Marvel’s Iron Fist – Staffel 1 Review

Bislang schien es so, als wenn Marvel mit ihren Netflix Serien einen ähnlichen großen Erfolg wie mit den Filmen feiern würde. Besonders die Kritiker fanden Gefallen an den Heimkino-Varianten, da sie den Figuren mehr Zeit und dem Zuschauern mehr Verständnis für die Geschehnisse einräumten. Nun kam aber kürzlich die erste Staffel von Marvel’s Iron Fist ins Programm und bekam mächtig Gegenwind. Eine Bewertung von 17% bei Rotten Tomatoes sprechen eine deutliche Sprache. Der größte Kritikpunkt ist dabei die fehlende Originalität, da man sich zu sehr auf die altbewährte Formel verlässt. Weshalb ich dennoch viel Spaß mit der Serie hatte und warum ich mich auf eine Fortsetzung der Handlung freue, erfahrt Ihr in meiner Kritik.


Handlung

Der für viele Jahre vermisste Milliardär Danny Rand kehrt nach New York zurück und versucht, sich mit seiner Vergangenheit und dem Vermächtnis seiner Familie zu beschäftigen. Nebenbei bekämpft er kriminelle Banden, die New York bedrohen, mit seinen Kung Fu Künsten und der Fähigkeit, die legendäre Macht der Iron Fist zu beschwören.


Kritik

Wer meine Kritiken zu den bislang erschienenen Marvel-Serien gelesen hat, der weiß, dass ich generell sehr viel Spaß mit diesen hatte. Besonders die ersten Staffeln von „Daredevil“ und „Luke Cage“ konnten mich mit ihren Einblicken in eine von Kriminalität durchzogene Stadt begeistern. Diesen Weg geht auch Iron Fist, während es in den anderen Serien jedoch um die bürgerliche Bevölkerung geht, betrachtet man hier mehr die gehobene Gesellschaft und ihre Probleme mit den gefährlichen Mafia-Banden. Insofern hat man auch nicht diese Einblicke in die Gesellschaft, die die anderen Serien unter anderem sehenswert machten, und die Handlung ist insgesamt auch wesentlich abgehobener. Allerdings kann auch der hier gezeigte Kampf um ein Unternehmen unterhalten und damit wieder mal etwas neues im Marvel-Universum bieten.

Betrachtet man die restliche Staffel jedoch ohne eben diesen Kampf, dann gibt es nicht viel Neues zu entdecken. Ein Held muss mit Rückschlägen kämpfen und findet sich in dieser neuen Welt. Das kennt man so schon von den anderen Serien. Besonders erschwerend für den Zuschauer kommt aber noch hinzu, dass die Hauptfigur nicht sehr sympathisch ist. Er versucht zwar immer, das Gute zu tun, dennoch zeigt sich immer wieder, wie widersprüchlig seine Figur ist. Jemand, der von Mönchen aufgezogen wurde und nach eigenen Aussagen seine Gefühle unter Kontrolle hat, sollte nicht in jeder Folge mindestens einen Wutausbruch haben. Insofern fand ich die Serie am stärksten, wenn es eben nicht um Danny Rand ging, sondern um die anderen, toll geschriebenen Nebenfiguren.

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Als Superheld muss man auch mal beschatten.

Da gibt es zum einen die Jugendfreundin (Jessica Stroup), die inzwischen zur kalten Geschäftsfrau geworden ist und ihren Bruder, der wohl interessantesten Figur der ganzen Staffel. Ward (Tom Pelphrey) war zumindest für mich die Figur, mit der ich mich am besten identifizieren konnte, zumindest zum Ende der Staffel. Er muss all diese kuriosen Ereignisse miterleben und bricht unter dem wachsenden Druck immer mehr zusammen. Für mich ist er dabei fast der einzige, der nachvollziehbar handelt. Das schließt auch die kämpfende Love Interest (Jessica Henwick) und die aus den anderen Serien bekannte Krankenschwester (Rosario Dawson) ein. Sie sind zwar alle interessanter als die eigentliche Hauptfigur, dienen aber meist auch nur als Plotvehikel.

