Kritik: Sausage Party

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(c) Sony Pictures

Erst kürzlich hatten wir in einem Podcast über Animationsfilme gesprochen. Dabei ging es hauptsächlich um Filme für das jüngere Publikum. Auch wenn wenn die Animationsfilme von Disney, Dreamworks und Pixar auch für Erwachsene mehr als geeignet sind, so können auch die jungen Zuschauer sehr viel Freude an den Filmen haben. Nicht selten wird das Genre auch als eines für Kinder und Jugendliche angesehen, obwohl es schon so viele Animationsfilme gibt, die das Gegenteil bewiesen haben. Nun kam erst kürzlich wieder einer ins Kino, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, mit eben diesem Vorurteil aufzuräumen: Sausage Party lässt allein dadurch schon Böses erahnen, weil u.a. Seth Rogen und James Franco als Synchronsprecher tätig sind. Und die haben schon in „Ananas Express“ und „This Is the End“ bewiesen, wie Humor unter der Gürtellinie funktioniert. Ob das im Animationsgenre auch funktioniert, beschreibe ich in meiner Kritik.


Handlung

Sausage Party ist der erste Computeranimationsfilm, der in den USA mit einem „R-Rating“ versehen wurde – für Kinder und Jugendliche ausdrücklich nicht geeignet! Der Film erzählt die Geschichte einer Wurst, die eine Gruppe von Supermarkt-Lebensmitteln auf einer abenteuerlichen Suche anführt. Gemeinsam wollen sie die Wahrheit über ihre Existenz herausfinden und aufdecken, was wirklich mit ihnen passiert, wenn sie auserwählt werden, den Supermarkt zu verlassen.


Kritik

Wenn man den Namen Seth Rogen hört, denkt man sofort an deftige Komödien, in denen es natürlich immer um Sex und ums Kiffen gehen muss. So stehen zum Beispiel „Ananas Express“ und „This Is the End“ als perfekte Exemplare dafür, wie man solche Filme aufbauen muss. Sicherlich haben diese auch ihre Längen und nicht jeder kann was mit dem Humor anfangen, allerdings hat Rogen so zusammen mit seinem Kumpel James Franco viele Fans gewinnen können. Nun kommt also der Ausflug ins Animationsgenre und um eines schon vorweg zu nehmen: Sausage Party kann den beiden anderen Filmen locker die Stirn bieten, wenn es um deftigen Humor und unappetitliche Gags geht. Das kann man mögen, vielen wird das aber wohl zu viel sein.

Hier wird ab der ersten Sekunde klar, dass es sich nicht um einen Kinderfilm handelt, allerdings hat das ganze Marketing auch nur darauf abgezielt. Wer hier ins Kino geht, möchte sehen, wie die Lebensmittel Sex haben oder möglichst brutal umgebracht werden. Das alles wird einem auch geliefert, allerdings war das bereits aus dem ersten Trailer bekannt. Sehr viel mehr findet man dann im Endprodukt leider nicht. Dafür gibt es erneut die angesprochenen Längen, nur leider in einem viel größeren Maß als noch in den Realfilmvorbildern. So dümpelt die kaum erwähnenswerte Handlung leider nur so vor sich hin, ohne dass erkennbar wäre, wohin das alles führen soll.

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(c) Sony Pictures

Dazu fehlt es dem gesamten Film leider an Charme. In aller Fairness muss natürlich gesagt werden, dass ich „Sausage Party“ in der deutschen Version gesehen habe, die Synchronsprecher, allen voran Seth Rogen, kenne ich aber normalerweise nur im Originalton. Insofern konnte sich dieser kumpelhafte Stil, der sonst seine Filme ausmacht, nicht ausbreiten. Ich bezweifle allerdings, dass das im Original ähnlich ist. Zu sehr verbindet man die Charaktere, die den Charme der anderen Filme ausmachen, mit den Gesichtern. Das ist hier logischerweise nicht der Fall, auch weil die Figuren zu ähnlich aussehen, was mich zum Punkt der Animation bringt.

Ein Vergleich mit Pixar oder Disney ist wohl immer etwas unfair, dennoch muss man festhalten, dass „Sausage Party“ einfach kein schöner Film ist. Die Menschen sehen grotesk unnatürlich aus, was aber sicherlich auch gewünscht ist. Dennoch hätte ich mir gewünscht, nicht immer darauf zu setzen, alles und jeden so absurd wie möglich zu gestalten. Das zieht sich durch den gesamten Film. Da ist es dann auch schon fast erschreckend, wenn nur zwei Würste wirklich von den anderen zu unterscheiden sind. Das trägt alles nicht dazu bei, mit den Figuren zu sympathisieren, aber das ist eh nur bei dreien möglich. Alle anderen Figuren sind plumpe Stereotypen, was aber immerhin zu einigen netten Witzen führt.

Denn eines muss man „Sausage Party“ auf jeden Fall lassen: Wenn er mal gerade nicht in einem Tal ist oder versucht, die Geschichte zu erzählen, kann er unfassbar witzig sein. Es gibt immer wieder diese Momente, in denen alle Hemmungen fallen gelassen werden und die Macher des Films aus ihren Vollen schöpfen. Dann hat man auch richtig Spaß, wenn man auf den Humor steht, allerdings kommen diese Szenen zu selten vor. Lieber bringt man noch einen Stereotyp und noch einen zotigen Spruch, der dann doch wieder zu viel ist. Dafür wird man aber mit ein, zwei exzessiven Szenen belohnt, die ich in dieser Form noch nie gesehen habe.

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(c) Sony Pictures

Fazit

Sausage Party kann leider nicht überzeugen. Fans von Rogen-Franco-Filmen haben gewiss ihren Spaß, allerdings werden auch sie mit vielen Längen und dem ein oder anderen Rohrkrepieren zu kämpfen haben. Dazu kommt ein komplett überzogener Animationsstil und eine Handlung, die nicht der Rede wert ist. Da wäre so viel mehr möglich gewesen, aber ich schätze, ein zweiter Teil ist wohl nur eine Frage der Zeit.

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Cast

  • Regisseur: Greg Tiernan, Conrad Vernon
  • Drehbuch: Kyle Hunter, Ariel Shaffir, Seth Rogen, Evan Goldberg

Hauptdarsteller

Sprecher Rolle
 Seth Rogen Frank
Kristen Wiig Brenda Bunson
Michael Cera Barry
Nick Kroll Douche

Nebendarsteller

  • Jonah Hill
  • Bill Hader
  • James Franco
  • Danny McBride
  • Paul Rudd
  • Edward Norton
  • Salma Hayek

Weitere Meinungen

 

  • Schnitt: 3,4/10

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Tante Tex sagt:

    Wieder kann ich nur ganz groß danke sagen. War der Film doch gestern noch als nächster Kinobesuch im Gespräch, wurde ich jetzt zum Glück eines besseren belehrt. Dann gehts morgen lieber doch zu Inferno.

    Gefällt 1 Person

    1. Staffmann sagt:

      Das freut mich! Im Kino hatten auch viele Spaß mit dem Film, aber es kommt halt auf den Humor drauf an. Bei „Inferno“ kann man sicherlich nichts falsch machen, wenn man die anderen beiden mochte!

      Gefällt 1 Person

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