Kritik: Star Wars Episode VIII – The Last Jedi

Locker, verspielt und bildgewaltig – Star Wars Episode 8 – Die letzten Jedi

Hier gibt es für euch eine Kritik von einem „Nicht Star Wars Fan“, frei von allen nostalgieschwangeren Schwärmereien und unempfänglich für den sogenannten Fanservice, der Episode 7 an so vielen Stellen formte. Als ich damals den Trailer zu Rogue One sah, war ich zu meiner Verwunderung begeistert, emotional und erwartungsvoll. Der Film selbst konnte da leider nicht mithalten. Credits an die Trailer-Cutter. Im Gegensatz dazu hat mich der Trailer zu Episode 8 komplett kalt gelassen und ich bin ohne Erwartungen ins Kino gegangen – meine favorisierte Ausgangssituation für einen Kinobesuch. Jetzt aber zur Handlung. Und keine Sorge, sie wird kurz und Spoiler-frei.


Handlung

Spoiler-frei

Rey ist sich sicher – sie hat in Luke Skywalker endlich ihren Lehrmeister gefunden. Den ehrwürdigsten aller verbliebenen Jedi. Den Bewahrer alten Wissens und größten Krieger für die Balance im Universum. Allerdings will dieser Skywalker von all dem überhaupt nichts wissen. Er ist froh, wenn er auf seiner einsamen Insel am unbekanntesten Ort des Alls täglich seinen Fisch fangen und die Tage verstreichen lassen kann. Während die beiden also auf der Insel herumdümpeln, sehen sich die Rebellen einer großen Gefahr ausgesetzt – dem Schiff der First Order unter Leitung von  Supreme Leader Snoke ist es erstmals möglich, andere Raumschiffe auch nach einem Flug mit Lichtgeschwindigkeit zu orten. Zwar sind die Schutzschilde noch aktiv, jedoch kann die First Order das Rebellenschiff nun in aller Seelenruhe ausbluten und auf vollständigen Treibstoffverbrauch warten..


Kritik

Spoiler-frei

Zwischen den Einleitungszeilen oben und diesen Zeilen hier, sind nun bereits einige Tage vergangen, doch hat sich meine Meinung über Star Wars: Last Jedi im Großen und Ganzen nicht verändert. Allerdings muss ich doch bemerken, dass ich ganz andere Ansprüche an diesen Film stelle als ein eingefleischter Fan des Franchises. Jedoch bin ich sicher, dass, ob nun Fan oder nicht, man mit diesem Film sehr viel Spaß haben kann. Womit ich auch gleich bei einem Manko des Films angelangt wäre: Spaß bzw. hier: Slapstick. Schließlich können falsch eingesetzte und plumpe Witze jede noch so liebevoll gestaltete Welt ihrer Authentizität und ihres Zaubers berauben. Dies war eins der Hauptprobleme, die ich persönlich mit der Hobbit Trilogie hatte, wobei Star Wars 8 im Gegensatz dazu ausgesprochen nüchtern ist. Dennoch kann ich jeden Star Wars Fan verstehen, den manch ein Witz gestört hat, der nur durch den Überraschungseffekt funktioniert. Weiterer Kritikpunkt: Es gibt Phasen in Star Wars 8, in denen man ihm die 2 1/2 Stunden Laufzeit anmerkt, manche Handlungsstränge hätten durchaus verkürzt werden können – ich persönlich fand die Entscheidung jedoch richtig, den Charakteren hier wirklich Zeit zu geben sich zu entwickeln – oder viel mehr dem Zuschauer Zeit zu geben, sich mit den Darstellern anzufreunden. Insbesondere Kylo Ren’s Charakter wird in Episode 8 näher beleuchtet und dem Zuschauer wird die antreibende Motivation  die dieses zuvor scheinbar eiskalten, machtversessenen Abkömmling augezeigt. Brücken werden gebaut, die Grenzen zwischen scheinbar Richtigem und Falschen verschwimmen und lassen endlich größere Fragen zu.

Visuell ist Star Wars: Last Jedi eine Wucht. Manch eine Szene hätte ich am liebsten 5 mal in der Wiederholung gesehen, das will schon etwas heißen. Die Weltraumszenen sind „on point“, jeder Freund von Action kommt hier auf seine Kosten, ohne dass Actionsequenzen zum Selbstzweck werden. Insgesamt bin ich aus diesem Film herausgegangen mit dem freudigen Eindruck, das die Schöpfer von Episode 8 dieses Mal mehr Raum hatten, mit dem geliebten Universum zu spielen und es zu formen. Dieser Film strahlt eine Unverkrampftheit aus, die mir bei Episode 7 gefehlt hat. Diese krankte insbesondere in der Retrospektive doch sehr an den aufgebauten Erwartungen und dem Wunsch, Nostalgie zu streuen und Fanservice abzuarbeiten. „Die letzten Jedi“ macht sich frei davon und wirft starre Eigenschaften der Charaktere eiskalt über Bord, um ihnen mehr Tiefe und ihrem Handeln eine Bedeutung zu geben.


Fazit

Star Wars: Last Jedi ist vollgepackt mit Gutem und Schlechtem, wobei meiner Ansicht nach die Anteile klar verteilt sind. Es ist der erste Film der neuen Reihe den ich ohne zu zögern weiterempfehle. Wer also den vorweihnachtlichen Ansturm und die überfüllten Kinosäle während der Festtage abwarten konnte und nun mit dem Gedanken spielt, sich Star Wars Episode 8 noch anzusehen, sollte die Chance auf jeden Fall nutzen, sich dieses bildgewaltige Weltraumspektakel auf der großen Leinwand anzusehen. Lohnt sich!

8


Cast

  • Regisseur: Rian Johnson
  • Drehbuch: Rian Johnson

Hauptdarsteller

Darsteller Rolle
Mark Hamill Luke Skywalker
Carrie Fisher Leia Organa
Adam Driver Kylo Ren
Daisy Ridley Rey
John Boyega Finn
Oscar Isaac Poe Dameron

Nebendarsteller

  • Andy Serkis
  • Domhnall Gleeson
  • Gwendoline Christie
  • Kelly Marie Tran
  • Laura Dern
  • Benicion del Toro
  • Joonas Suotamo

Weitere Meinungen

  • Schnitt: 7,2/10

7


Die Filme von Rian Johnson

  • Brick (2005)
  • Brothers Bloom (2008)
  • Looper (2012)
  • Star Wars Episode VIII: Die letzten Jedi

Die Filme der „Star Wars“-Reihe

  • Krieg der Sterne (1977)
  • Das Imperium schlägt zurück (1980)
  • Die Rückkehr der Jedi-Ritter (1983)
  • Die dunkle Bedrohung (1999)
  • Angriff der Klonkrieger (2002)
  • Die Rache der Sith (2005)
  • Das Erwachen der Macht (2015)
  • Rogue One (2016)
  • Die letzten Jedi (2017)
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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. trallala sagt:

    Nett geschrieben und guter Zusatz mit dem „Spoiler-Frei“, ich scrolle sonst immer direkt zum Fazit um mich zu schützen, aber trotzdem eine Meinung zu lesen. Aber so ist natürlich besser ;).
    Meine Meinung zu Star Wars 8 kennst du ja 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. JOHN sagt:

      Danke – das dachte ich mir auch. Ja, insbesondere deinen Pokemonvergleich zu einigen Kreaturen in diesem Film fand ich sehr treffend 😀

      Gefällt mir

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