Kritik: There will be blood

Und wieder einmal habe ich einen Film abgehakt, den ich seit ewigen Zeiten in meiner Liste habe. Als nächstes folgt vermutlich Sicario, auf den ich auch mehr als gespannt bin. Bei „There will be blood“ war meine Erwartungshaltung recht hoch, schließlich ist der Film zwei mal Oscarprämiert und genießt überwiegend gute Kritiken, vor allem das Schauspiel von Daniel Day Lewis wurde oft hervorgehoben. Da der inzwischen fast 10 Jahre alte Film seit längerem bei Netflix zu sehen ist, stand einem guten Filmabend nichts im Wege.

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Daniel Day Lewis als Paul Thomas Anderson in „There will be blood“ © Paramount

Handlung

Zu Beginn des Films schreiben wir das Jahr 1998 – Die Industrialisierung  in den U.S.A. ist in den vergangenen Jahrzehnten rasant von statten gegangen und die Erwirtschaftung von Rohstoffen wie Erdöl gerät dank der immens steigenden Nachfrage zunehmend in den Fokus. Gold abzubauen ist mühselig, zumindest in seiner Edelmetall-Form, das „schwarze Gold“ jedoch kann, wenn man es richtig anstellt, einem einzelnen Mann schnell zu viel Macht und Reichtum verhelfen. Und so ordnet auch Daniel Plainview (Daniel Day Lewis) alles, besonders seine körperliche Gesundheit und auch seine Empathiefähigkeit dem großen Ziel unter, das er vor Augen hat. Jahr um Jahr wächst seine Macht, sämtliche Ländereien einer kleinen Stadt pachtet er Stück für Stück und verspricht den Menschen im Gegenzug für ihr Vertrauen die lange verdiente Blütezeit des Ortes und Wohlstand für alle, die sich seiner Sache anschließen. Wie nicht anders zu erwarten war, macht sich Daniel jedoch auch viele Feinde, nicht zuletzt den jungen Prediger des Dorfes Eli Sunday (Paul Dano), welcher Paul beim Wort nimmt, als er ihm 5000$ Dollar für seine Kirche im Austausch für das Land der Sundays verspricht. Doch Plainview denkt gar nicht daran, dem fanatischen Prediger zu mehr Macht zu verhelfen. Seine einzige Devise lautet: Mehr Land, mehr Öl, mehr Geld. Doch wirklich zufrieden scheint Daniel nie zu werden…


Kritik

Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Daniel Day Lewis für diesen Film mit vielen Preisen geehrt worden ist. Bei einer Laufzeit von 158 Minuten gelingt es ihm, in jeder einzelnen Szene abzuliefern, und mir fallen im Rückblick nur zwei kurze Szenen ein, an denen er nicht beteiligt ist. Die im Vergleich zu den meisten anderen hochkarätigen (Hollywood-)Schauspielern wirklich sehr kurze Liste an Filmen, an denen Lewis mitgewirkt hat, mag eins der Geheimnisse sein, warum er  so perfekt in die verschiedenen Rollen schlüpfen kann. Und dann 3 Mal den Oscar für den besten Hauptdarsteller abzuräumen ist noch niemandem gelungen und bemerkenswert.

Wer den Film eventuell noch nicht gesehen hat aus der Sorge heraus, die Thematik könne ihn wohl nicht über 3 Stunden fesseln, sei an dieser Stelle gesagt, dass TWBB keinerlei Längen besitzt und mit solch tollen Bildern aufwartet, dass eigentlich niemand enttäuscht werden kann. Ich habe noch nie zuvor einen brennenden Ölbohrturm gesehen – und dann auch noch so atmosphärisch umgesetzt und gleichzeitig überhaupt keine Effekthascherei, schließlich fügt sich dieses Ereignis als wichtiges Element in die nachfolgende Handlung ein. Natürlich spielt auch Dano hervorragend den fanatischen Quacksalber, lediglich die allerletzte Szene im Film hat mich nicht gänzlich überzeugt, das wirkte für mich ein wenig hölzern und gestellt – vielleicht habe ich die Intention aber auch einfach nicht ganz verstanden. Eventuell mag ja jemand sein Empfinden von der Schlussszene in die Kommentare schreiben ohne gänzlich die Handlung zu verraten. Aber diese 2 Minuten tun dem Gesamteindruck des Films selbstverständlich nicht den geringsten Abbruch.

Noch ein kleiner „Fun-Fact“ zum Schluss: Die Villa, in der die letzten Szenen spielen, war zur Zeit seiner Erbauung das teuerste Wohnhaus in ganz Kalifornien – mit insgesamt 55 Räumen – und hat beinahe mehr Filmauftritte als Day Lewis hinter sich. So unter anderen wurden hier Szenen zu „The Big Lebowski“, „Social Network“, The Prestige“, „Spiderman“ gedreht.


Fazit

Absolut zurecht ein hoch gelobter Film, den ich jedem, der ihn wie ich bisher verpasst hatte, wirklich nur empfehlen kann. Gibt es unter anderem auch auf Netflix zu sehen (dieser Artikel ist nicht gesponsert). Ich kann mich hier wirklich nur sehr schwer zwischen 8 und 9 Punkten entscheiden, eine 8,5 wäre perfekt, in solchen Fällen runde ich aber auf.

9

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. donpozuelo sagt:

    Hab ich vor EEEEEEEwigkeiten im Kino gesehen und fand ihn damals nicht schlecht. Schwer, aber nicht schlecht. Aber ich glaube, ich war auch einfach ein wenig zu jung damals. Muss ich definitiv noch einmal schauen.

    Gefällt 1 Person

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