Kritik: Zwei Cheyenne auf dem Highway

Ich gehe nicht davon aus, dass jemand aus unserer Stammleserschaft diesen Film kennt, umso mehr freu ich mich, sollte mich jemand mit Hilfe der Kommentarfunktion eines Besseren belehren.

Auch ich wäre möglicherweise nie auf diesen Film aufmerksam geworden, hätte er sich nicht auf einer alten VHS Kassette befunden, die ich in einer Zeit, in der Videorecorder noch zur Standard Video-Entertainment-Ausstattung gehörten, immer mal wieder einwarf.

Wie der Titel bereits vermuten lässt, sind die zwei Protagonisten dieses Roadmovies waschechte Indianer und in ihren Herzen dem Stamm der Cheyenne nach wie vor treu verbunden. –  Das Powwow ist ein Begriff nordamerikanischer Indianer und bezeichnet ein Zusammentreffen, wo man gemeinsam singt, tanzt und sich der eigenen Kultur bewusst wird. –  Doch sowohl der gemütliche, teilweise einfache Philbert (Gary Farmer), sowie sein temperamentvoller und manchmal unüberlegt handelnder guter Freund und Aktivist Buddy Red Bow (A Martinez), haben sich in die so gut sie konnten an die neue Welt angepasst, die der weiße Mann um sie herum aufgebaut hat. Als jedoch eine Kohlefirma das letzte Stück Land ihres Stammes, welches noch nicht enteignet und rohstofftechnisch ausgeblutet wurde, für eine lächerliche Summe aufkaufen wollen, platzt Buddy der Kragen. Er sammelt 2.000 Dollar aus der Gemeinde zusammen und begibt sich zusammen mit Philbert in dessen neuen, mehr als schrottreifen Auto, welches dieser liebevoll „sein Pony“ nennt, auf eine wichtige Mission Richtung New Mexico, die finanzielle Souverenität ihres Landes zu verteidigen. Bei Filbert erwächst durch diesen Trip eine nie dagewesene Verbundenheit zur Spiritualität und Kultur der Cheyenne, bei Buddy gestaltet sich dies sehr viel schwieriger, doch Philbert gibt sein bestes, ihn zu ihren ursprünglichen Werten und der Magie ihres Volkes zurückzuführen.

Ich kann diesen Film nur jedem empfehlen, der ein gewisses Maß an Atmosphäre zu schätzen weiß, oder diese ählich wie ich über aufwendig inszenierte Actionsequenzen stellt. Der Film spricht eine gewisse Problematik an, ohne dabei zu bedeutungsschwanger oder belehrend zu werden. Das wird auch nicht die vorherrschende Intention gewesen sein. Im Großen und Ganzen soll der Balance-Akt aufgezeigt werden, der oftmals bevorsteht, wenn man versucht, eigene Wurzeln und Überzeugungen mit der sich stetig wandelnden Umwelt in Einklang zu bringen. Einige nicht zu aufdringliche witzige Elemente, sowie ein guter und sympathischer Cast (Auftritt auch von Graham Greene) runden den ganzen Film ab und liefern eine wirklich schöne Geschichte, die ein wenig mit Nostalgie und Wehmut spielt, was aber vielleicht auch ganz gut in die Jahreszeit passt.

Buddy Red Bow: You tell everybody fairy stories.

Philbert Bono: The stories of our ancestors. How they solved problems. Often the problems never change. Nor the people.

Buddy Red Bow: Yeah, well it’s just too bad those stories don’t tell us how to keep our reservations from turning into sewers.

Philbert Bono: But they do.

8

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