Kritik: Kong – Skull Island

Es ist doch eine interessante Zeit, in der wir uns gerade befinden. Besonders im Kino geschehen seit einigen Jahren Dinge, die es so noch nie gegeben hat, und dann wieder gibt es Filme, die man so schon hundert mal gesehen hat. Auf Kong: Skull Island trifft beides zu, immerhin haben wir den riesigen Affen King Kong schon oft genug über die Leinwand rennen sehen. Dafür wird er aber in kommenden Filmen auf Godzilla treffen, der in seinem gleichnamigen Film schon einmal die Welt verwüsten durfte. Damit bilden die beiden ein weiteres Filmuniversum, was sich neben Marvel und DC einreihen darf. Während „Godzilla“ aber eine mittelschwere Enttäuschung war, möchte Kong: Skull Island nun die Vorfreude wecken auf den kommenden Monster-Clash. Ob er das schafft oder auch nur blendendes Actionkino ohne Mehrwert ist, erfahrt Ihr in meiner Kritik.


Handlung

Jordan Vogt-Roberts’ packender Film erzählt die Story eines sehr vielfältigen Teams aus Wissenschaftlern, Soldaten und Abenteurern, die sich gemeinsam auf eine unerforschte Pazifikinsel wagen: Die Insel birgt nicht nur Naturschönheiten, sondern auch große Gefahren, weil die Entdecker nicht ahnen, dass sie in das Revier des gewaltigen Kong eindringen. Weitab von der Zivilisation kommt es dort zur ultimativen Konfrontation zwischen Mensch und Natur. Schnell entwickelt sich die Forschungsreise zum Überlebenskampf, in dem es nur noch darum geht, dem urweltlichen Eden zu entkommen. Denn Menschen haben dort nichts verloren.


Kritik

Was erwartet man sich von einem Film, in dem es um einen riesigen Affen geht, der auf einer einsamen Insel lebt? Eigentlich nicht viel, der Affe sollte sich mit anderen Monstern prügeln und das möglichst beeindruckend und unterhaltsam. Dann möchte man eventuell noch ein paar nette menschliche Figuren treffen und auch zwischen den Monsterkämpfen mit erträglichen Dialogen und einer interessanten Nebenhandlung abgelenkt werden. Wenn man dann noch den obigen Trailer gesehen hat, kann man sich scheinbar auch noch auf tolle Bilder freuen. Wenn das alles zutreffen würde, wäre Kong: Skull Island wohl der optimale Blockbuster. Das Problem ist nun aber, dass der Film kaum ein Versprechen einlöst, vielmehr ist er die erste große Enttäuschung des noch frischen Kinojahres.

Das Positive vorweg: Es gibt in der Tat grandiose Bilder, die auch an „Godzilla“ erinnern. Die Insel bietet überraschend viel Abwechslung in der Vegetation und dank der militärischen Ausstattung bietet sich immer wieder eine Gelegenheit, Explosionen oder Rauchbomben möglichst beeindruckend zu inszenieren. Zudem halten die Kämpfe, die King Kong führt, was sie versprechen. Besonders der Kampf mit dem bösen Eidechsenmonster und das Abschlachten der Militärhubschrauber gehören wohl zu den beeindruckensten Actionszenen der letzten Jahre. Nur schade, dass nicht viel mehr von solchen Szenen zu sehen ist. Dafür gibt es aber eine vielzahl an Monstern, die die Insel bevölkern und an Kreativität durchaus überzeugen können. Aber auch hier muss man sagen, dass noch etwas mehr drin gewesen wäre.

KONG: SKULL ISLAND
King Kong macht sich bereit zum Kampf (c) Warner Bros. Pictures

All diese Punkte können aber keineswegs darüber hinwegtäuschen, dass es sehr viele Baustellen gibt, die scheinbar übersehen oder gar nicht erst angegangen wurde. Das alles beginnt schon zu Beginn des Films, bei dem die Charaktere, die keineswegs besonders charakterisiert sind, einzuführen. Dabei reichen dann kurze Sätze, um Brie Larson als Anti-Kriegs-Fotografin, Samuel L. Jackson als kreigstreibenden Irren oder auch Tom Hiddleston als taffen Typen zu charakterisieren. Über die kurzen Sätze geht das auch nicht hinaus, wobei es auch kaum wichtig ist. Die Figuren haben nämlich so gut wie keinen Einfluss auf die Handlung, sie sollen nur die Inselbevölkerung mit ihrer Tour aufscheuchen und so dem Zuschauer präsentieren. Einzig Samuel Jackson L. Jackson hat eine gewisse Wichtigkeit, die wird aber dadurch ins Absurde getrieben, dass er einfach völlig irrational und dumm handelt. Das ist bei den Figuren aber an der Tagesordnung.

