Kritik: Conjuring 3

Auch wenn man es sich gar nicht so wirklich vorstellen kann, aber diesen Blog gibt es inzwischen schon mehrere Jahre. Natürlich gab es zwischendurch einige längere Pausen, aber trotzdem findet man heute noch Kritiken als sehr weiter Vergangenheit. Eine davon ist zum Beispiel die Kritik zu „Conjuring„, die ich 2015 geschrieben habe. Der Film selbst ist sogar noch zwei Jahre älter und nun, sechs Jahre später, ist die „Conjuring“-Reihe eine Serie geworden mit mehreren Spin-Offs und Fortsetzungen, die wohl zu den erfolgreichsten Horrorfilmreihen aller Zeiten zählen. Nun kommt der inzwischen dritte Teil der Hauptreihe und die Frage ist, ob sich die Reihe nach all den Jahren gebessert hat oder es immer noch die uninspirierte Geisterbahn ist, die ich 2015 kennengelernt habe.


Handlung

Die beiden Dämonologen Ed und Lorraine Warren (Patrick Wilson und Vera Farmiga) sind wieder mal dabei, einen Exorzismus durchzuführen. Doch bei der Teufelsaustreibung des jungen David Glatzel (Julian Hilliard) verschwindet der Dämon nicht einfach, sondern steht stattdessen über in den Freund der Familie (Ruairi O’Connor). Als sich dann schrecklich Dinge ereignen und er vor Gericht verantworten muss, wird auf unschuldig plädiert, immerhin war man ja vom Teufel besessen. Nun liegt es an den Warrens, eben dies zu beweisen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass niemand mehr zu Schaden kommen kann.


Kritik

Im Fazit meiner Kritik des ersten Teils habe ich noch geschrieben, dass es wenig gibt, was man dem Film zugute halten kann. Die Schauspieler spielen sehr gut und Wan schafft beeindruckend gut gefilmte Bilder, aber das, was meiner Meinung nach einen guten Horrorfilm ausmacht, fehlt leider. Sechs Jahre später könnte ich nun dasselbe Fazit fast wortgleich auf Conjuring 3 anwenden. Bis auf einige Ausnahmen handelt es sich nämlich auch nahezu um denselben Film. Und das, obwohl man doch im Aufbau des Films und auch in einigen Handlungssträngen etwas Neues probiert hat.

Während sich der erste Teil und von dem, was ich gehört habe, auch der zweite Teil auf klassische Ansätze des Horror-Genres berufen und die Charaktere von einem schaurigen Moment in den nächsten schicken und dabei möglichst überraschende Soundeffekte über den Zuschauer hereinbrechen lassen, steckt man im dritten Teil nun noch eine kleine Detektiv-Geschichte ins Skript. Und das ist dann auch wohl das positivste, was man im direkten Vergleich nennen kann. Denn gerade durch das Hinweise Sammeln und Fährten Folgen ergibt sich nochmals eine andere Dynamik in dem Film, die mir wesentlich besser gefallen hat, als die oben genannte Geisterbahn. Denn natürlich gibt es auch wieder die Szenen, die nur auf einen Schockeffekt hinarbeiten und trotzdem dermaßen offensichtlich sind, dass es nun alles ist, nur nicht gruselig.

Eigentlich ein schönes Bild, es kommt einem nur so bekannt vor…

Doch auch die positiven Aspekte des ersten Films konnten beibehalten werden. Wilson und Farmiga sehe ich beide generell immer gerne und in ihren Rollen als Warrens funktionieren sie meiner Meinung nach ziemlich gut. Auch wenn hier in Sachen Liebe etwas zu dick aufgetragen wird, kann ich sie mir einfach als das Geister jagende Ehepaar vorstellen, das funktioniert. Und auch bei den Nebenrollen hat man sich gut bedient, besonders O’Connor, den ich vorher nicht kannte, spielt den besessenen und langsam den Verstand verlierenden jungen Mann überzeugend. Den Schauspielern kann man also keinen Vorwurf machen, sie machen eigentlich das beste aus dem Skript.

