Kritik: The First Avenger – Civil War

Ich schmücke mich ja immer damit, dass ich so ein großer Superheldenfan bin und jeden Film dieser Art gerne schaue. Umso fragwürdiger ist da doch, dass auf unserem Blog noch keine Kritik zum großen Superhelden-Clash The First Avenger: Civil War erschienen ist. Das hat allerdings nicht den Grund, dass ich es nicht versucht hätte, vielmehr hatte ich einfach nicht die Zeit, den Film im Kino zu sehen. Nun habe ich es aber doch endlich geschafft und kann Euch davon berichten, wie sehr ich den Film nun mag oder auch nicht. Denn nach der großen Enttäuschung nach „Batman v Superman: Dawn of Justice“, die bei mir gar nicht so groß ausgefallen ist, muss man trotzdem vorsichtig sein. Viele Helden bedeuten nicht gleich viel Spaß, dass hat uns im Hause Marvel auch schon „The Avengers: Age of Ultron“ gezeigt. In diesem Sinne viel Spaß mit meiner Kritik!


Handlung

Nach den geschehnissen in den alten Marvel-Filmen und einem erneuten Fehlschlag bei einer Mission ist die Gruppe rund um Captain America gespalten. Die Regierung legt ihnen einen Gesetzesentwurf vor, den es zu unterschreiben gilt. Entweder arbeiten sie als Superhelden für das Land und müssen auch die Aufträge der Regierung ausführen oder sie werden zu Kriminellen. Während sich Iron Man auf die Seite der Regierung stellt, kann Captain America dies nicht hinnehmen. Da sein alter Freund Bucky, der nach einer Gehirnwäsche als Attentäter für Hydra aktiv war, verdächtigt wird, ein Attentat begangen zu haben, muss der Captain für seinen Freund einstehen und damit unabhängig agieren. So bilden sich unter den Superhelden zwei Gruppen, die für zwei Ideale stehen und unweigerlich aufeinander treffen müssen.


Kritik

Was ich versucht habe, relativ kurz in der Handlung zu erläutern, erstreckt sich innerhalb des Film auf über zwei Stunden. Im Vergleich zu älteren Marvel-Filmen muss man sagen, dass man nie zuvor so viel Vorwissen gebraucht hat und nie zuvor so viel Handlung in einem Film verfügbar war. Bereits der zweite Teil „The Return of the First Avenger“ konnte mit einer erwachsenen Agenten-Handlung aufwarten, doch so ein Mammut-Projekt, wie es einem hier vorgesetzt wird, gab es in dem Universum bislang noch nicht. Das hat zum einen den Vorteil, dass man sich nicht einfach nur von der Action erschlagen lassen muss, zum anderen haben sich aber auch einige Logiklöcher in den Film geschlichen, die mir den Kinobesuch etwas vermiest haben.

Doch kommen wir zunächst zu den Figuren. Auch wenn es sich vom Namen her um einen „Captain America“-Film handelt, könnte man eigentlich schon von einem neuen „Avengers“-Film sprechen. Denn nicht nur die beiden vorherigen Hauptdarsteller Chris Evans und Scarlett Johansson sind dabei, sondern auch die Helden der anderen Filmreihen, allen voran Robert Downey Jr. als Iron Man. Erstaunlich an diesem riesigen Gestrüpp an Figuren ist dabei, dass keine zu wenig behandelt wird. Selbst wenn Nebenfiguren wie Jeremy Renner als Hawkeye nur einen kurzen Auftritt haben und kurz beim großen Kampf mitwirken dürfen, so wirken sie doch nicht unnötig oder lieblos in den Film geschrieben. Jeder hat sein Relevanz und darf seinen Teil zu diesem Film beitragen. Hauptfiguren und Gruppenführer sind dennoch Iron Man und eben Captain America.

