Kritik: Der Vollposten (Quo Vado)

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Checco Zalone in „Quo Vado – Der Vollposten“ (c) Weltkino

Eines möchte ich tatsächlich vorwegnehmen: Staffmann und ich haben diesen Film beide zur Pressevorführung gesehen und wir beide waren hinterher nicht sonderlich scharf darauf, die Kritik zu diesem Film zu schreiben. Was wiederum daran liegt, dass es wohl bei uns beiden nicht sonderlich gut wegkommt. Wobei ich dem „Vollposten“ noch ein klein wenig mehr abgewinnen konnte.Warum uns der Film so gar nicht abholen konnte, versuche ich jetzt einmal etwas genauer zu beleuchten.


Inhalt

Protagonist Checco ist bequem – und ziemlich faul. Er hat in seinem Leben vermutlich noch keine Bratpfanne oder Bügeleisen in der Hand gehabt, zum Glück erledigt das ja auch die Mutter des 40 Jährigen für ihn. Und auch in seinem Job halten sich die Anforderungen an ihn sehr in Grenzen, als Verwaltungsbeamter der kleinen italienischen Provinzstadt genießt er die Vorzüge von Freundschaftsdiensten, kleinen Geschenken, und weiß, wie man diese vor  jeglichen Bestechungsvorwürfen absichert. Sein Leben wird komplett auf den Kopf gestellt, als landesweite Reformen greifen sollen, die den Abbau einiger Stellen des öffentlichen Dienstes auf dem Lande beinhalten. Man bietet Checco ein paar tausend Euro Abfindung, wenn er seine Stellung und seinen Beamtenstatus abgibt, anderenfalls droht ihm eine unangenehme Zwangsversetzung. Doch diese nimmt Checco in Kauf, klein kriegen werden sie ihn nicht. Und so wird er an die unterschiedlichsten Orte der Welt geschickt, an den Nordpol nach Norwegen bis nach Afrika, mit dem Ziel, ihn derart zu zermürben, dass er freiwillig seinen Beamtenstatus aufgibt. Doch Checco erweist sich als unerwartet anpassungsfähig und wird für die gesamte Personalabteiung zum teuren Ärgernis.


Kritik

Der Hauptknackpunkt ist für mich der Hauptcharakter, Checco. Ich habe überhaupt nichts daran auszusetzen, wenn ein Film den ein oder anderen Protagonisten besitzt, der komplett frei von jeglichem Allgemeinwissen, unselbständig, quengelig, stur und anstrengend ist. Schwierig wird es für mich allerdings, wenn ich diese Person über die gesamte Spielfilmlänge ertragen muss.Lediglich im letzten Drittel des Films kann Checco dann ein paar Sympathiepunkte abgreifen, nachdem sein Charakter viele Stationen auf der Welt durchgestanden und die Welt außerhalb seines Heimatnestes kennengelernt hat. Hier kann ich ja durchaus auch mit ein wenig Wohlwollen auf den Film schauen, schließlich soll der Hauptcharakter ja auch all dies im Zuschauer hervorrufen, dass verrät ja bereits der deutsche Titel „der Vollposten“ (merke: ohne f). Dennoch hat mir das Wissen darum, dass Dummheit mit Absicht stattfindet, noch nie gereicht, um diese auch dauerhaft in Kauf zu nehmen. Da war z.B. Bad Moms um einiges ausgewogener, schließlich habe ich dort tatsächlich oft gelacht und war sehr positiv überrascht, auch wenn es dort auch komplett überzeichnete Charaktere gab. Was mich zum zweiten Schwachpunkt des Films führt: Wenn ich mich recht erinnere, habe ich einmal gelacht – und das sollte bei einer Komödie nicht der Fall sein, schließlich wirbt sie mit Unterhaltung. Oder wenn sie schon nicht für Lacher sorgen kann, so muss sie doch wenigstens skurril oder absurd sein – Quo vado ist dies leider nicht.

Positiv hervorheben könnte man auf jeden Falleinige schöne Landschafts- und Naturaufnahmen, die uns durch Checcos Reisen nach Norwegen und Afrika mitgegeben werden. Leider war es das aber auch schon. Als ein wenig problematisch habe ich außerdem die episodenhafte Erzählstruktur empfunden, die nach einer 3/4 Std. dem Zuschauer das Gefühl gibt, die Handlung sei jetzt durch, die Idee ist angekommen. Jedoch folgen noch weitere Stationen, an die Checco verfrachtet wird, reist wieder nach Hause, wieder weg, usw. und man beginnt abzuwarten..


Fazit

Ich gehe davon aus, dass Staffmanns Kritik zu „Der Vollposten“ noch „vernichtender“ ausgefallen wäre – wobei ich eigentlich versucht habe, das zu vermeiden. Schließlich macht keiner von uns Filme und jedes filmische Projekt, über das wir in unserem Blog schreiben, können wir immer nur in Vergleich setzten zu all den anderen Filmen, die wir gesehen haben. Umso unangenehmer ist es mir, einem Film eine schlechte Kritik oder Wertung zu geben. Bei „Quo Vado“ – Der Vollposten sehe ich die ganze Sache aber ein wenig entspannter. Schließlich ist Hauptdarsteller Checco Zalone in Italien äußerst erfolgreich.

Quo Vado konnte bereits in den ersten drei Tagen nach Veröffentlichung 24 Mio. einspielen, bei einem Budget von 10 Mio. und ist damit der erfolgreichste italienische Film aller Zeiten! Und konnte in Italien sogar Avatar und Star Wars hinter sich lassen!

Da also meine Kritik ein Tropfen auf den heißen Stein ist, wird auch sicherlich niemand böse sein. Meine Endwertung ist eine:

5


Weitere Meinungen

 

  • Schnitt: 5,5/10
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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Du brauchst dich doch nicht dafür zu entschuldigen, dass du den Film nicht gut findest – du musst es nur begründen können. Und das ist die gelungen 😉

    Gefällt 2 Personen

  2. Immer schön raufhauen. Klingt nach einem Film, den ich mir auch eher nicht antun würde. Danke für die Abschreckung.^^

    Gefällt 2 Personen

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