Kritik: Insidious

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(c) Wild Bunch

Zum ersten mal seit der Gründung unseres Blogs mache ich bei der allseits beliebten Aktion des Horrorctobers mit. Dabei schaue ich 13 Horrorfilme und rezensiere diese hier auf dem Blog. Die Liste findet Ihr hier. Der erste Film auf dieser Liste ist dabei Insidious, der erste Teil der, neben „Conjuring„, größten Kinoreihe von Horrormeister James Wan. Zumindest wird Wan öfter mal so betitelt. Der andere genannte Film konnte mich aber leider nicht sonderlich überzeugen, weshalb ich auch bei „Insidious“ etwas skeptisch war. Ob mir der Film denn nun gefallen hat und ob es ein würdiger Auftakt in den Horrorctober war, erfahrt Ihr nun in meiner Kritik.


Handlung

Neues Haus, neues Glück: Für den Lehrer Josh Lambert, seine Frau Renai und ihre drei Kinder ist der Umzug die Erfüllung eines lange gehegten Wunschtraums. Die Freude währt indes nur kurz: Schnell wird der Familie bewusst, dass ihr neues Heim von düsteren Geistern heimgesucht wird. Nach einem mysteriösen Unfall fällt ihr Sohn Dalton in ein Koma, das selbst die besten Ärzte vor ein Rätsel stellt. Mit einem erneuten Umzug wollen die Lamberts ihren Sohn retten und dem unablässigen Terror entfliehen. Doch dann müssen sie feststellen, dass es nicht das Haus war, auf das die Dämonen es abgesehen haben…


Kritik

Wie ich schon oft auf diesem Blog erwähnt habe, bin ich nicht der größte Kenner des Horrorgenres. Insofern bin ich auch nicht diesen Nervenkitzel gewohnt und habe schon Angst, wenn die Hauptfigur alleine in der Küche steht. Denn ich habe immer das Gefühl, dass jeden Moment das Unglück hereinbricht. So ist es dann auch bei Insidious gewesen, allerdings bin ich davon nicht der größte Fan. Es ist immer effektiv und ich erschrecke mich dann auch sehr häufig, Jumpscares sind aber auf jeden Fall nicht meine liebstes Horrormittel. Und davon wimmelt es hier nur so. Nahezu jede Szene bietet einen Jumpscare, die aber leider nicht wirklich clever eingesetzt sind. Oft steht dann einfach etwas gruseliges rum und ein lauter Ton setzt ein. Das mag zum Erscheinen des Films revolutionär gewesen sein, in diesem Jahr hat es sich doch stark abgenutzt.

Dennoch weiß Regisseur James Wan natürlich, wie man einen Horrorfilm zu inszenieren hat, ohne dabei wie jeder andere zu wirken. Es sind dabei vor allem die Kameraeinstellungen und die eingesetzte Musik (außer bei den Jumpscares), die zeigen, wie man einen Horrorfilm auch abseits von Splatter und Found Footage drehen kann. Das war bereits bei „The Conjuring“ das große hervorstechende Merkmal, dass man wohl allein Wan zuschreiben kann. Diese technischen Merkmale machen den Film dann auch für Zuschauer attraktiv, die nicht Horrorfans sind, so wie ich es bin. Deswegen kann ich den Film dann auch nicht schlecht finden, auch wenn er sonst noch weitere Schwächen hat.

Besonders schlimm fand ich die fehlende erzählerische Konsistenz. Zu Beginn ist der Film noch ziemlich gruselig, da die Atmosphäre sehr dicht ist und man zu jeder Sekunde die drohende Gefahr spürt. Da ist dann schon das Fallen von Büchern aus den Regalen ein Zeichen für das Unheil. Leider vergisst sich der Film dann mit fortlaufender Dauer immer mehr. Die subtilen Gruselszenen werden weniger und zum Schluss kann man schon von einem Actionfilm sprechen. Hätte man sich auf ein Genre beschränkt, dann wäre das wohl wesentlich passender gewesen. So wirkt der Übergang leider ziemlich unpassend. Allgemein ist es immer ein schlechtes Zeichen, wenn ich bei einem Horrorfilm irgendwann gelangweilt bin von den „Schockern“, die mir vorgesetzt werden. Dies ist hier dann leider irgendwann der Fall.

Abschließend muss man aber auch sagen, dass sich der Film nicht durch Klischees verwässern lässt. Natürlich gibt es die Exorzistin und das Duell mit dem Dämonen, aber es ist doch wesentlich interessanter inszeniert, als man es gewohnt ist. Besonders hat mir dabei gefallen, dass mir die Figuren nicht schrecklich egal sind. Das Verhalten der Eltern ist nachvollziehbar und auch die Jungen werden einem sympathisch. Das ist keine Selbstverständlichkeit, funktioniert aber doch sehr gut. So wird dann auch automatisch Spannung erzeugt, weil einem was an den Figuren liegt. Dies ist sonst meiner Meinung nach ein Punkt, der oft vergessen wird. Hier hat man aber glücklicherweise daran gedacht.


Fazit

Auch wenn immer gesagt wird, was für ein Horrorgenie James Wan doch ist, nach „Conjuring“, konnte mich nun auch Insidious nicht vollständig überzeugen. Vielmehr hatte ich das Gefühl, mehr vom alten zu sehen. Immerhin setzt sich der Film aber vom sonstigen Horrorbrei ab, weil die Figuren nachvollziehbar und sympathisch sind und weil Wan wirklich ein Meister der Inszenierung ist. Ansonsten ist es aber eher ein durchschnittlicher Horrorfilm, der durchaus mal geguckt werden kann.

6


Cast

  • Regisseur: James Wan
  • Drehbuch: Leigh Whannell

Hauptdarsteller

Darsteller Rolle
Patrick Wilson Josh Lambert
Rose Byrne Renai Lambert
Ty Simpkins Dalton Lambert
Lin Shaye Elise Rainier

Nebendarsteller

  • Leigh Whannell
  • Angus Sampson
  • Barbara Hershey

Die Filme von James Wan

  • Stygian (2000)
  • Saw (2004)
  • Dead Silence (2007)
  • Death Sentence (2007)
  • Insidious (2010)
  • Conjuring (2013)
  • Insidious: Chapter 2 (2013)
  • Fast & Furious 7 (2015)
  • Conjuring 2 (2016)

Weitere Meinungen

 

  • Schnitt: 6,0/10

6

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. filmlichter sagt:

    Ich fand den damals ganz gut. Ich würde auf Deine Bewertung wohl noch ’n Pünktchen draufpacken. Ich fand zumindest interessant, dass er im letzten Drittel quasi alle Versuche des Grusels aufgab, um vollständig „over-the-top“ zu gehen. Stichwort: Darth Maul-Dämon…
    Blöd ist, dass der Film zur Schablone, nicht nur für Wan, sondern für Mainstream-Studio-Horror der letzten Jahre geworden ist. Aber das kann man dem Film ja erstmal nicht vorwerfen.

    Gefällt 1 Person

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