Kritik: 12 Monkeys

Vor einiger Zeit hatte ich ja angekündigt, mich durch die Top 250 der besten Filme auf IMDb zu arbeiten. Auch wenn ich nicht wirklich vorankomme, einige Filme schaffe ich dann doch mal zu schauen. Einer davon ist 12 Monkeys mit Bruce Willis und Brad Pitt in den Hauptrollen. Ich habe schon oft gehört, wie toll der doch sei und auch die relativ hohe Platzierung und die scheinbar spannende Story haben mich gutes hoffen lassen. Doch es gibt immer wieder scheinbar hochklassige Filme, die man dann doch nicht wirklich leiden kann. Ob auch „12 Monkeys“ dazugehört, werde ich hier in meiner Kritik klären.


Handlung

Das Jahr 2035. In den verlassenen Städten haben die Tiere die Herrschaft übernommen. Die Erdoberfläche ist entvölkert, nachdem eine Virenkatastrophe im Jahre 1996 nahezu die gesamte Menschheit dahingerafft hat. Die wenigen Überlebenden vegetieren in einem klaustrophobischen Unterweltsystem dahin. Die einzige Hoffnung auf ein besseres Leben besteht darin, einen selbstmörderischen Boten durch die Zeit zurückschicken, auf dass dieser den Ursprung der Apokalypse lokalisieren möge. Der Schwerkriminelle James Cole ist einer der Auserwählten. (Amazon)


Kritik

Wie schon oben angedeutet, habe ich mir wirklich viel von dem Film erwartet. Man hat mindestens zwei herausragende Darsteller, eine Zeitreise-Story und lauter Empfehlungen von Bekannten und Kritikern. Da kann doch nicht so viel schief laufen. Und doch war das Endergebnis überraschend langweilig und meiner Meinung nach nicht wirklich überzeugend. Kurz gesagt: Ich kann nicht verstehen, warum der Film so einen Kultstatus erlangt hat, wie er ihn nun einmal besitzt. Dafür gibt es mehrere Gründe, doch der Hauptgrund ist am Ende überraschenderweise doch die Handlung.

Wie bei anderen Filmen mit dem Thema Zeitreise hat mich hier nicht mal ein Logikloch gestört. Ich sehe nicht mal ein Loch in der Geschichte, sie ist von hinten bis vorn logisch aufgebaut, zumindest für mein kleines Gehirn. Nein, die Story ist einfach nur nicht wirklich spannend. Bruce Willis reist halt durch die Zeit und sucht dort den Ursprung der Epidemie. Dabei ist jedoch von Anfang an klar, dass er die Zukunft, seine Gegenwart nicht ändern kann. Es ist also nur ein Ratespiel, welche weder stetig weitergeführt, noch befriedigend aufgelöst wird. Am Ende saß ich relativ ratlos rum, weil ich mir doch den ein oder anderen Twist mehr erwartet hätte.

Das Problem hierbei ist, dass man sich mehr auf die Beziehung der Hauptcharaktere, gespielt von Willis und Madeleine Stowe, konzentriert hat, obwohl die Figuren dies nicht zulassen. Der ganze Aufbau ihrer Beziehung ist so konstruiert und gekünzelt, dass ich es einfach nicht nachvollziehen konnte. Da sind manche Liebesfilme realistischer. Gut nur, dass „12 Monkeys“ alles in allem ein Thriller bleiben möchte und sich dann doch oft genug wieder der eigentlichen Handlung zuwendet. Das Finale ist jedoch in beiden Handlungssträngen nicht optimal gelöst.

Das macht den Film aber natürlich nicht schlecht, es muss ja einen Grund geben, dass der Film so weit oben in den Top 250 liegt. Der positivste Aspekt des Films sind wohl die Darsteller. Allen voran Brad Pitt als irrer Revolutionist spielt hier so, wie ich es mir von ihm in heutigen Filmen oft wünschen würde. Außerdem ist die Machart des Films wunderbar seltsam. Regisseur Terry Gilliam schafft es hier, dem Zuschauer die ganze Zeit über ein mumiges Gefühl im Bauch aufleben zu lassen. Dabei wirken die Kamera mit genau wie die Musik, die wirklich hervorragend anders ist.


Fazit

Insgesamt kann ich die hohen Bewertungen und überschwänglichen Lobeshymnen überhaupt nicht verstehen. 12 Monkeys ist bei Weitem kein schlechter Film, aber unter einem Kultfilm, wie er es nun einmal ist, habe ich mehr erwartet. Willis, Pitt und Gilliam sollten eigentlich für höchste Qualität stehen, sie alle liefern irgendwie auch ab. Das Gesamtwerk ist aber nicht das Wahre, daran scheint dann wohl unter anderem der Drehbuchautor Schuld sein. Weiterempfehlen möchte ich den Film nicht. Ich weiß nicht woran es lag, aber da ging wesentlich mehr.

6


Cast

  • Regisseur: Terry Gilliam
  • Drehbuch: David Webb Peoples, Janet Peoples

Hauptdarsteller

Darsteller Rolle
 Bruce Willis James Cole
Madeleine Stowe Kathryn Railly
Brad Pitt  Jeffrey Goines

Nebendarsteller

  • Christopher Plummer
  • Jon Seda
  • Vernon Campbell
  • David Morse
  • Simon Jones

Links

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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. bullion sagt:

    Ich bin ja auch so jemand, der den Film großartig findet. Gerade das Drehbuch und die Inszenierung finde ich spitze. Hach. Müsste ich mal wieder schauen…

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    1. Staffmann sagt:

      So sind halt die Geschmäcker verschieden, ich konnte damit halt nichts wirklich anfangen

      Gefällt 1 Person

  2. tarlucy sagt:

    Echt….der wird so hoch gelobt…es ist schon ewig her..damals im Kino…aber der war wirklich so schlecht, dass ich noch nicht mal die Serie anfangen wollte….Aber die ist bis jetzt ganz gut…

    Gefällt 1 Person

    1. Staffmann sagt:

      Hat die auch das Zeitreise-Thema oder benutzt die nur den Namen?

      Gefällt mir

      1. tarlucy sagt:

        Auch zeitreise. Ich finde sie ziemlich gut

        Gefällt 1 Person

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