Kritik: Moon

Den Film Moon von Regisseur Duncan Jones habe ich damals mit zwei Freunden Nachmittags in einem alten, kleinen Kino in Berlin Charlottenburg gesehen. Wir waren fast die einzigen im Saal. Das Kino, die Kurbel, gibt es leider seit einigen Jahren nicht mehr. Für die Atmosphäre des Films war dieses kleine, leere Kino aber perfekt.


Handlung

Sam (Sam Rockwell) hat noch zwei Wochen, dann soll seine dreijährige Mondmission endlich vorüber sein. Wie sehr vermisst er seine Frau und seine Tochter, denen er zwar Videobotschaften schickt, eine Liveverbindung aufzubauen, klappt aber leider nicht. Ganz allein ist Sam auf seiner Raumstation, von wo aus er die großen Gefährte überwacht, die in dieser Science-Fiction ein wertvolles Material aus dem Mondboden holen, das unten auf der Erde den gesamten Energiebedarf decken kann. Dazu muss er die Auffangkanister, sobald sie voll sind, auf ihre Reise Richtung Erde schicken. Um bei der langen Einsamkeit nicht komplett den Verstand zu verlieren, leistet ihm Gerty etwas Gesellschaft, eine künstliche Roboterintelligenz, deren Programmierung als als oberste Priorität vorsieht, Sam zu helfen. Auch wenn sich dies manchmal mit seinen anderen Befehlen beißt. Als Sam bei einer seiner Ausfahrten einen Unfall erleidet und etwas später wieder in der Raumstation aufwacht, wird seine Freude darüber, bald zurückzufliegen, sehr eingeschränkt. Denn es häufen sich Ungereimtheiten, Gedächnislücken und Seltsamkeiten, die Sam sowohl an sich als auch an seiner Mission zweifeln lassen.


Kritik

So muss  für mich ein Film sein, der auf einem unbelebten Planeten spielt. Die Einsamkeit, mit der Sam dauerhaft konfrontiert ist, lässt sich als Zuschauer toll nachempfinden, der Mond wird hier nicht als zukünftiger Lebensraum dargestellt, sondern schlicht als Versorgungselement. Die Atmosphäre wird durch das farblose Innere der Raumstation verstärkt, dass sich auch nicht vom weiß der umgebenden Mondoberfläche abgrenzt. Das Smileygesicht von Gerty und Sam selbst sind so ziemlich das einzige, was ein kleines bisschen Farbe in diesen Film bringt. Ein weiterer großer Pluspunkt von Moon ist einfach Sam Rockwell, keinen anderen Schauspieler könnte ich mir für diese Rolle vorstellen. Er durchläuft in diesem Film alle Stadien, von absoluter körperlicher und geistiger Fitness bishin zum totalen Verfall, von Hochmut und Stolz über Heimweh, Angst und Schmerz, aber nie ohne den nötigen Galgenhumor und Mut zur Selbstironie. Neben der visuellen Komponente ist auch der Soundtrack von Clint Mansell ein Meisterwerk, der Titel „Welcome to Lunar Industries“ verbreitet wie kein anderer die kalte, verlassene Weltraumatmosphäre. Hört da mal rein, vorzugsweise ab Minute 02:30:


Fazit

Ich tu mich ja mit vielen Science-Fiction Filmen schon immer schwer, vor allem, wenn diese überwiegend in Raumschiffen oder Raumstationen stattfinden. Umso mehr ist Moon für mich eine absolute Ausnahme. Regisseur von Moon war übrigens Duncan Jones, der Sohn von David Bowie, dessen riesiges aktuelles Projekt „Warcraft“ demnächst in unseren Kinos erscheint. Ich selbst habe nicht Warcraft gespielt und kenne mich in dieser Welt überhaupt nicht aus, bin aber trotzdem gespannt, wie die Umsetzung aussehen wird. Aber zurück zum Film dieser Kritik: Ich hab ihn vor wenigen Tagen erneut gesehen und wurde wieder in seinen Bann gezogen. Man sollte nicht zu knauserig mit seiner Höchstwertung umgehen, deshalb gebe ich Moon tatsächlich als zweitem Film auf unserem Blog unsere Höchstwertung:

10


Cast

  • Regisseur: Duncan Jones
  • Drehbuch: Duncan Jones, Nathan Parker

Hauptdarsteller

Darsteller Rolle
 Sam Rockwell Sam Bell
Kevin Spacey (Stimme) GERTY

Nebendarsteller

  • Dominique McElligott
  • Rosie Shaw

Links


Weitere Meinungen

 

  • Schnitt: 8,3/10

10


Filme von Duncan Jones

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9 Kommentare Gib deinen ab

  1. Es ist schon eine Weile her, dass ich den Film gesehen habe, aber ich habe „Moon“ auch als sehr gut in Erinnerung. Ob er wirklich 10/10 verdient, muss demnächst noch mal überprüfen 😉

    Gefällt 2 Personen

    1. JOHN sagt:

      Eine 8 oder 9 hätte ich objektiv gesehen auch machen können, aber ich bin mal gespannt, zu welcher Wertung du demnächst kommst 😀

      Gefällt 1 Person

      1. Ich war glaube ich auch, bei einer 8… Kurz zu Moviepilot gehuscht: 7,5. Und ich stimme dir in allen Punkten zu, vor allem der Soundtrack war mir auch sehr positiv in Erinnerung, aber ich meine, mich hat irgendwas gestört… Kann ich nicht mehr sagen.

        Gefällt 1 Person

  2. bullion sagt:

    Ja, ein wirklich toller Film. Dennoch hat es von mir „nur“ 8 Punkte gegeben. Hätte aber auch mal wieder Lust den zu sehen… 🙂

    Gefällt 1 Person

  3. donpozuelo sagt:

    Ein wirklich cooler Film. Der hat mich damals auch schwer beeindruckt. Allerdings fand ich Duncan Jones‘ Nachfolger „Source Code“ dann nicht mehr so geil und bei dem „Warcraft“-Film bin ich nach wie vor absolut skeptisch…

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    1. JOHN sagt:

      Ja, ob mir der gefällt, wage ich auch zu bezweifeln. Muss er aber vielleicht auch gar nicht, Hauptsache, die Fans sind glücklich 🙂

      Gefällt 1 Person

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