Kritik: Marvel’s Jessica Jones – Staffel 1

Ich bin ja schon ein Fan der Marvel-Filme. Im vergangenen Jahr hat der Comicverlag unter der Hand von Disney sein Universum auch auf die Serienwelt vergrößert, zumindest auf Netflix. Denn mit „Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.“ waren sie bereits im amerikanischen Fernsehen zu sehen. Auf Netflix haben sie jedoch mit „Marvel’s Daredevil“ den Auftakt zu einer neuen Superheldengruppe geschaffen, die auf dem Streamingdienst die Welt oder zumindest New York retten soll. Diese Gruppe soll am Ende aus 4 Helden bestehen und danach Daredevil gibt es bereits die zweite Serie mit einer neuen Heldin: Marvel’s Jessica Jones.


Handlung

Jessica Jones (Krysten Ritter) ist eine ehemalige Superheldin, die nun eine eigene Privatdetektei führt. Als dann aber der ebenfalls Superkräfte besitzende Kilgrave (David Tennant) nach New York kommt, fühlt sie sich gezwungen, wieder als Heldin aufzutreten. Zusammen mit ihrer Freundin Trish (Rachael Taylor) und dem geheimnisvollen Luke Cage (Mike Colter) versucht sie, sich nicht nur vor Kilgrave in Sicherheit zu bringen, sondern ihn auch für immer aus dem Verkehr zu ziehen.


Kritik

Man kann sich sicherlich viel erhoffen, wenn Disney und Netflix eine Serie zusammen produzieren. So konnte auch „Marvel’s Daredevil“ vor allem mit einem für Serien untypischen Produktionswert aufwarten. Dieser ist auch hier wieder gegeben. New York dient nicht nur als Kulisse im Studio, es gibt genügend Szenen in der Stadt, die vermutlich teurer als mach andere Serie sind. Vom Aussehen macht Jessica Jones also nichts falsch. Dennoch fällt es im Vergleich zu ersten Netflix-Marvel-Serie stark ab und das hat nichts mit einer weiblichen Heldin oder ähnlichem zu tun. Die Serie hat einfach zu viele Folgen für zu wenig Geschichte.

Man hätte die Staffel schon nach maximal 10 von den existierenden 13 Folgen beenden können. Es gibt eine Geschichte zwischen Kilgrave und Jessica, die man schnell verinnerlicht hat und eine mit Jessica und Luke Cage, die auch zu lang gezogen wurde. Alles andere ist einfach nur Füller als Mittel zum Zweck. Da wäre vermutlich weniger mehr gewesen. Was bei Filmen noch verkraftbar ist, kostet hier den Zuschauer zwei bis drei Folgen, besonders am Ende der Staffel, die es nicht gebraucht hätte.

Ein weiteres Problem sind die Charaktere. Ritter, Tennant und Colter tragen eigentlich die gesamte Staffel. Die drei sind toll geschrieben und perfekt auf die Rolle passend gespielt. Hätte es nur die drei Rollen und weitere Nebencharaktere gegeben, wäre ich wohl superglücklich gewesen. Nur leider gibt es eben noch weitere Figuren. Trish ist unfassbar schlecht geschrieben und sorgt immer wieder für Kopfschütteln. Und dabei ist sie leider auch nur eine von mehreren Figuren, die entweder völlig übertrieben, dumm oder einfach nervend sind.

So negativ wie das jetzt alles klingt, ist die Serie aber nun bei Weitem nicht. Sicherlich macht sie einiges falsch, aber es gibt auch gute Momente. Immer wenn Kilgrave seine Fähigkeiten nutzt, ist das perfekt inszeniert. Deswegen habe ich mich zumindest immer gefreut, wenn er zu sehen war. Da haben die Macher bewiesen, dass sie es ja eigentlich können. Zudem ist der Humor, der leider auch mit laufende Staffel weniger wird, ziemlich witzig.  Insofern hat die Serie genügend Gründe, geschaut zu werden, aber auch sehr viele Schwächen.


Fazit

Marvel ist es hier leider nicht gelungen, den Schwung von „Marvel’s Daredevil“ zu übernehmen. Dafür ist Marvel’s Jessica Jones an vielen Stellen zu unausgewogen oder schlicht langweilig. Man merkt, was dahinter steckt und was möglich gewesen wäre, nur macht das zumindest die erste Staffel nicht wirklich gut. Dabei bieten die Figuren genügend Potential für eine tolle Geschichte. Steigert man sich bei der Handlung und findet nochmal so einen guten Antagonisten, kann die Serie richtig gut werden. In der ersten Staffel jedoch reicht es nur für ein mittelmäßiges Erlebnis.

6


Cast

  • Serienschöpfer: Melissa Rosenberg

Hauptbesetzung

Darsteller Rolle
 Krysten Ritter Jessica Jones
 David Tennant  Kilgrave
Rachael Taylor Trish Walker
Mike Colter Luke Cage

Nebenbesetzung

  • Eka Darville
  • Carrie-Anne Moss
  • Will Traval

Weitere Meinungen

 

  • Schnitt: 7,6/10

Die Serien des Marvel Cinematic Universe

  • Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D (2013)
    • Staffel 1
    • Staffel 2
    • Staffel 3
    • Staffel 4
  • Marvel’s Agent Carter (2015)
    • Staffel 1
    • Staffel 2
  • Marvel’s Daredevil (2015)
  • Marvel’s Jessica Jones (2015)
    • Staffel 1
  • Marvel’s Luke Cage (2016)
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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Tjanaja sagt:

    Jaaaaa voll…. Und dann noch wie oft sie von normal starken Leuten verprügelt wird….

    Gefällt mir

  2. franziska-t sagt:

    Na, so weit liegen unsere Meinungen ja gar nicht auseinander. Danke für’s Aufnehmen in die Liste der anderen Meinungen. 😉

    Gefällt 1 Person

    1. Staffmann sagt:

      Ja, gerne gerne 🙂 So viele haben die Serie aber scheinbar noch nicht gesehen^^

      Gefällt 1 Person

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