So sind die Highlights des Films auch nicht die gut geschriebenen Dialoge zwischen den beiden oder die Actionszenen, die unter anderem sichtbar in Berlin stattfinden, sondern die Auftritte der Nebenfiguren. Sei es einfach nur Vision (Paul Bettany), der im Rollkragenpullover rumsitzt oder Ant-Man (Paul Rudd), der seine Sprüche klopft. Einen dieser Figuren zu sehen, ist wie nach Hause zu kommen. Man kennt sie und man mag sie, da ist es schön, sie auch in anderen Filmen des Universums zu sehen. Das war schon immer ein Vorteil des Marvel Cinematic Universes und wird hier so gut genutzt wie bislang noch nicht.

Trotzdem ist der Film nicht frei von Schwächen. Die größte Schwäche ist dabei auch die problematischste fürs ganze Universum. Denn mit dem Black Panther (Chadwick Boseman) hat man eine neue Figur eingeführt, die noch eine große Rolle im Universum spielen soll. Das Problem dabei ist, falls die meisten Leute es so sehen wie ich, dass dir Figur bislang nur unsympathisch und mit einer seltsamen Motivation heraus agiert. Ohne zu viel zu verraten, kann man sagen, dass der Black Panther zwar unglaublich stark ist, aber seine Entschlossenheit ist so irrational und für mich nicht verständlich, dass ich mit ihm nicht mitfiebern konnte. Das ist besonders hier störend, weil man sonst jeden verstehen kann. Es gibt zwar Seiten in diesem Konflikt, doch beide Seiten sind nachvollziehbar. Die einzige nicht nachvollziehbare Figur ist eben der Black Panther, der dafür auch zu viel Zeit bekommt.

Ansonsten könnte man noch über das Finale meckern, welches ich jedoch nicht vorweg nehmen möchte. Dank der im Nachhinein guten Vermarktung des Films gibt es noch einige Überraschungen, die mich wirklich gefreut haben (siehe Ant-Man) oder aber auch enttäuscht. Zum Glück hat die Freude überwogen, so bin ich trotz der Schwächen nicht negativ aus dem Film gegangen, im Gegenteil.


Fazit

The First Avenger: Civil War gewinnt trotz seines schrecklichen „deutschen“ Titels klar gegen den vergleichbaren DC-Film „Batman v Superman: Dawn of Justice“. Der Film macht einfach mehr Spaß, hat mehr Humor und eine Handlung, die zwar komplex, aber trotzdem wesentlich verständlicher ist. Das Meisterwerk, dass viele in ihm sehen wollen, ist er jedoch nicht. Figruenkonstellationen und Motivationen der meisten sind super herausgearbeitet, aber einzelne Figuren und seltsame Entscheidungen in der Handlung schmählern den Gesamteindruck etwas. Insgesamt muss man aber sagen, dass Marvel es mal wieder geschafft hat, einen hervorragenden Superheldenfilm abzuliefern.

8


Cast

  • Regisseur: Anthony Russo, Joe Russo
  • Drehbuch: Christopher Markus, Stephen McFeely

Hauptdarsteller

Darsteller Rolle
Chris Evans Steve Rogers / Captain America
Robert Downey Jr. Tony Stark / Iron Man
Sebastian Stan Bucky Barnes / Winter Soldier
Scarlett Johansson Natasha Romanoff / Black Widow
Anthony Mackie Sam Wilson / Falcon
Chadwick Boseman T’Challa / Black Panther

Nebendarsteller

  • Don Cheadle
  • Jeremy Renner
  • Paul Bettany
  • Elizabeth Olsen
  • Paul Rudd
  • Tom Holland
  • Daniel Brühl

Links


Weitere Meinungen

 

  • Schnitt: 8,2/10
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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ich mochte „Black Panther“ total. Weiß auch nicht warum. Dafür kannst du mich mit dem neuen Spider-Man jagen.

    Gefällt 1 Person

    1. Staffmann sagt:

      Ach was, der war eigentlich ganz witzig. Aber am besten hat mir wirklich der Ant-Man gefallen!

      Gefällt mir

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