Mit schlechten Charakteren kann man ja noch leben, immerhin soll es hier hauptsächlich um King Kong gehen. Was mich dafür aber regelrecht schockiert hat, sind die Fehler, die bei den Schnitten und einfachen Szenen zu beobachten sind. Wieder kann man dafür den Kampf von King Kong mit den Helikoptern nennen. Dieser sieht, wie schon oben gesagt, sehr gut, weil gerade die Sonne untergeht. Das wandelt sich dann aber relativ schnell ins Negative, wenn es immer wieder eingeschobene Szenen und kurze Abschnitte gibt, die dann plötzlich bei vollsten Tageslicht spielen. Ich verstehe nicht, wie so etwas passiert, aber es ist ja nicht nur einmal so. Vielmehr wechseln sich die Tageszeiten ständig ab und stören den Fluss doch extrem. Und es bleibt nicht dabei, immer wieder gibt es solche Fehler, so hat man überhaupt keinen Eindruck davon, wie schnell die Figuren über die Insel wandern. Während der erste Tag über 2/3 des Films gezeigt wird, werden die restlichen Tage nur schnel abgehandelt.

Kong_Skull_Island_2.jpg
(c) Warner Bros. Pictures

Abschließend muss ich noch den Punkt erwähnen, der mich am meisten gestört hat. Der Film kann sich meiner Meinung nach einfach nicht entscheiden, ob er hochwertiges Blockbusterkino sein möchte oder doch lieber den Charme der alten B-Movies einfangen möchte. Das führt dann zu tiefgründigen Dialogen, die aufgrund der Figuren nicht ansatzweise so tiefgründig sind, wie sie sein möchten, gleichzeitig aber auch zu einem Soldaten, der seine MG auf einem Dinosaurierschädel platziert und damit für Lachen im Kino gesorgt hat. Das passt für mich alles nicht so zusammen und hat mir sehr viel Spaß genommen. Entweder möchte ich einen Trash-Film mit grandiosen Bildern sehen oder aber einen erntzunehmenden Blockbuster, der sich und seine Figuren ernst nimmt. Hier wurde beides versucht und man hat damit beides nicht geschafft.


Fazit

Kong: Skull Island ist die erste große Enttäuschung des Jahres. Langweilige und konturlose Figuren, haarsträubende Schnittfehler und vor allem die unentschlossene Inszenierung haben bei mir nur für Unverständnis und Langweile gesorgt. Die zwei Stunden Laufzeit schaffen es dann auch nicht, ansatzweise gefüllt zu werden. Das ist besonders schade, weil die Monsterkämpfe und die tollen bilder überzeugen können. Leider gibt es davon zu wenig, sodass ich den Film nicht empfehlen kann.

4


Cast

  • Regisseur: Jordan Vogt-Roberts
  • Drehbuch: Dan Gilroy, Max Borenstein, Derek Connolly

Hauptdarsteller

Darsteller Rolle
 Tom Hiddleston James Conrad
Samuel L. Jackson Preston Packard
Brie Larson Mason Weaver
John Goodman Bill Randa

Nebendarsteller

  • John C. Reilly
  • Corey Hawkins
  • John Ortiz
  • Tian Jing
  • Toby Kebbell
  • Jason Mitchell
  • Shea Whigham
  • Thomas Mann

Weitere Meinungen

  • Schnitt: 6,5/10

6


Die Filme von Jordan Vogt-Roberts

  • Kings of Summer (2013)
  • Kong: Skull Island (2017)

Die Film des MonsterVerse

  • Godzilla (2014)
  • Kong: Skull Island (2017)
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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Filmschrott sagt:

    Das Poster ist saucool. War klar, dass der Film da nicht mal ansatzweise mithalten kann.

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  2. donpozuelo sagt:

    Ich hatte meinen Spaß mit dem Film. Klar, er ist nicht perfekt und ja, die Charaktere sind alle nicht sonderlich erwähnenswert. Aber welcher Monster-Film braucht schon erwähnenswerte menschliche Charaktere. Sind ja eh bloß Monster-Futter 😉

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    1. Staffmann sagt:

      Klar, das stimmt natürlich, aber ich bin halt nicht der Typ für solche Monsterfilme^^ Wenn, dann sollen die einfach nur gegeneinander kämpfen, ohne dass ein Mensch auftritt

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  3. jrtripper sagt:

    habe mir den film gestern angeschaut. und muss sagen, er ist nicht der überhammer aber zur unterhaltung reicht es.
    mal abgesehen, von ein paar trittbrett fahrern, ist die ja erst der 4. versuch king kong auf die leinwand zubringen, da schon von genügend zusprechen ist vielleicht etwas übertrieben. da gibt es andere, die regelmäßig wieder auftauchen, wie dracula oder robin hood.

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