John schaut Klassiker #2 Apocalypse Now

Wie bereits letzte Woche mit „Space Odyssey“ habe ich heute wieder einen Klassiker vor mir. Zwar ist es schon wieder gut 4 Monate her, dass ich Apocalyse Now (zum ersten Mal) gesehen habe, aus Ermangelung von Sichtungen neuerer Filme, habe ich mich aber spontan für ein Review zu eben diesem Film entschlossen. Und da ich mit meinem Review zu 2001 die Kategorie „John holt Klassiker nach“ unterwartet ins Leben gerufen habe, macht sich dieser Film wunderbar für diese Reihe.

Jetzt heißt es, angestrengt nachdenken und erinnern – an einen Film, der dank vieler atemberaubender Szenen glücklicher Weise noch nicht zu sehr verblasst ist.


Handlung

Captain Benjamin Willert (Martin Sheen) wird zur Hochzeit des Vietnamkriegs auf eine verdeckte Mission geschickt und weiß nicht, was ihn am Ende einer schier endlosen Flussfahrt erwarten wird. Seine Aufgabe: Einen ominösen Colonel Walter E. Kurtz (Marlon Brando) aus dem Gefecht ziehen, der sich im benachbarten Komabodscha zum Kopf und Halbgott eines dort lebenden Stammes aufgeschwungen hat und seinen Weg angeblich mit zahlreichen Leichen pflastert..


Kritik

Wohl einer der Vietnamkriegsfilme, die eine bestimmte Songs untrennbar mit diesem Szenario verknüpft haben. Welches Lied passt besser in diese unwirkliche Szenerie eines scheinbar unendlichen Fiebertraums als „The End“ von The Doors. Schaurig schön gestalten sich die ersten Minuten – Die Flammen und das satte Grün von Wäldern und Feldern – untermalt vom langsamen Zeitlupen Schrapp-Schrapp-Schrapp der Helicopter. Eine Komposition, die scheinbar alles in wenigen Sekunden zusammenfasst.


Schön ist es gewesen, die vielen bekannten Schauspieler einmal wieder in einer ihrer früheren Rollen zu sehen. So sind under anderem auch Laurence Fishburn und Harrison Ford mit von der Partie.

Auch bedingt durch eine ordentliche Laufzeit von 2Std30Min. (es gibt noch eine längere Fassung), kann man sich nach und nach in dieses psychedelische – fiebertraumartige Setting hineinfühlen, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Ein Film, den man unbedingt abends schauen sollte, in einem gemütlichen Ambiente – am besten an einem Sommerabend, wo es draußen besonders heiß war und man sich so der schweißtreibenden Hitze der vietnamesischen Tropenwälder noch näher fühlen kann. Zumindest vielleicht zu 5%. Neben den im Film gezeigten Krankheiten, die solch eine lange Flussfahrt wohl unweigerlich mit sich bringt, wurde auch das Filmteam zu Apocalypse Now des Öfteren auf harte Proben gestellt und musste sich vor drastischen Unwettern schützen. Hauptdarsteller Martin Sheen erlitt während der Zeit am Set außerdem einen Herzinfarkt, der den Dreh zusätzlich verkomplizierte.

Auszug aus einem Interview von Martin Sheen über den Zwischenfall:

I lay in bed for a while, then got up and paced wildly around the bedroom floor. I felt strangely clumsy and awkward, and at times it was hard to keep my balance. My breathing grew strained. When I went back to bed, sleep defiantly refused to come. I don’t recall how many hours I continued in this state, but it must have been about three in the morning that I began to sweat profusely. A nagging pain crept into my right arm, and I leaped out of bed again. Something was terribly wrong, but I had no idea what.

I started to feel faint and slumped to the floor. Then came a devastating explosion of pain in my chest. It left me too weak to stand up. My breathing became rapid and difficult, I had to get outside for help, even though I was aware that outside a windstorm was raging.

I slithered slowly over to the closet and, one by one, yanked down pieces of clothing, then twisted and pulled my way into them as best I could. Another blast of pain hit my chest, and I knew what was wrong—a heart attack, the same thing that had claimed the lives of my mother, father and two of my older brothers. I knew I was dying. […]   hier geht’s zum kompletten Artikel

Am stärksten in mein Gedächnis eingebrannt haben sich die Bilder, die sich auch vor Protagonist Willert auftun, als er das von Colonel Kurzt in Besitz genommene Gebiet hinter der kambodschanischen Grenze erreicht und vom dort lebenden Naturvolk „in Empfang genommen“ wird. Atemberaubende Aufnahmen – wer eh eine gewisse Faszination für die Länder in diesem Gebiet der Erde hat, sollte sich diese Szene (bzw. eigentlich den kompletten Film) unbedingt ansehen, falls dies noch nicht geschehen ist.


Fazit zu Apocalypse Now

Apocalypse Now verknüpft alles miteinander: Die Faszination für den Krieg und auch dessen Sinnlosigkeit und seine Gräueltaten. Und natürlich, wie all das auf die Psyche eines Menschen einwirkt  – Abgründe, die sich auftun können. Ein reales und zugleich surreales, bildgewaltiges Schauspiel – zurückgenommen und doch intensiv – alles unterfüttert durch ein großartiges Darsteller-Ensemble.

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ma-Go sagt:

    Space Odyssey war doch nicht letzte Woche, oder? Naja… 😉
    Jedenfalls habe ich den auch noch nicht gesehen. Welch Bildungslücke 😛

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  2. Ich kann auch die Buchvorlage wärmstens empfehlen – die liest sich unfassbar gut weh

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  3. donpozuelo sagt:

    Ich kann dazu auch extrem die Doku zu den Dreharbeiten empfehlen. Aber ja, der Film ist großartig.

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