Kritik: Santa Clarita Diet – Staffel 1

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Quelle: Giphy.com

Wenn es ein Subgenre gibt, dass ich bislang noch nicht ganz verstanden habe, dann ist es (neben dem Western) wohl am ehesten das Zombie-Genre. Immerhin gibt es davon aktuell jährlich mindestens 20 neue Filme und auch die Anzahl an Serien, die sich mit den Menschen fressenden Untoten beschäftigen, wächst beständig. Und doch schafft man es immer wieder, dem Genre etwas Neues abzugewinnen. Zuletzt hat das der hochgelobte „Train to Busan“ eindrucksvoll bewiesen. Heute geht es aber nicht um einen Film, sondern die neue Netflix-Serie Santa Clarita Diet, die mal wieder einen neuen Twist findet, aber ob der auch funktioniert und ob die Serie sehenswert ist, erfahrt Ihr nun in meiner Kritik.


Handlung

Die beiden Ehepartner Sheila und Joel sehnen sich unglaublich nach etwas Abwechslung in ihrem öden Alltagstrott. Wenngleich sich Joel irgendwann mit der Situation abgefunden hat, verliert Sheila die Nerven und macht eine unerwartete Verwandlung durch, die dazu führt, dass sie einen unersättlichen Hunger auf Menschenfleisch verspürt. Nun steht vor allem eine Frage im Raum: Woher soll das kostbare Gut kommen? Denn einfach Menschen töten… das geht doch nicht, oder etwa doch? (Moviepilot)


Kritik

Ich gebe zu, meine obige Beschreibung des Zombie-Genres ist sicherlich nicht ganz objektiv gewesen. Es gibt gewiss auch Menschen, die damit überhaupt nix anfangen können und auch keine Abwandlungen in Handlung oder Szenario erkennen. Eine Ausnahme davon könnte aber ganz bestimmt Santa Clarita Diet sein, immerhin hat man sich hier dazu entschlossen, die Handlung nur um einen einzigen Zombie drehen zu lassen, nämlich die von Drew Barrymore gespielte Familienmutter Sheila, die langsam aber sicher zum Menschenfresser wird. Der „Twist“ dabei: Auf den ersten Blick erkennt man die Wandlung nicht und auch ihr Verhalten ist weitesgehend normal, wenn sie doch nur nicht nur noch Menschenfleisch essen könnte…

Und damit hat man schon den ersten großen Unterschied zu normalen Zombiefilmen umrissen. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Untoten nämlich auch wirklich um seelenlose und keinem reinen Willen folgende Puppen, die nur dem Fressinstinkt folgen. Was also im Endeffekt bleibt: Sheila muss Menschen essen und ist extrem stark, von einer reinen Zombieserie kann man hier also nicht mehr direkt sprechen. Mit dieser Verschiebung des Fokus hätte eigentlich auch der Reiz der Handlung verloren gegangen sein, immerhin mag ich an den Genre normalerweise am meisten, wie sich die Überlebenden in der neuen Welt verhalten und wie sie Moral und Gewissen mit dem neuen Leben vereinbaren. Doch kurioserweise ist dies auch hier der Fall, denn neben Sheila müssen auch ihr Mann und ihre Tochter mit der neuen Situation leben.

Alles in allem führt das dann zu einer Handlung, die man meiner Meinung nach nicht mehr als Zombieserie bezeichnen kann, die aber dennoch abwechslungsreich, spannend und vor allem sehr witzig ist. Denn bei Santa Clarita Diet handelt es sich ganz klar um eine Comedy-Serie, das unterstreicht auch die durchschnittliche Folgenlänge von 30 Minuten. Die großen Humormomente kommen dabei hauptsächlich von den kuriosen Entscheidungen, die nicht nur die untote Sheila, sondern auch ihre Familienmitglieder treffen. Da bleibt es nicht nur dabei, böse Menschen zu fressen, vielmehr ist das nur der Auftakt zu kuriosen Szenen und Situationen, man so bislang nicht in Serien sehen konnte. Großes Lob verdienen dabei aber vor allem die Autoren, die es schaffen, die ganze Szenerie dennoch nicht zu unsinnig erscheinen zu lassen. Viele würden sicherlich nicht so handeln wie die Figuren, man kann dennoch mit ihnen mitfühlen.

Es lässt sich also festhalten, dass das Szenario sehr witzig und kreativ ist und dass der Humor zumindest meinen Geschmack ausgezeichnet trifft. Nur leider lässt sich der Eindruck nicht verscheuchen, dass man aus dieser tollen Idee noch so viel mehr hätte machen können. Die einzelnen Episoden sind für meinen Geschmack zu sehr am „Monster of the Week“-Prinzip angelehnt, was man vor allem aus Krimiserien kennt, in denen jede Woche ein neuer Fall behandelt wird. Sicherlich gibt es hier eine große Handlung, allerdings wird diese immer wieder durch kleine Einschübe in den jeweiligen Episoden unterbrochen. Das stört den Erzählfluss und ist besonders schade, weil die kleinen Episoden meist nicht so kreativ sind, wie sie anhand der Grundhandlung hätten sein können.