Das klingt jetzt alles nicht ganz so positiv, aber es gibt auch die wirklich großartigen Momente, die Iron Fist sehenswert machen, allen voran die Kämpfe. Diese sind nicht immer toll choreografiert oder erinnerungswürdig, aber manchmal zeigen die Autoren und Darsteller doch noch, dass man Lust hatte, dem Zuschauer etwas zu bieten. Dazu gehören die üblichen Schüler-gegen-Meister-Konflikte und ein Kampf mit einem betrunkenen Kämpfer, der mich stark an „Naruto“ erinnert hat, aber auch ebenso unterhaltsam war. In diesen Momenten freut man sich einfach, dass Marvel und Netflix so viel Geld in die Produktion stecken, auch wenn es dann an manch anderer Stelle etwas hakt.

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Dannys Jugendfreunde sind sich nicht sicher, was sie von ihm halten sollen.

Abschließend muss noch über eine Entscheidung in der Handlung gesprochen werden, die ich interessant fand. Wer die Vorlage kennt, der weiß, dass sich die Herkunft von Iron Fist nicht gut mit dem doch geerdeten Thema der Serien vereinbaren lässt. Insofern fand ich es gut, dass die Macher Danny nicht mit einem antiken Drachen haben kämpfen lassen, sondern diesen Vorgang bewusst geheim gehalten haben. So wurden Comic-Fans nicht durch eine seltsame Alternative und Nichtkenner der Vorlage durch eine zum Rest der Serie unpassende Kampf-Szene abgeschreckt.


Fazit zu Iron Fist Staffel 1

Marvel’s Iron Fist steht meiner Meinung nach den anderen Serien aus dem Hause Netlix in nichts nach. Die Kampfszenen können begeistern und die Handlung ist durchaus interessant. Zumindest ich wurde über die komplette Staffellänge unterhalten, was ich von „Jessica Jones“ zum Beispiel nicht behaupten kann. Nur leider verlässt man sich zu sehr auf gewohnte Handlungsverläufe und schafft es nicht, der Hauptfigur einen interessanten Charakter zu geben. So ist die Serie dann doch nur guter Durchschnitt.

7


Cast

  • Showrunner: Scott Buck

Hauptdarsteller

Darsteller Rolle
 Finn Jones  Danny Rand
Jessica Henwick Colleen Wing
Jessica Stroup Joy Meachum

Nebendarsteller

  • Tom Pelphrey
  • David Wenham
  • Wai Ching Ho
  • Rosario Dawson
  • Ramon Rodriguez
  • Sacha Dhawan

Weitere Meinungen

  • Schnitt: 6,2/10

6


Die Serien des Marvel Cinematic Universe

  • Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D (2013)
    • Staffel 1
    • Staffel 2
    • Staffel 3
    • Staffel 4
  • Marvel’s Agent Carter (2015)
    • Staffel 1
    • Staffel 2
  • Marvel’s Daredevil (2015)
  • Marvel’s Jessica Jones (2015)
  • Marvel’s Luke Cage (2016)
  • Marvel’s Iron Fist (2017)
    • Staffel 1
  • Marvel’s The Defenders (2017)
    • Staffel 1

Bildrechte liegen bei Netflix.

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. filmgeist9 sagt:

    Ich wollte dass die Serie mir gefiel, doch es ist für mich die belangloseste Serie/ Staffel der Netflix- Marvel- Serien. Der Inhalt ist bekannt und hat man anderswo schon oft und z.T. besser gesehen. Jessica Henwick als Colleen Wing ist ein echter Augenschmaus. Die Kampfszenen sind toll. Aber Finn Jones overact in der kompletten Serie. Es gibt auch kein richtiges Highlight. Iron Fist ist wie ein Burger, so für zwischendurch ohne Mehrwert.

    Gefällt 1 Person

    1. Staffmann sagt:

      Klar kann man das so sehen und ich stimme dir auch überall zu. Ich habe aber bei Superhelden irgendwie immer Spaß, egal wie belanglos es ist. Und bei Jones gebe ich dir absolut Recht. Das ist so übertrieben teilweise… Deswegen mochte ich eben auch die Nebenfiguren mehr

      Gefällt 1 Person

  2. wsnhelios sagt:

    Mir hat die Serie auch Spaß gemacht, mehr noch als Jessica Jones und Luke Cage. Warum es so heftige negative Reaktionen gibt, kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
    https://meinekritiken.wordpress.com/2017/04/01/serie-iron-fist-staffel-1/

    Gefällt 1 Person

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