Horrorctober-Kritik: Die Frau in Schwarz

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Quelle: giphy.com

Der Oktober ist noch immer im vollen Gange und das bedeutet auch, dass die Aktion des Horrorctobers natürlich noch läuft. Nur leider schaffe ich es nicht, die angestrebten 13 Filme im Monat wirklich hintereinander wegzuschauen. Doch zumindest habe ich mir jetzt einen zweiten Film nach Insidious geschaut und dafür einen rausgesucht, den ich schon sehr lange sehen wollte: Die Frau in Schwarz. Der Grund dafür ist nicht etwa, dass ich so ein Horrorfan bin und der Film so tolle Kritiken bekommen hat, vielmehr bin ich sehr daran interessiert, wie sich Daniel Radcliffe seit „Harry Potter“ als Darsteller entwickelt hat. Und dabei bin ich immer wieder aufs Neue positiv überrascht. Ob er mich auch in „Die Frau in Schwarz“ überzeugen konnte und ob mich der Film allgemein zum Gruseln gebracht hat, erfahrt Ihr in meiner Kritik!


Handlung

Anfang des 20. Jahrhunderts: Der junge Londoner Anwalt Arthur Kipps wird von seiner Kanzlei in ein britisches Hinterland irgendwo in Großbritannien abgeordnet, den Besitz einer verstorbenen Witwe aufzulösen und ihr Anwesen zu verkaufen. Doch allerlei merkwürdige Hindernisse stellen sich ihm in den Weg. So taucht bei der Beerdigung der toten Witwe als einziger Besucher eine seltsame Frau in Schwarz auf. Schon bald muss er feststellen, dass es sich bei der mysteriösen schwarz gekleideten Frau um einen Geist handelt, dessen Sohn einst ertrank. Und dieser Geist ist nun auf Rache aus. (Filmstarts)


Kritik

Daniel Radcliffe ist wohl einer derjenigen Darsteller, die mein ganzes Filmleben mitgeprägt haben. Immerhin hat er mich zumindest nahezu meine gesamte Jugend begleitet. Und genauso wie Elijah Wood darunter leidet, immer als Frodo angesehen zu werden, ist auch Radcliffe für viele nur Harry Potter. Seitdem versucht er sich von diesem Image zu lösen und macht das auch meiner Meinung nach sehr gut. Dazu gehörte dann auch, dass er die Hauptrolle im Horrorfilm Die Frau in Schwarz angenommen hat. Alleine diese Besetzung hat mein Interesse gweckt und ich muss auch hier sagen, dass Radcliffe wieder gekonnt seine Rolle spielt. Allerdings ist der Film gar nicht so sehr darauf ausgelegt, ihn in den Vordergrund zu stellen, die Menschen sind nahezu zweitrangig. Der große Hauptcharakter ist vielmehr das Geisterhaus, dass von der titelgebenden Dame heimgesucht wird.

Auch wenn der Film nicht wie andere Vertreter des Genres nur in em Haus spielt, so sind doch zumindest die eindrucksvollsten und vor allem gruseligsten Szenen in diesem zu finden. Immer wenn die Frau in Schwarz ihre Auftritte bekommt und den Figuren und Zuschauern das Fürchten lehrt, hat der Film seine Höhepunkte. Dabei verlässt sich der Film zwar auf Genre-Konventionen, nutzt diese aber so gekonnt, dass ich mich nicht ruhig auf dem Sitz halten konnte. Und genau das ist es ja auch, was man von einem Horrorfilm gerne hätte. Besonders eine Szene, die mit einem Fenster zu tun hat, hat mich regelrecht aufschrecken lassen. Auch wenn ich schon ein ziemlicher Angsthase bin, so stark ist das dann doch etwas seltener.

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So fühlt man sich dann öfter im Film Quelle: giphy.com

Aber auch neben dem Geisterhaus erzählt der Film eine interessante Geschichte. Da die Hauptfigur unter dem Verlust seiner Frau leidet, schwankt er den ganzen Film über zwischen Verzeiflung und Hoffnungslosigkeit, was dem Ganzen dann zu dem optischen Horror auch noch einen emotionalen liefert. Dieser bleibt dabei zwar im Hintergrund, gibt dem Setting dann aber doch etwas mehr Hintergrund als nur die typische Familie, die von Geistern heimgesucht wird. Besonders hat mir dabei gefallen, dass sich dann am Ende ein Kreis schließt, den ich so nicht erwartet hätte, der mich dafür aber umso stärker beeindruckt hat. Dabei wird dann auch deutlich, wer der wahre Star des Films neben dem Geisterhaus ist, nämlich die Frau in Schwarz.

Denn auch außerhalb des Hauses findet man sie immer wieder in der Stadt, wenn sie dabei ist, die Kinder in den Freitod zu treiben. Der Film spart dabei auch nicht an schockierenden Bildern und ist wesentlich härter, als ich am Anfang gedacht hätte. Schockierend ist dabei zwar nicht, was zu sehen ist, sondern wem es zustößt. In solch einer Konsequenz habe ich das bislang noch nicht gesehen, was aber wohl auch daran liegt, dass ich in dem Genre allgemein nicht sehr bewandert bin. Das ändert aber auch nichts daran, dass mich dieser gewagte Schritt beeindruckt hat und das Niveau des Films nochmals anhebt.

