2001 – Odyssee im Weltraum Review

Dies könnte der erste Teil einer längeren Review-Serie sein, mit dem Titel: John holt endlich ältere Klassiker nach.

Weil ich in den letzten 2 Wochen einfach keinen Film gesehen habe außer Dr. Strange, bei diesem aber eingeschlafen bin, muss ich auf einen alten Film zurückgreifen. Zum Glück ist es gerade mal 3 Wochen her, dass ich 2001 – Odyssee im Weltraum nachgeholt habe, nachdem ich bereits vor längerer Zeit einmal nur die erste halbe Stunde gesehen hatte und der Film seitdem weit oben auf meiner Liste stand.

Ich habe mich bewusst dafür entschieden, die gewohnte Bahn zu verlassen, und bezeichne diesen Artikel hier als Review – eine „Kritik“ zu Space Odyssey zu schreiben, wage ich nach dieser einmaligen Sichtung des Films nicht. „Review“ hingegen klingt schön neutral. Ich möchte hier also nur meine Eindrücke des Kosmos-Epos wiedergeben.


Die Handlung nachzuerzählen erscheint mir momentan wie ein unmögliches Unterfangen, weshalb ich hier darauf verzichten werde. Wer den Film bisher nicht gesehen hat, kennt dafür mit Sicherheit einige der bahnbrechenden Szenen und Bildeinstellungen, mit denen Kubrick damals völlig neue Welten aufgestoßen hat. Immer wieder kann ich mir die ersten Minuten ansehen, und bin völlig ergriffen, wenn sich zu Richard Strauß‘ „also sprach Zarathustra“ die Sonne und die Erde hinter dem Mond auftun und eine Perspektive offenbaren, die wir wohl zu Lebzeiten immer nur in Filmen bestaunen werden. Man stelle sich einmal Space Odyssey in VR (virtueller Realität) vor! Darauf freue ich mich schon – ich bin mir recht sicher, dass ich das „noch“ erleben werde.

 

Als ich Staffmann gestern schrieb, dass ich über Space Odyssey schreiben werde, meinte er zu mir: Hoffentlich maximal 3/10 Punkte. Ich erwiderte: Eher 9/10. Wobei ich gestehen muss, dass ich vor einiger Zeit tatsächlich kurz nach der ersten halben Stunde des Films eingeschlafen bin. Auch wenn ich die Affen (ja, wirklich Affen) in den ersten Minuten teilweise auch sehr anstrengend finde, ist „die Entstehung der Menschheit“, so in etwa heißt dieser erste Akt dieses Films, sehr unterhaltsam und schließt ab mit einem Schnitt vom fliegenden Knochen hin zur Raumstation. Dieser Schnitt gilt als einer der besten und bedeutendsten in der Filmgeschichte – auch wenn ich nach mehrfachem Sehen noch nicht ganz beurteilen kann, warum das so ist. Weit faszinierender finde ich da tatsächlich die anschließenden Minuten, in denen Raumschiffe und planetare Konstellationen für atemberaubend schöne Bilder sorgen. Man sieht in diesem Film wirklich ständig, dass Kubrick auch ein großartiger Photograph ist/war.

Hier und da mag es in anderen Beiträgen von mir durchgeschienen haben: Ich habe ein sehr gespaltenes Verhältnis zu Science Fiction Filmen – oder konkretisiert: Filmen, die überwiegend in Raumschiffen stattfinden – „Gravity“ beispielsweise fand ich persönlich ziemlich schlecht, da er sich gefühlt einzig und allein auf den Spezialeffekten ausruht – und das reicht mir meist nicht. Gleichzeitig sind sie bei 2001 – Odyssee im Weltraum auch eins der tragenden und wichtigsten Elemente – weshalb ich mir demnächst auch einmal den Film „Lautlos im Weltraum“ ansehen möchte, an dem wie auch an Space Odyssey der Special-Effect Spezialist und Regisseur Douglas Trumbull maßgeblich beteiligt war. Auch der Film Moon gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen – dieser spielt zwar die gesamte Zet über in einer einsamen Raumstation auf der Rückseite des Mondes, besitzt aber Tiefgang, einen interessanten Hauptcharakter, mit dem man mitfühlen kann und einiges mehr. Aber ich schweife zu sehr ab. Zurück zu 2001:

