Horrorctober-Kritik: The Others

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Quelle: giphy.com

Auch wen der Oktober und damit die Blogaktion des Horrorctobers nun schon eine halbe Ewigkeit her ist, so will ich doch meine Verpflichtung nicht vernachlässigen. Ich bin eher zutiefst enttäuscht von mir, dass ich es nicht geschafft habe, zu allen 13 Filmen eine Kritik zu schreiben. Insofern habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, bis zum nächsten Oktober alles nachzuholen, was ich verpasst habe. Den Anfang macht dabei der Gruselfilm mit Nicole Kidman, der mit einer interessanten Geschichte daherkommt: The Others sieht anfangs aus wie ein typischer Geisterfilm, kann aber mit einer klugen Kniff überzeugen oder möchte es zumindest. Ob das bei mir funktioniert hat und ob ich den Film allgemein empfehlen kann, erfahrt Ihr nun in meiner Kritik!


Handlung

Die britische Kanalinsel Jersey im Jahr 1945, unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges: Die streng katholische Grace Stewart lebt mit ihren kleinen Kindern Anne und Nicholas allein in einem großen Herrenhaus. Da die Kinder an einer seltenen Krankheit in Form einer extremen Lichtüberempfindlichkeit leiden, sind alle Fenster des Hauses mit schweren Vorhängen abgedunkelt. Das Verhältnis zu ihren Kindern ist von einer leidenschaftlichen Überfürsorge geprägt. Eines Tages stehen drei Diener vor der Tür. Anfangs als willkommene Hilfe empfangen ändert sich Grace’ Meinung, als sich schon bald merkwürdige bis unheimliche Vorkommnisse mehren. Grace, aber auch ihre Kinder werden von Visionen von anderen gequält, sodass sie glauben müssen, das Haus sei besessen. (Moviepilot)


Kritik

Wer meine Kritik zu „Die Frau in Schwarz“ gelesen hat, der weiß bereits, dass ich durch ein paar klug gesetzte Schockmomente sehr leicht zu überzeugen bin. Immerhin reicht das an sich schon für mich aus, um eine gruselige Stimmung und damit einen guten Horrorfilm zu schaffen. Und an sich kann man The Others auch sehr gut mit der „Frau in Schwarz“ vergleichen. Man hat ein altes Herrenhaus, eine aufgrund der Handlung logische dunkle Atmosphäre und dazu noch die gewohnt gruseligen Geistermomente. Was der Film aber noch hat, ist eine sehr clevere Handlung. Man verlässt sich nicht nur auf die vermeintlichen Geister, sondert bietet zudem eine Story, die mich auch abgesehen von der Stimmung fesseln konnte.

Durch das Setting im zweiten Weltkrieg und die Krankheit der Kinder baut sich eine Handlung auf, die ohnehin schon spannend genug wäre, um sich den Film nur so anzuschauen. Dass dazu dann noch seltsame Geschehnisse und ein Geisterjunge auftauchen, kann man schon fast als Bonus sehen, der mir auch wirklich wie ein Bonus vorkam. Anstatt wie erwartet einen Horrorfilm zu bekommen, bekam ich ein gut erzähltes Drama mit Horrorelementen, die mich zu gleichen Teilen überzeugen konnten. Großes Lob verdienen dabei aber vor allem die Darsteller, allen voran Kidman und Alakina Mann, die die Tochter mimt.

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Quelle: giphy.com

Das große Plus des Films, der für mich leider zu einem Minus geworden ist, ist allerdings die Auflösung der gesamten Geschichte, die einen so cleveren Kniff gefunden hat, dass es mich schon fast ärgert, es hier als negativen Punkt aufzählen zu müssen. Natürlich verrate ich an dieser Stelle nicht, wie der gesamte Film endet, mein großes Problem damit ist aber, dass ich es vorher schon wusste. Ich muss irgendwann mal eine Diskussion zu dem Film gehört oder einen Text gelesen haben, zumindest war mir sehr schnell klar, was einem der Film sagen wollte. Da sich Regisseur Alejandro Amenábar auch noch sehr viel Zeit nimmt, um die Auflösung so genüsslich wie möglich zu präsentieren, war ich dann doch stark genervt. Für den erstmaligen Zuschauer ist das bestimmt genial, weil er so langsam mitkriegt, was eigentlich los ist, ich wurde aber von Sekunde zu Sekunde genervter.

Allerdings muss auch gesagt werden, dass ein Film ja nicht automatisch schlechter wird, weil man einen Twist kennt. „The Prestige“ oder „Memento“ habe ich alleine durch das Wissen darum mehrere Male geschaut, um von Anfang an zu verstehen, wo und wie man den Twist schon hätte sehen können. Bei „The Others“ ist das meiner Meinung nach aber anders. Ich kannte den Twist und denke, dass man ihn nicht kommen sieht. Insofern ist er sicherlich sehr klug und für einen Horrorfilm doch arg ungewöhnlich, er ist für mich aber kein Grund, den Film noch einmal zu schauen. Allerdings macht das für mich einen wirklich guten Film aus, der mit einem Twist überzeugen möchte.


Fazit

Nichtsdestotrotz handelt es sich bei The Others um einen sehr guten Film, den ich jedem Drama- und Horrorfilmfan ans Herz legen kann. Eigentlich hat man alles was man braucht: Gut geschriebene Figuren, eine dichte Atmosphäre und vor allem eine für einen Horrorfilm tolle Geschichte. Allein das zu lang erzählte Ende und die daraus resultierende Langweile haben mich gestört. Ohne Kenntnis des Twists kann man aber auch das verkraften.

7


Cast

  • Regisseur: Alejandro Amenábar
  • Drehbuch: Alejandro Amenábar

Hauptdarsteller

Darsteller Rolle
 Nicole Kidman  Grace Stewart
 Fionnula Flanagan Mrs. Bertha Mills
Alakina Mann Anne Stewart

Nebendarsteller

  • Christopher Ecclestone
  • James Bentley
  • Eric Sykes
  • Elaine Cassidy
  • Renée Asherson
  • Michelle Fairley

Mehr Filme von Alejandro Amenábar

  • Faszination des Grauens (1996)
  • Öffne die Augen (1997)
  • The Others (2001)
  • Das Meer in mir (2004)
  • Agora – Die Säulen des Himmels (2009)
  • Regression (2015)
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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. filmgeist9 sagt:

    The Others ist eigentlich ein guter Film mit einer tollen Nicole Kidman, die eine 1a- One- Woman- Show hinlegt, da sie in nahezu jeder Einstellung zu sehen ist. Doch krankt der Film an seinem Wiedersehens- Wert. Ich habe den Film vor langer Zeit gesehen und er reizt mit kein bisschen ihn mir noch einmal anzuschauen; was für mich aber zu einem Film mit Klasse zählt.

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    1. Staffmann sagt:

      Für mich zählt das eher für einen nicht ganz so guten Film^^ Ich mag Filme mehr, die man öfter sehen kann.

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  2. bullion sagt:

    Einer meiner liebsten Gruselfilme. Mag ich sehr. Tolle Atmosphäre mit starker Kamera und tollem Licht.

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    1. Staffmann sagt:

      Stimmt, da bin ich ja gar nicht drauf eingegangen. Das Licht ist wirklich grandios!

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  3. Ma-Go sagt:

    Kann ich so unterschreiben 🙂

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