Zudem haben mich die Darsteller nicht durch die Bank überzeugt. Mit den beiden Hauptdarstellern Drew Barrymore und Timothy Olyphant hat man natürlich zwei namhafte Darsteller gewinnen können und beide spielen auch gewohnt toll, ebenso muss ich den jungen Skyler Gisondo erwähnen, der mir gefallen hat. Anders verhält sich das aber bei der Tochter und dem „bösen“ Nachbarn, die beide teilweise so over the top spielen, dass es selbst in solch einem unrealistischen Szenario unpassend wirkt. Dieser Unterschied im Schauspielniveau zieht sich so auch durch die gesamte Staffel und hat mich leider etwas rausgerissen. Ebenso muss ich an dieser Stelle auch das Ende negativ erwähnen, welches so unkreativ und lieblos dahingeklatscht wurde, dass ich leider an das Ende der ersten Staffel von „Bloodline“ erinnert wurde. Zur Einordnung: Die Serie habe ich nicht weitergeschaut…


Fazit

Santa Clarita Diet ist nicht die Revolution des Zombie-Genres, vielmehr eine Light-Variante, die mit für Humor, tollen Hauptdarstellern und einem interessanten Szenario zu überzeugen weiß. Wäre das Ende besser herausgearbeitet gewesen und hätte man noch etwas mehr Kreativität herauskitzeln können, wäre es wohl DIE neue Comedy-Serie geworden, so aber ist es eine kurzweilige und schnell geschaute Serie, bei der man nicht viel falsch machen kann.

7


Cast

  • Showunner: Victor Fresco

Hauptdarsteller

Darsteller Rolle
 Drew Barrymore Sheila Hammond
 Timothy Olyphant Joel Hammond
Liv Hewson Abby Hammond
Skyler Gisondo Eric Bemis

Nebendarsteller

  • Mary Elizabeth Ellis
  • Richard T. Jones
  • Ricardo Chavira
  • Joy Osmanski
  • Thomas Lennon
  • Deobia Oparei
  • Portia de Rossi
  • Nathan Fillion

Weitere Meinungen

 

  • Schnitt: 7,0/10

7

 

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8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Sara sagt:

    Mir hat der Trailer der Serie und auch die kleinen Werbe-Teaser, die auf Youtube gelaufen sind gut gefallen, würdest du die Serie dann grundsätzlich empfehlen („Sollte man mal gesehen haben…“) oder eher nicht? Wenn du sagst dir war das Ende zu unkreativ, heißt das, es gibt davon nur eine Staffel?

    LG Sara

    Gefällt 1 Person

    1. Staffmann sagt:

      Also enpfehlenswert ist die Serie auf jeden Fall! Und das Ende ist mir eher zu unkreativ, weil es massiv auf eine Fortsetzung ausgelegt ist und somit kein wirkliches Ende präsentiert. Es ist schwer zu beschreiben, ohne es vorweg zu nehmen ^^

      Gefällt 1 Person

      1. Sara sagt:

        Okay gut dann werde ich mir die Serie wohl bald mal anschauen 😀
        Weißt du schon, ob schon feststeht, dass es eine Fortsetzung gibt?

        Gefällt 1 Person

      2. Staffmann sagt:

        Nee, bislang wurde meines Wissens nach nichts angekündigt, aber ich würde mal stark davon ausgehen 😉

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  2. filmgeist9 sagt:

    Danke! Vom Titel hätte ich jetzt eine 08/15 Comedy erwartet, die zuhauf auf CC läuft. Aber meine Frau hat auch schon angedeutet, dass wir sie uns anschauen sollten.
    Mal schaun

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  3. rina.p sagt:

    Ich habe zwei Folgen bis jetzt gesehen und finde sie amüsant. Nichts Weltbewegendes, aber um sich ablenken zu lassen und mal was anderes zu sehen, wirklich gut und Drew spielt wirklich total reizend. Aber die Synchro! Mannomann. Bei schon bekannten Schauspielern wie Nathan Fillion, Patton Oswald, Timothy Olyphant. Das ist nicht so brüllend. Aber man wird sich wohl dran gewöhnen.

    Gefällt 1 Person

  4. Tante Tex sagt:

    Ich fand die Serie auch ganz amüsant. Und überraschenderweise hat mich Drew Barrymore diesmal sogar überzeugen können. Sehr schöne Kritik!

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