oder dass es einfach ein großartiger Film ist, sei mal dahingestellt. Ich für meinen Teil hatte aber sehr viel Spaß an dem Film und kann ihn nur jedem empfehlen, der irgendwie was mit Rockmusik am Hut hat. Alle anderen können sich an der tollen Beziehung zwischen Lehrer und Kinder erfreuen, sodass nun wirklich für jeden was dabei sein müsste.

9


Cast

  • Regisseur: Derek Cianfrance
  • Buchvorlage: M. L. Stedman

Hauptdarsteller

 Darsteller Rolle
Michael Fassbender Tom Sherbourne
Alicia Vikander Isabel Graysmark Sherbourne
Rachel Weisz Hannah Roennfeldt

Nebendarsteller

  • Bryan Brown
  • Jack Thompson
  • Florence Clery
  • Caren Pistorius

Weitere Meinungen

 

  • Schnitt: 8,7/10

9

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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Filmschrott sagt:

    Jack Black ist halt streng genommen kein wirlich guter Schauspieler. Am stärksten ist er tatsächlich, wenn er eine Version von sich selbst spielt, wie eben in School Of Rock. Ich mag den Typen aber an sich ganz gerne. Weitere stare Rollen von ihm sind die in „High Fidelity“ und natürlich „Tenacious D – Kings Of Rock“. Und ebenfalls sehenswert, weil eine schöne Liebeserklärung an den Film im Ganzen ist „Be Kind Rewind – Abgedreht“.
    Man darf nur nicht den Fehler machen, Black in ernsten Rollen anzugucken. Wenn man King Kong reinschmeißt, hat man quasi direkt verkackt. Was zwar nicht nur an Black liegt, aber eben auch, weil er einfach kein guter Schauspieler ist.

    Gefällt 3 Personen

  2. tarlucy sagt:

    Ich finde auch, dass ist mit einer seiner besten….leider sind die neueren – für mich – nicht so überzeugend…

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  3. filmgeist9 sagt:

    Bei Jack Black scheiden sich auch bei mir die Geister. Es gibt gute und auch sehr schlechte. „School of Rock“ ist aber eine Perle. Jack ist in seinem Element, er weiß was er spielt. Zwar genießt er noch keinen Kult- Status wie die Blues Brothers, aber er rockt genau so wie der große Bruder. Ein Film zum immer wieder ansehen!!! AMEN

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  4. Gott, ich liebe den Film. Da steht und fällt es aber auch mit der Besetzung. Hätte man da nicht so einen Typen wie Black hingesetzt, dem man musikalisch nix vormachen kann, wäre das doofe Pseudokacke geworden. Rock wieder als Rebellentum. Das wünsche ich mir für jede Generation. Vor allem in der Schule. Ich sage dir, ich habe die Leute im Musikunterricht so gequält. *lach*

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  5. filmlichter sagt:

    ‚School of Rock‘ ist ein von vorne bis hinten sympathischer Film, bei dem man wirklich jeder Szene anmerkt wie viel spaß alle Beteiligten hatten!
    Der Meinung, dass Black kein guter Schauspieler ist möchte ich allerdings widersprechen. In seiner anderen Linklater-Killaboration ‚Bernie‘ ist er zum Beispiel hervorragend und ganz sicher keine Version seiner selbst. Er hat allerdings bei der Auswahl seiner Rollen (oder den Angeboten, die er bekommt) nicht immer ein glückliches Händchen und landet gelegentlich in ganz großem Mist.

    Gefällt 1 Person

    1. Staffmann sagt:

      Ja, das Gefühl habe ich auch zu jeder Sekunde gehabt. Das sieht man ja auch an dem Foto, was sie zum Wiedersehen gemacht haben. Da haben sich bestimmt auch einige Freundschaften gebildet.
      Zu Blacks Schauspielerei kann ich ja sonst leider nicht viel sagen..

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