Jenes ist dann nämlich das große Problem, wie es schon zu erwarten war. Es ist leider ziemlich bezeichnend für einen Horrorfilm, wenn ich in diesem nicht einmal Angst um einen der Charaktere hatte. Natürlich haben die Warrens selbst eine Art Plotarmour, aber auch die anderen Figuren werden so aufgebaut, dass man sich im Grunde keine Sorgen machen muss. Vielleicht bin ich dann einfach ein zu großer Zyniker, was das Genre angeht, aber ich warte dann doch immer auf den Twist oder das eine Element, dass den Film dann aus der Masse hervorstechen lässt. Dieses gibt es hier leider nicht.

Aber auch, wenn das Ganze wieder sehr negativ klingt, so kann ich doch durchaus nachvollziehen, weshalb man den Film gerne schaut. Es ist zwar nicht so super gruselig, wie ich es gerne hätte, aber es ist vor allem eines: unterhaltsam. Ob es nun die Mischung aus Horror und Krimi ist oder das Zusammenspiel der Darsteller oder einfach die Art, wie der Film gedreht ist, kann ich nicht mal direkt sagen. Es ist aber eine Tatsache, dass ich nicht schlagartig das Kino verlassen wollte. Und für das eine oder andere Monsterdesign lohnt sich der Film dann auch noch auf der großen Leinwand.


Fazit

Conjuring 3 ist keine Horror-Revolution, möchte es aber auch ganz sicher nicht sein. Man bleibt beim Bewährten, mischt dieses mal aber auch noch etwas Krimi in die Geschichte und schafft es damit immerhin, etwas frischen Wind in die Reihe zu pusten. Doch auch mit den Darstellern und nicht zu kritisierenden Bildern schafft es der Film nicht aus dem Einheitsbrei der Geisterbahn-Filme, von denen man einfach schon viel zu viele gesehen hat. So kann man ins Kino gehen, wenn man mal etwas Gänsehaut bekommen möchte, schlaflose Nächste wird davon jedoch niemand bekommen.


Cast

  • Regie: Michael Chaves
  • Drehbuch: David Leslie Johnson-McGoldrick, James Wan

Hauptdarsteller*innen

Darsteller*inRolle
Vera FarmigaLorraine Warren
Patrick WilsonEd Warren
Ruairi O’ConnorArne Cheyenne Johnson
Sarah Catherine HookDebbie Glatzel

Nebendarsteller*innen

  • Julian Hilliard
  • John Noble
  • Eugenie Bondurant
  • Shannon Kook
  • Ronnie Gene Blevins

Die Filme von Michael Chaves

  • Lloronas Fluch (2019)
  • Conjuring 3 (2021)

Weitere Meinungen

  • Schnitt: 6/10

Bildrechte liegen bei Warner Bros. Germany

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. nomadenseele sagt:

    Wird das Geheimnis von The Crooked Man gelöst?

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    1. Staffmann sagt:

      Da ich noch nie von dem Crooked Man gehört habe, nein^^

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      1. nomadenseele sagt:

        Ah, danke. In irgendeinem Film aus dem Universum wird er angesprochen, aber niemand weiß, um wen es sich handelt.

        Wie ja auch das später erschienene The Nun auch kurz in Anabelle 2 auftauchte. Die aktuell richtige Reihenfolge ist ja, The Nun – Annabelle 2 – Annabelle – Annabelle 3 und dann in die Conjuring-Filme.

        Gefällt 1 Person

      2. Staffmann sagt:

        Achso verstehe, aber ich meine, man kann ja alle Filme schauen ohne die anderen zu kennen. Also ich habe ja nur Bruchstücke der Reihe gesehen und keine Probleme beim Verständnis

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      3. nomadenseele sagt:

        Ohne Verständnisprobleme ja, aber es gibt halt immer wieder Verweise untereinander. Annabelle 2 hört da auf, wo Annabelle anfängt und in Annabelle 2 wird ein Foto der Nonne gezeigt. Es gibt im Conjuring-Universum also immer wieder Querverweise, wobei noch keiner weiß, was der Hintergrund von The Crooked Man ist.

        https://www.kino.de/film/conjuring-die-heimsuchung-2013/news/die-conjuring-filme-in-der-richtigen-chronologischen-reihenfolge/

        Gefällt 1 Person

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