Kritik: Inside Llewyn Davis

INSIDE LLEWYN DAVIS
Llewyn Davis (Oscar Isaac) – „Inside Llewin Davis“ ©STUDIOCANAL

In der heutigen Kritik geht es, oh Überraschung, mal wieder um einen Film der Coen-Brüder! Ich hoffe, es langweilt noch nicht, aber ich kann einfach nicht anders. Zu oft schau ich ihre Filme und zu oft find ich sie einfach so gut, dass ich darüber schreiben möchte. Und so ging es mir auch beim Schauen des folgenden Films: Inside Llewyn Davis vereint für mich alles, was ich an dem Regisseur-Bruderpaar mag. Aber bevor ich schon zu viel vorweg nehme, fasse ich einfach mal die Handlung so gut es geht zusammen.


Handlung

Der erfolglose Folk-Musiker Llewyn Davis (Oscar Isaac) versucht verzweifelt, seine Platte „Inside Llewyn Davis“ erfolgreich zu machen und einen guten Vertrag zu bekommen. Doch neben Auftritten in seiner Stammkneipe und gelegentlichen Jobs als Hintergrundsänger seines Freundes Jim (Justin Timberlake) hat er nicht viel Erfolg. Zudem ist noch Jims Freundin (Carey Mulligan) von Llewyn schwanger und eine eigene Wohnung hat er erst recht nicht. Bei diesem Misserfolg macht er sich schließlich auf den Weg nach New York, um seine Platte einer großen Produktionsfirma vorzulegen.


Kritik

Was sich zunächst wie ein deprimierendes Drama anhört, ist auch bei Weitem nicht sehr lebensbejahend. Llewyn hat einfach weiß Gott keinen Erfolg und das bessert sich auch über lange Teile des Films nicht. Das kann einen schon runter ziehen. Aber daneben bietet der Film auch den Coen-typischen Humor, der durch die skurrilen Eigenschaften der Charaktere zustande kommt. Auch wenn Llewyn auch nicht normalste Mensch ist, so wirkt er doch wie der Zuschauer als Fremdkörper zwischen den ganzen kuriosen Figuren. Da ist die ewig fluchende Exfreundin oder auch der wortkarge Chauffeur (Garrett Hedlund). Sie alle haben ihre Rolle in der Geschichte und sind gleichzeitig doch nur Nebenfiguren in Llewyn Davis‘ Leben.

In diesem Sinne wäre der Film auf keinen Fall so gut, wie er jetzt ist, wenn der Hauptdarsteller nicht so verboten gut wäre. Oscar Isaac spielt den Unsympathen, dem man dennoch den Erfolg wünscht, so genial und routiniert, dass es wirklich eine Freude ist, zuzuschauen. Er trägt den Film nicht nur, er hebt ihn zusätzlich in andere Sphären. Das soll aber nicht heißen, dass die Nebendarsteller schlecht wären, im Gegenteil: Jeder spielt seine Figur so toll, dass man es allen abnimmt. Und Coen-typisch ist auch jede Figur prominent besetzt. Da findet man halt auch einen Adam Driver oder einen John Goodman in den kleinsten Nebenrollen. Und jeder bleibt einem in Erinnerung.

Ein Wort noch zu der Musik. Der Film spielt nun mal in der Zeit bzw. kurz vor der Zeit der Folk-Musik. Dazu gehören auch längere Sequenzen, in denen einfach nur gesungen wird. Wer mit der Musik nichts anfangen kann, der hat dann sicherlich nicht viel Freude, aber wer Folk mag, so wie ich, der kann dann auch einfach sitzen bleiben und einfach genießen. Die meisten Lieder kann man auch separat vom Film hören. Der Soundtrack ist wirklich einer der besten, die ich je gehört habe und das wird auch im Film thematisiert. Die Musik wird gefeiert und das zurecht. Und auch da macht Oscar Isaac als Sänger eine gute Figur. Wie gesagt, der macht seine Sache wirklich klasse.

INSIDE LLEWYN DAVIS
Llewyn Davis (Oscar Isaac, links), Jim Berkey (Justin Timberlake, mitte) und Al Cody (Adam Driver, rechts) bei einer Aufnahme-Session © STUDIOCANAL

Fazit

So, ich denke, man hat gemerkt, dass ich den Film mag. Aber nicht nur das, Inside Llewyn Davis ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Für mich stimmt einfach alles, obwohl es auch Dinge gibt, die andere abschrecken könnten. Die Musik wird nicht jedem gefallen, die Figuren können eventuell abschrecken, aber im Endeffekt muss sich jeder eingestehen, dass das ein verdammt guter Film ist. Für mich ist er aber einfach mehr. Ich schau den Film immer, wenn ich gute Laune brauche und einfach nur entspannen möchte. Für mich ist der Film perfekt und trotz der Schwächen kann ich nicht anders, als die volle Punktzahl zu verteilen!

10


Cast

  • Regisseur: Ethan Coen, Joel Coen
  • Drehbuch: Ethan Coen, Joel Coen

Hauptdarsteller

Darsteller Rolle
 Oscar Isaac Llewyn Davis
Carey Mulligan Jean

Nebendarsteller

  • Justin Timberlake
  • Ethan Phillips
  • Robin Bartlett
  • Max Casella
  • Adam Driver
  • Garrett Hedlund
  • John Goodman

Die Filme der Coen-Brüder

  • Blood Simple (1984)
  • Arizona Junior (1987)
  • Miller’s Crossing (1990)
  • Barton Fink (1991)
  • Hudsucker (1994)
  • Fargo (1996)
  • The Big Lebowski (1998)
  • O Brother, Where Art Thou? (2000)
  • The Man Who Wasn’t There (2001)
  • Ein (un)möglicher Härtefall (2003)
  • Ladykillers (2004)
  • Paris, je t’aime (2006)
  • No Country for Old Men (2007)
  • Burn After Reading (2008)
  • A Serious Man (2009)
  • True Grit (2010)
  • Inside Llewyn Davis (2013)
  • Hail, Caesar! (2016)
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