Dennoch muss man dem Film auch einige Schwächen ankreiden. So fasziniert ich von der Grundstory, dem Gruselhaus und der Frau in Schwarz allgemein beeindruckt war, so gibt es auch wieder die typischen Längen, die ich in so gut wie jedem Horrorfilm ausmachen kann. Man muss nun mal die Geschichte einleiten und das erzeugt in vielen Fällen etwas Leere in der Erzählung. So ist das dann auch hier, aber glücklicherweise hält sich das doch arg in Grenzen, sodass man fast über die gesamte Laufzeit gut unterhalten wird.


Fazit

Die Frau in Schwarz war bisher wohl eine der positivsten Überraschungen, die ich im Horror-Genre erleben durfte. Wurde ich anfangs nur durch Daniel Radcliffe zum Anschauen des Films bewegt, so wurde ich jedoch auch grundlegend durch den überzeugenden Grusel, die interessante Handlung und vor allem die Frau in Schwarz überzeugt. Insofern kann ich den Film nur wärmstens empfehlen, sowohl Horrorfans, als auch Filmfreunde seichteren Gemüts werden hier ihren Spaß haben.

8


Cast

  • Regisseur: James Watkins
  • Drehbuch: Jane Goldman

Hauptdarsteller

Darsteller Figur
 Daniel Radcliffe Arthur Kipps
Ciarán Hinds Samuel Daily
Liz White Die Frau in Schwarz

Nebendarsteller

  • Janet McTeer
  • Jessica Raine
  • David Burke
  • Roger Allem

Weitere Meinungen

 

  • Schnitt: 6,0/10

6

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17 Kommentare Gib deinen ab

  1. filmlichter sagt:

    Ich glaube ich hab den ganz ähnlich gesehen, wie Du (bis auf die Verbindung zu Radcliffe, ich muss gestehen der wahrscheinlich einzige Mensch zu sein, der nie einen Potter-Film gesehen hat). Gelungene Atmosphäre, tolles Setdesign/Ausstattung, wohldosierte Schockeffekte und ein paar Längen, die es nicht gebraucht hätte.
    Schöne Rückkehr für die Hammer Studios.

    Gefällt 3 Personen

      1. filmlichter sagt:

        Oh weh, das sollte sich ein Arzt ansehen!

        (ich hab auch die Bücher nicht gelesen *duckundweg*)

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      2. Morgen Luft sagt:

        Ach…Ich finde auch mit Ignoranten meinen Umgang 😛

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    1. velverin1981 sagt:

      Wir wären schon zu zweit 😉 Ich habe auch noch keinen Harry Potter Film gesehen.

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  2. Morgen Luft sagt:

    Habe ich noch nie gehört, klingt super interessant. Und…Bei Amazon Prime. Yeah^^

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    1. Ma-Go sagt:

      Hallo?! Ich hatte den auch schon mal vorgestellt. Wie kannst du da noch nie davon gehört haben? 😉

      Gefällt 2 Personen

      1. Morgen Luft sagt:

        Wat? Wann war das denn? Habe ich verdrängt, sorry. Anderer Titel?

        Gefällt 2 Personen

      2. Ma-Go sagt:

        Auch im Rahmen des Horrorctobers. Filmexe hat mich sogar verlinkt (Danke dafür). Aber ich verzeihe dir 😉

        Gefällt 2 Personen

      3. Staffmann sagt:

        Unfassbar, dass die Verlinkungen hier einfach nicht genutzt werden :O Ich bin ebenso schockiert wie du!

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      4. Ma-Go sagt:

        Ich bin noch viel geschockter darüber, dass meine Artikel scheinbar nicht gelesen werden 😀

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      5. Staffmann sagt:

        Einfach schrecklich 😦

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      6. Ma-Go sagt:

        Das Leben ist echt hart 😦

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  3. donpozuelo sagt:

    Jetzt musste ich glatt mal bei mir gucken, aber ich habe damals nur 6 von 10 gegeben. Ist leider nur schon zu lange her, dass ich wirklich sagen kann, was mich gestört hat. 😉

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  4. tarlucy sagt:

    Ich habe den Film auch aus dem selben Grund gewählt. Und habe ihn damals alleine geschaut….Ich bin dann laut pfeifend durch das Haus. Einer der gruseligsten, die ich seit langem gesehen habe – aber meine Empfehlung immer mit jemanden zusammen gucken. Es könnte Alpträume geben. Der 2. war ok…aber muss man nicht – reicht auf keinen Fall an den 1.

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  5. Schauerfee sagt:

    Der Film ist sehr gut, die letzten ca. 20 Minuten ausgenommen, aufgrund der Unlogik.

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