Kritik: Alles steht Kopf

Disney und Pixar bilden nun schon seit gut zwei Jahrzehnte eine Traumduo im Animationsbereich. „Die Monster AG“, „Findet Nemo“ und „Die Unglaublichen“ gehören auch heute noch zu meinen Lieblingsfilmen und das, obwohl sie vorrangig für Kinder gemacht sind. Wer jedoch „Toy Story 3“ gesehen hat, der weiß, dass auch Erwachsene zu Tränen gerührt sein können, eventuell sogar mehr als Kinder. Auf diese Schiene begibt sich auch der neueste Film des Studios: Alles steht Kopf. Doch warum das bei mir nicht so funktioniert hat, wird schon in der Handlung deutlich.


Handlung

Als die junge Riley (im Original gesprochen von Kaitlyn Dias) mit ihren Eltern in eine neue Stadt ziehen muss, kommt es in ihrem Kopf zum Chaos. Als Freude (Amy Poehler) und Kummer (Phyllis Smith) aus der Emotionszentrale verschwinden und im Unterbewusstsein landen, müssen nun Wut (Lewis Black), Angst (Bill Hader) und Ekel (Mindy Kaling) die Entscheidungen treffen, mit weitreichenden Folgen für Riley, die in ihrer neuen Umgebung zurecht kommen muss. Doch bevor es zur Katastrophe kommt, müssen Freude und Kummer so schnell wie möglich zurück kommen.


Kritik

Was hat mich daran gestört? Das Konzept, die Emotionen eines jungen Mädchen so zu visualisieren, ist schlicht genial. Dabei können sowohl Kinder als auch Erwachsene das Innere unseres Geistes nachvollziehen, ohne einen zu überfordern. Nicht umsonst wird der Film in Schulen gezeigt, um Kindern das Ganze zu erklären. Daran kann ich wirklich nicht meckern, im Gegenteil: Da hat sich Pixar mal wieder selbst übertroffen. Jeder Film hat seine unterbewusste Botschaft, hier ist sie aber so auf den Punkt getroffen und präsentiert, wie ich es bisher nur aus „Toy Story 3“ kannte. Meine Probleme habe ich jedoch mit dem ganzen Rest. Immer wenn das Konzept genutzt wird, ist der Film grandios. Darüber hinaus hat der Film aber nichts zu erzählen, als eine Reise von einem Punkt zum anderen, die sich dabei immer wiederholt und mit meiner Meinung nach keinen großen Momenten aufwarten kann.

Zudem ist es doch arg darauf ausgelegt, auf die Tränendrüse zu drücken. Ich finde es immer schwierig, Emotionen nachvollziehbar in einem Film rüber zu bringen. Das hat natürlich schon oft geklappt, auch bei mir, hier war es jedoch nicht der Fall. Das war für mich zu plump und nicht clever auf den Moment hingearbeitet. Ich wusste schon zu Beginn des Films, was kommen wird und so, wie es dann aufgelöst war, war ich eher enttäuscht. Das ist schade, da dort doch wesentlich größeres Potential da gewesen wären. Da das aber in erster Linie ein Kinderfilm mit unterbewusster Botschaft für die Erwachsenen ist, ist das natürlich okay.


Fazit

Insgesamt kann ich aber Alles steht Kopf nicht als das Meisterwerk ansehen, zu dem es in den Medien gemacht wird. „Toy Story 3“ habe ich jetzt schon öfter genannt und das hat einen Grund. Dort hat man gezeigt, wie es sein kann. Eine spannende Geschichte, die schon an Thriller erinnert, und ein Ende, dass mich in Tränen hat ausbrechen lassen, ohne mir plump traurige Szenen zu zeigen. Das habe ich mir auch erwartet, aber nun nicht im Kino bekommen. Das ist natürlich schade, macht „Alles steht Kopf“ aber nicht zu einem schlechten Film. Man kann sehr viel Spaß haben und wird auf jeden Fall unterhalten. Die großen Gefühle wurden bei mir aber nicht geweckt.

7


Cast

  • Regisseur: Pete Docter, Ronnie Del Carmen
  • Drehbuch: Pete Docter, Meg LeFauve, Josh Cooley

Hauptdarsteller

Sprecher Rolle
 Amy Poehler Freude
Phyllis Smith Trauer
Bill Hader Angst
Lewis Black Zorn
Mindy Kaling Ekel
Kaitlyn Dias Riley

Nebendarsteller

  • Richard King
  • Diane Lane
  • Kyle MachLachlan

Weitere Meinungen

 

  • Schnitt: 8,7/10

9

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Also wenn weiterhin alle so stark von diesem Film schwärmen, muss ich irgendwie noch diese Woche rein. Nur noch meine Freundin überzeugen.. 😉

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  2. Varok sagt:

    ist leider mit baymax einer der schwächeren werke wie ich finde 😦 ,definitiv overhyped.

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