Der anschließende zweite Akt ist in der Tat langatmig – hier habe ich tatsächlich den Frevel begangen, nebenbei ein wenig das neue Zelda zu spielen. Dass sich das Durchhalten aber mehr als lohnt, zeigt dann wieder der dritte Akt: “ Die Reise zum Jupiter“. Endlich habe ich Boardcomputer Hal 9000 einmal vollständig in Aktion gesehen – herrlich unaufgeregt erzählt und gegen Ende sogar ein wenig traurig. Ich schaue die letzten Szenen von Akt 3 gerade noch einmal, während ich schreibe. „I am afraid, David“ – schrecklich gut gemacht – ich habe einen leichten Kloß im Hals.


Wiedergeburt – Jupiter and beyond infinite: Mit dem vierten Akt und den schieren Licht- und Farbexplosion auf der Reise durch Raum und Zeit habe ich tatsächlich nicht mehr gerechnet. Welch ein psychedelisches

Meisterwerk.

 

 

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11 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ma-Go sagt:

    Oh Gott, der vierte Akt… Da bin ich geistig ausgestiegen. Alles davor fand ich auf verschiedenen Ebenen echt toll. Aber der vierte Akt? Was für ein psychedelischer Hirnschiss. 😀

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  2. Ma-Go sagt:

    P.S. Auf die Beitragsreihe wäre ich übrigens sehr gespannt. Wenn sie denn tatsächlich kommt. 😉

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    1. JOHN sagt:

      Freut mich, ich auch 😀

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  3. Ja, je psychedelischer das Ding wurde, desto mehr hatte Kubrick mein Herz. Ich persönlich hatte nie das Problem, dass der Film mich gelangweilt hätte. Ich war vielzu fasziniert davon, wie verdammt gut gealtert alles ist. Und wie gut die Musik das Bild unterstützt. Und sogar im ENglischleistungskurs damals waren die meisten Schüler äußerst gebannt, was mich sehr beruhigte. Und Staffmann kann sich mal schämen gehen. *lach*

    Hast du dir eine Liste gemacht oder willst du Vorschläge für diese wunderbare Reihenfolge hier sammeln?

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    1. JOHN sagt:

      ich sammle gern auch hier Vorschläge.“Das Fenster zum Hof“, „Citizen Kane“ und „Ran“ fallen mir jetzt ein, die ich mal nachholen möchte (letzter liegt seit kurzem als DVD bei mir auf dem Tisch). Wobei ich nun doch noch anmerken möchte, dass ja viele meiner Lieblingsfilme ältere Klassiker sind. Nur um das nochmal klarzustellen 😀

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      1. Das ist doch klar, John. No offense.
        Ich würde gerne wissen, was du zu „Das Appartement“ und „Ein Amerikaner in Paris“ zu sagen hast.

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  4. filmlichter sagt:

    Ja, der Matchcut vom Knochen zum Satelliten ist durchaus clever ist aber derart überhypt und schlicht *das* Beispiel für einen gelungenen Schnitt schlechthin, dass die Reaktion, wenn man ihn schließlich „in Aktion“ sieht, meistens nur „oh, okay“ ist. Kubrick hat allerdings mal gesagt dieser Schnitt habe 20 Minuten zusätzliche Handlung ersetzt und das ist, bei aller Liebe zu dem Film, eine gute Sache! 😉

    „Fehlen“ Dir denn noch mehr Kubricks oder steht vor allem Anderes auf der Liste?

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  5. donpozuelo sagt:

    Ein absolutes Meisterwerk… und dazu empfehle ich den Aufsatz einer 15-Jährigen, den selbst Kubrick für großartig hielt:

    http://www.visual-memory.co.uk/amk/doc/0009.html

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  6. Es kann kein Zufall sein, dass auch so meine Probleme hatte, bei dem Film wach zu bleiben. Aber in Einzelszenen betrachtet ist der Film auf jeden Fall eine Offenbarung. Habe ihn mir auch die Tage das erste Mal im Ganzen angesehen. http://bit.ly/2pOjuNh

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